- ANZEIGE -
- ANZEIGE -

FUSE IM TEST - SPAßIGE COOP-ACTION ODER LAHMES ACTION-EINERLEI?

gepostet von Sir Uruk.Inc am 07.07.2013 um 19:52 Uhr
 
Fuse Review Screenshots
Fuse - Der Action-Titel im Review: Ein schicker Sommer-Blockbuster

Wenn heute ein Spiel für den Massenmarkt ohne große Marketing-Kampagne herauskommt, dann heißt das im Normalfall entweder, dass man das nicht nötig zu haben glaubt oder dass das entsprechende Spiel der sprichwörtliche Griff ins Klo ist, den nicht einmal viel Werbung retten kann. Und so sind wir ein Stück weit ehrlich besorgt, als wir mit Fuse den ersten Multiplattform-Titel von Insomniac - den Machern von Resistance und Ratchet and Clank - ins Konsolenlaufwerk stopfen und uns auf Coop-Action mit abgedrehten Waffen, fiesen Gegnern und einer entsprechenden Geschichte vorbereiten. Vier Helden gegen böse Söldner und einen noch böseren Militärkonzern namens Draven, dazu eine Alien-Substanz namens Fuse und dann noch spezielle und abgedrehte Waffen - das könnte und sollte doch einiges an Spaß machen. Und so stürzen wir uns in den Kampf...

Fuse Review Screenshots Fuse Review Screenshots
Explosionen und aufs Maul - Seilrutsche zur Action

Fuse - Generelle Infos
Fuse Review Screenshots

Generell
- Für Playstation 3 und Xbox360 verfügbar.
- In Deutschland ungeschnitten und ab 18.
- Erster Multiplattform-Titel von Insomnia.

Fuse Review Screenshots

Singleplayer und Coop
- Sowohl allein als auch mit bis zu vier Spielern online spielbar.
- Lokaler Splitscreen-Coop ist ebenfalls möglich.
- Lineare Levels mit etwas Freiheit und durch die unterschiedlichen Waffen und Fähigkeiten taktische Möglichkeiten.
- Jeder Charakter hat eine eigene Fuse-Waffe, eigene Fertigkeiten und Möglichkeiten.
- Durch das Töten von Gegnern steigt man im Rang auf und schaltet aktive und passive neue Fähigkeiten frei.

Fuse Review Screenshots

Echolon-Modus
- Survival-Modus, in dem man gegen stärker werdende Gegnerwellen antritt.

Fuse Review Screenshots

Wahrheit und Dichtung
- Die in diversen Tests verbreitete Behauptung, dass die KI-Kollegen zu doof seien, um uns wiederzubeleben, haben wir kein einziges Mal in der Kampagne bestätigen können.
- Ursprünglich wurde Fuse als Overstrike angekündigt und sah deutlich abgedrehter aus. Anders als von diversen Spielern behauptet, sagt man bei Imsoniac, dass nicht EA für die Umgestaltung und den neuen Namen verantwortlich sei, sondern dass man das selber entschieden habe.

Fuse Review Screenshots

Vier Helden für ein Halleluja
Es geht nicht unbedingt gut los - für den Einstieg gewinnen weder die Macher bei Insomniac noch Fuse selbst irgendeinen Preis: Der Kontakt mit einer Forschungseinrichtung in Nevada ist abgebrochen und prompt wird das vier Mann - genauer gesagt: zwei Mann und zwei Frauen - starke “Overstrike 9”-Team per Helikopter eingeflogen, um nach dem Rechten zu sehen. Schnell stellen wir fest, dass es sich hier sicher um mehr als einen handelüblichen Stromausfall handelt - überall liegen Leichen herum und ein Kampfroboter stapft durch die Gegend. Die ersten paar Minuten verbringen wir mit Herumlaufen, dem Zuhören bei Dialogen und der Besichtigung der Forschungsanlage, die standesgmäß verwüstet wurde. Kurz darauf dürfen wir auch ein paar Feinde mit normalen Schießprügeln wie in vergleichbaren Titeln aus der Deckung zusammenschießen - das ist nicht schlecht, aber in keinster Weise mit den Einstiegen von Action-Meisterwerken wie Gears of War 3 oder Dead Space vergleichbar, die mit Action und Atmosphäre überzeugen konnten. Was schnell klar ist: In der Forschungseinrichtung wurde an einer speziellen, außerirdischen und streng geheimen Substanz namens Fuse geforscht. Kurz darauf ändert sich die doch etwas triste Lage allerdings: Wir finden vier experimentelle Fuse-Waffen...

Fuse Review Screenshots
Mehr dem Tod geweihte Feinde

Vier Prototypen für die brutale Experimentierfreude
Von da an entwickelt sich Fuse zu einem überraschend vielseitigen Spiel, das im Kern - den Kämpfen - oft einen Heidenspaß macht. Der Grund sind die vier komplett unterschiedlichen Fuse-Waffen: Der Anführer Dalton Brooks schleppt einen Schildgenerator herum, der tödliche Energiewellen erzeugen und Kugeln zurückwerfen kann; Isabelle Sinclair darf Gegner durch Beschuss kristallisieren und zusehen, wie sie zerbrechen; Jacob Kimble nutzt einen Bogen und Naya Deveraux kann durch Beschuss Wurmlöcher und Singularitäten öffnen. Dazu kommen dann noch die verschiedensten Kombinationen der Waffen - wir zumindest wollten unbedingt wissen was passiert, wenn man kristallisierte Feinde und Wurmlöcher zusammenbringt und eventuell ein paar Pfeile durch einen Magnetschild auf das Ergebnis feuert. Und Fuse gibt uns mehr als genug Grund, die verschiedensten Kombinationen auszuprobieren: Wir werden andauernd von den verschiedensten Söldnern attackiert. Dass die bösen Buben eigentlich gar nicht so schlau sind, verschleiert das Spiel dadurch, dass es gleich Tonnen an Feinden auf uns loslässt - und wir sind uns verdammt sicher, dass wir ab und an höhnisches Gelächter der Entwickler hören können, wenn wieder 60 bis an die Zähne bewaffnete Söldner auf uns losgehen und wir mal blind und dann wieder gezielt aus der reichhaltig platzierten Deckung feuern. Abseits der Kämpfe dürfen wir regelmäßig irgendwo herumklettern, auch mal leise vorgehen oder nach einem Durchgang suchen - das schafft ebenso wie Railgun-Sequenzen Abwechslung, ohne dass die Entwickler dabei übermäßig kreativ geworden sind. Leider dürfen wir keine Befehle - wie etwa in Army of Two: the Devil’s Cartel - geben, was die Gefechte teilweise recht anstrengend oder das optionale leise Vorgehen ganz unmöglich macht.

Fuse Review Screenshots
Schon wieder aufs Maul gehauen

Hat hier irgendwer Klischees bestellt?
Die vier Haupthelden des Spiels kann man am besten mit dem - vielleicht minimal unfeinen - Wörtchen “Quotenhelden” passend beschreiben. Dalton hat immer einen - mehr oder weniger gelungenen - Spruch auf den Lippen, Isabelle ist leicht gewalttätig, Jacob ist als Ex-Detective ziemlich korrekt und Naya ist als ehemalige Attentäterin dezent gefährlich, aber sonst verlässlich. Teilweise sind die Charaktere sehr gelungen - man hat beispielsweise zu jedem der Mitstreiter schnell eine Meinung und seinen ganz persönlichen Favoriten. Auf der anderen Seite werden viele Spieler den oft durchscheinenden augenzwinkernden Humor der Entwickler in den Dialogen gar nicht bemerken und im schlimmsten Fall leicht gelangweilt sein. Wirklich umgehauen hat uns die Geschichte um die mächtige und tödliche Substanz Fuse, den bösen und abtrünnigen Militärkonzern Draven und auch die Mitglieder unseres dann doch sympathischen Teams trotz aller persönlicher Bedeutung - wir treffen auf gleich zwei Personen, die für zwei Teammitglieder große Bedeutung haben - nicht. Natürlich: Die Geschichte wirkt immer ordentlich und brav nach Schema F der Action-Geschichtsschreibhandbuchfibel erstellt, bietet den obligatorischen Twist, zaubert uns ab und an ein Lächeln ins Gesicht - irgendwo fehlt aber etwas, was die Geschichte wirklich besonders machen würde. Emotionen, Hilflosigkeit - all das fehlt meist völlig und nicht einmal der Trash-Gehalt ist augenfällig oder herausragend. Fuse verlässt sich zu großen Teilen auf die Waffen und Haupthelden, lässt die Geschichte aber viel zu oft Geschichte sein.

Fuse Review Screenshots Fuse Review Screenshots
Zwei haben Spaß - Gleich gibt es ein schwarzes Loch

Upgrades und Herumgespringe für mehr Optionen
Lassen wir die Geschichte also ebenfalls sein und konzentrieren wir uns auf das, was Fuse wirklich hinbekommt: Das Gameplay macht einen Heidenspaß. Es ist nicht nur der Umstand, dass wir die Gegner mit einem wuchtigen Arsenal unter Beschuss nehmen können. Jeder Abschuss und jedes erfüllte Ziel bringen Punkte, mit denen unsere Helden nach und nach Level um Level aufsteigen. Und - wenig überraschend - wir schalten mit jedem Rangaufstieg neue Funktionen in den Talentbäumen frei. Die Pfeile sind nun auch auslösbare Brandminen, man hat Heilgranaten zur Verfügung oder man hat mehr Munition oder - sowieso regenerative, aber gern gesehene - Lebensenergie zur Verfügung. Wer allein oder nicht mit drei Koop-Partnern spielt, darf dazu immer nach Wunsch zwischen den einzelnen Charakteren herumspringen - das macht Laune und erleichert so manche nervige Stelle, wenn wir die richtige Waffe nehmen oder die Feinde umgehen und dann zu einem anderen Mitstreiter wechseln, damit die bösen Buben uin die Zange genommen werden. Doof: Gehen wir zu Boden, dürfen wir nicht zwischen den Charakteren wechseln und müssen langsam zu ihnen krabbeln, damit sie uns retten. Alternativ spielen wir mit bis zu drei Freunden - das macht gleich noch ein Stück weit mehr Spaß, weil die künstliche Intelligenz unserer Sqaud-Kameraden eher suboptimal geraten ist.

Fuse Review Screenshots Fuse Review Screenshots
Surprise Motherfucker! - Haben wir erwähnt, dass Explosionen besser sind als Taktik?

Ein Boss hat Hunger auf Kugeln
Die eher zweckmäßige künstliche Intelligenz bemerken wir speziell bei den Bosskämpfen, die ab und an anstehen. Seien es dicke Roboter, ein fieser Fuse-Junkie oder eine alte Bekannte von Dalton in einem Gunship - wir dürfen uns über mehr als genug Herausforderungen freuen. Wenn unsere Mitstreiter wenig Schaden machen, werden die Gefechte gegen dicke Gegnertruppen oder Bosse allerdings manchmal etwas zäh. Zum Glück reicht die künstliche Intelligenz aber dazu aus, Feinde doch zu erwischen, nach Munition zu suchen oder uns wiederzubeleben, wenn wir zu Boden gehen. Darüber hinaus bleibt die Hauptarbeit in den schön gestalteten und recht großen Levelteilen an uns hängen, wenn wir nicht im Splitscreen oder gleich online Verstärkung in Gestalt echter Spieler bekommen. Hier zeigt Fuse dann das ganze Potential - Gefechte gegen normale Feinde spielen sich knackig und flott und selbst der dickste Bossgegner segnet schnell das Zeitliche. Das einzige Problem: Izzy und Natalie machen beim Spielen sehr viel Spaß, Dalton und Jacob bleiben dahinter etwas zurück. Magnetschild hin und Armbrust her - dicke Waffen und Dauerfeuer machen einfach mehr Laune.

Fuse Review Screenshots Fuse Review Screenshots
Ein mittelmäßiger Spruch kommt gleich... - Klettern macht Laune

Mehr Action!
Wer die etwa achtstündige Kampagne hinter sich gebracht hat, darf sich auf den Echolon-Modus freuen. In dem treten die vier Helden in begrenzten Gebieten aus der Kampagne gegen immer stärker werdende Wellen von Feinden an - das Zusammenarbeiten und der schlaue Einsatz der Spezialfähigkeiten sind hierbei dementsprechend Pflicht und gehören dazu. Laune macht der Coop also allemal, wirklich neu ist er dann aber auch nicht.

Fuse Review Screenshots Fuse Review Screenshots
Jetpack-Feinde im Dschungel - Ein erfolgreicher Plan

Schicke Schauwerte
Fuse sieht gut aus. Animationen, Sound und Sprachausgabe sind auf einem guten Niveau, ohne wirklich neue Standards setzen zu können. Dazu gefallen die schön abwechslungsreich gestalteten Levels - von unterirdischen Forschungseinrichtungen über Unterwasser-Labors geht es zu einem regnerischen Dschungel und verschneiten Militäranlagen. Im Level selbst kommt Fuse dabei ohne Nachladezeiten aus - bei Leveln, in denen man schonmal eine Stunde spielt, ist das recht beeindruckend. Leider erreicht die KI dieses Niveau nicht und vegitiert auf Dumpfbackenniveau allererster Güte vor sich hin - durch die schiere Masse sind die Schergen trotzdem gefährlich. Unsere Mitstreiter bekommen das Wiederbeleben zumindest trotz akuter Idiotenansätze hin und treffen die Gegner regelmäßig; echte Bugs haben wir übrigens auch nicht gefunden.

Fuse - Fazit: Ein Sommer-Blockbuster
Fuse Review Screenshots Fuse Review Screenshots
Gemeinsam stark - Unsichtbar umgegangen

Fuse ist der perfekte Sommer-Blockbuster: Nette Ideen, ordentliche Länge, spaßiges Gameplay und ein sympathisches Team treffen auf weniger gute KI und eine irgendwie wenig umwerfende Geschichte, die zwar brav alle Anforderungen abhakt, aber sonst nicht mehr bietet als man erwarten dürfte. Dabei bleibt Fuse weit weg von allen erzählerischen oder atmosphärischen Meisterwerken der letzten Jahre und konzentriert sich lieber auf das, was es wunderbar hinbekommt: Uns mit sympathischen Helden und Waffen und der Wirkung der Fuse-Wummen auf Feinde experimentieren lassen, hunderte Feinde zu verhackstücken und ab und an einem Bossgegner das Fürchten zu lehren. Wer damit allein, im Spliscreen oder online mit bis zu drei Mitstreitern fertig geworden ist, darf sich im Echolon-Modus kooperativ gegen immer stärker werdende Gegnerwellen stellen. Man kann Fuse nicht vorwerfen, echte Fehler zu haben oder viel falsch zu machen - man kann aber gleichzeitig nicht sagen, dass FUSE viele neue Akzente setzt oder das Genre weiterentwickelt; verschenkte Chancen sitzen dazu an jeder Ecke und heulen sich die Augen aus dem Leib: Das Klettern ist selten und einfach, Rätsel gibt es kaum und erzählerisch starke Momente - wie einen Boss, der den Helden die schlimmsten Erlebnisse ihrer Vergangenheit zeigt - werden viel zu oft von belanglosen Auflösungen zerstört oder nicht weiter verfolgt. Übrig bleibt am Ende ein spaßiger und netter Coop-Shooter mit sympathischen Charakteren, einer ordentlichen Action-Geschichte und viel Geballer - das ist nicht schlecht, aber auch kein Meilenstein.

Wertung: 7/10

geschrieben von Sir Uruk.Inc  






x
Copyright 2005-2013 by GAMERSUNITY.DE
Impressum | Werben | Warcraft 4 | Battlefield 4 | Battlefield 3
Changenav Changenav Changenav Changenav Changenav Changenav