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Geradezu strahlend vor Arroganz schleicht der bleiche Kerl auf mich zu. Dem werde ich das freche Grinsen schon aus dem Gesicht wischen. Ein kurzer Hieb und... er hält die Klinge mit zwei Fingern fest. Gerade noch so kann ich ihm das Schwert wieder entreißen. Da bleibt nur eines: Ich strecke meinen Arm nach oben, das Schwer beginnt zu leuchten. Ich halte meinen Schwertarm nach rechts, während mein Gegner gelassen auf meinen Angriff wartet. Aber dann wechsle ich die Richtung und treffe ihn mit einem Schlag von links. Jetzt ist er sauer und ich am Arsch.
Ladies and Gentlemen, liebe Kokiri: The Legend of Zelda: Skyward Sword!
Unsere Geschichte beginnt hoch oben über den Wolken. Soweit es die Bewohner der Himmelsstadt Skyloft wissen, sind sie die letzten Überlebenden einer Welt die von bösen Mächten zerstört wurde. Vor langer Zeit hob die Göttin eine Insel in den Himmel, auf der eine kleine Gemeinde seit Generationen in Frieden lebt.
Hier lebt Link und seine Sandkastenfreundin Zelda. Als die beiden eines Tages auf ihren Vögeln durch die Wolken reiten, wird Zelda von einem schweren Sturm erfasst und in die Tiefe gerissen. Nun muss Link die Welt unter der Wolkendecke erforschen und seine Freundin wieder finden.
Die Handlung von Skyward Sword profitiert unheimlich vom neuen Umfeld der Stadt Skyloft. Link hatte schon immer viele “Love Interests”, aber zum ersten Mal glaube ich wirklich, dass Zelda eine, wenn nicht sogar die eine, ist. Die Beziehung zwischen den beiden Charakteren war nie sonderlich ausgeprägt, aber hier hat man von der ersten Minute an das Gefühl, dass es funktioniert. Von Anfang an bekommen wir durch die Dialoge ein ziemlich gutes Bild von den Charakteren in Skyloft, was die Welt sehr viel lebendiger macht. Man will Zelda retten, denn sie ist von Anfang an ein symphatischer Charakter. Ich fürchte nur, dass Link das Mädchen auch dieses mal nicht bekommen wird.
Fi wurde von der Göttin geschaffen und hat eine sehr analytische, fast schon computerartige Persönlichkeit. Sie spricht von “Lokalisieren” und berechnet Chancen in Prozent. Das ist aber nicht der einzige Punkt an dem Skyward Sword mit Science-Fiction Elementen spielt. Eine technologisch hochentwickelte Zivilisation ist die Basis für eines der interessantesten Zelda-Dungeons seit Langem.
Bevor es wirklich losgeht, reitet ihr ersteinmal auf dem Rücken eines Riesenvogels durch den Himmel. Von hier könnt ihr die einzelnen Areale der mysteriösen Welt, die den Bewohnern der Wolkenstadt nur als “die Oberfläche” bekannt ist, erreichen.
Durchstößt man zum ersten Mal die Wolkendecke finden sich Serien-Veteranen in mehr als einer Hinsicht auf vertrautem Terrain wieder: Ihr durchquert eine Oberwelt auf der Suche nach dem jeweiligen Dungeon um dort ein wichtiges Item und den nächsten Teil des großen McGuffins zu finden..
Skyloft dient dabei, ähnlich wie Unruh-Stadt in Majora’s Mask als der zentrale Anlaufpunkt für alles was ihr für euer Abenteuer benötigt. Hier könnt ihr Waffen und Tränke kaufen, erhaltet Sidequests von den Bewohnern und öffnet Tore in neue Bereiche der Oberfläche. Da ihr von jedem der großzügig verteilten Speicherpunkte wieder in den Himmel aufsteigen könnt, könnt ihr eure Ausrüstung jederzeit den Herrausforderungen anpassen.
In den Wäldern, Gebirgen und Wüsten unter der Wolkendecke hat sich die grundlegende Zelda-Formel nicht groß verändert. Ihr folgt immer noch einer bestimmten Spur und löst Rätsel um schließlich in die Dungeons selbst vorzustoßen. Auch hier hat sich nicht viel verändert. Ihr bekämpft Monster, löst Rätsel und findet Schätze um schließlich zum Bossgegner vorzudringen.
Noch bevor unser Held zum ersten Mal die grüne Mütze aufsetzt und ein Schwert in die Hand nimmt, werden wir in die größte Neuerung in Sachen Bewegung eingeweiht: Die Ausdaueranzeige. Link kann immer noch in seinem normalen Tempo laufen, aber auf Knopfdruck auch lossprinten. Das saugt aber an einer kleinen grünen Anzeige. Ist die leer, ist Link für einige Sekunden völlig außer Puste und verwundbar.
Auch die altbekannte Wirbelattacke raubt euch euren Atem. Ebenso das Verschieben und Tragen von schweren Objekten und das Klettern an Ranken und Felskanten. Geht Link hier die Puste aus verliert er den Halt und stürzt in die Tiefe.
Ich mag diese Idee. In viel zu vielen Spielen kann der Held endlos sprinten, klettern und kraxeln ohne jemals außer Atem zu sein. Es macht die Welt und unseren Helden einen kleinen Tick glaubhafter.
Von Anfang an war die Wii für Schwertkampfspiele prädestiniert. Deswegen war es auch so schade, dass erst das Add-On Wii Motion Plus das Konzept erst wirklich ermöglichte und nur Ubisofts Red Steel 2 ein ernsthaftes Actionspiel daraus machte. Skyward Sword benutzt ebenfalls Wii Motion Plus und die Bewegungssteuerung ist der zentrale Dreh- und Angelpunkt in der Benutzung von fast jedem Item und jeder Waffe, allem vorran natürlich Links Schwert.

Wie in Red Steel 2 wird die Position eures Schwerts zwar sehr gut ins Spiel übernommen, eure Schläge werden aber nur in insgesamt acht Richtungen übernommen, zusätzlich könnt ihr das Schwert noch nach vorne stoßen. Fast jeder Gegner muss mit bestimmten Schlägen besiegt werden. Spinnen werden mit einem Stoß in den Bauch bekämpft, wenn sie noch an ihrem Faden von der Decke hängen oder mit einem Streich von unten nach oben auf den Rücken geworfen. Die Laserstrahlen verschießenden Beamos-Statuen müssen mit horizontalen Hieben auf Augenhöhe gestutzt werden, damit man sie direkt ins Auge treffen kann. Am häufigsten werdet ihr allerdings gegen verschiedene humanoide Gegner kämpfen, die mit Keulen, Schwertern oder ähnlichem bewaffnet sind. Hier gilt es die Gegner im richtigen Winkel zu treffen um ihre Deckung zu umgehen. Blockt ein Bokoblin mit seiner Keule nach rechts außen müsst ihr ihn mit einem horizontalem Hieb von links treffen usw.

Wie auch schon in Red Steel 2 sind die Kämpfe einfach unheimlich befriedigend. Es ist vielleicht nicht so präzise und elegant wie Batmans durch Tasten gesteuerte Knochenbrecher-Choreographie in Arkham City, aber es ist einfach ein ganz besonderes Gefühl, die Hiebe selber zu verteilen und nicht nur auf Knöpfen rumzuhämmern. Wildes Gefuchtel bringt euch übrigens nicht weiter. Manche Gegner reagieren sofort, wenn ihr euch durch einen versemmelten Schlag eine Blöße gebt.
Perfekt ist das ganze aber nicht. Gerade Stiche misslingen mir immer wieder mal, was doof ist, weil es einer der wichtigsten Moves ist, der einem zur Verfügung steht.
Das ist übrigens noch nicht alles. Schüttelt ihr den Nunchuk wechselt Link in eine Verteidigungsstellung um mit dem richtigen Timing seinen Gegner sogar zu betäuben. Aber aufgepasst: Überansprucht ihr euer Schild, geht er noch kaputt.
Das Schwert ist natürlich nicht das einzige Item, dass ihr mit der WiiMote einsetzt. Bomben können z.B. entweder in einem hohen Bogen geworfen oder wie eine Bowlingkugel gerollt werden, um in Löchern versteckte Monster auszuräuchern. Dann gibt es da natürlich noch den Bogen, der wie in Wii Sports Resort durch eine Bewegung mit dem Nunchuck gespannt wird.
Neu im Arsenal ist ein mechanischer Käfer, den ihr ähnlich wie das Flugzeug in Wii Sports Resort steuert und der im Prinzip wie der fernsteuerbare Baterang in Arkham City funktioniert. Ihr lenkt ihn durch enge Passagen um schwer erreichbare Schalter zu treffen. Was der Baterang im Vergleich zum Käfer aber nicht kann, ist eine Bombenpflanze pflücken und die auf einen Gegner fallen lassen.
Wie schon bei den DS-Zeldas nutzt Skyward Sword die Features der Konsole bei jeder Gelegenheit. Ihr nutzt die WiiMote um auf einem Seil zu balancieren, dreht Schlüsselsteine in die richtige Position und fangt Käfer mit einem Netz.
Auch euer Vogel in der Himmelswelt wird mit der WiiMote gesteuert. Im Steilflug nehmt ihr an Geschwindigkeit zu wenn der Controller nach unten zeigt, bewegt ihr sie in rythmischen Bewegungen nach oben und euer Vogel flattert um Höhe zu gewinnen.
Lauter kleine Spielereien, die vielleicht nicht immer super präzise funktionieren, aber trotzdem Spaß machen. Bewegungssteuerung in Videospielen ist halt immer ein Fluch und Segen zugleich. Auf der einen Seite ist es ein deutlicher Unterschied, wenn man ein Schwert selber schwingt oder eine Bombe selber wirft. Aber es ist halt nie so perfekt präzise wie die Steuerung mit einem Gamepad. Skyward Sword ist auf jeden Fall alles andere als das übliche Wii-Geschüttel.
Leider passierte es mir dann doch ab und zu, dass Link auf dem Bildschirm nicht wirklich das gemacht hat, was er machen sollte. Entweder ich halte die Fernbedienung falsch, oder habe Wii Motion Plus mit irgendeiner Bewegung überfordert. Bei den Items mit denen man irgendwo in die Luft ziehen muss ist das nicht weiter tragisch, da die Steuerung per Knopfdruck wieder in ihre Ausgangsposition gebracht wird. Aber gerade beim Käfer fangen, wo es wirklich auf Sekundenbruchteile ankommt, kann es schon etwas frustrierend sein.
Trotz kleinerer Aussetzer ist Skyward Sword, zusammen mit Red Steel 2, wirklich das beste Motion Control Spiel, was ich je gespielt habe. Fast schon schade, dass wir sowas auf der Wii U vermutlich weniger sehen werden.
Irgendjemand hat da wohl Skyward Sword mit Skyrim verwechselt, denn in Links neuestem Abenteuer finden sich einige Elemente, die ich eher in einem westlichen Rollenspiel und nicht in einem östlichen Action-Adventure erwartet hätte. Das fängt damit an, dass ihr die Wahl zwischen mehreren Schilden habt, die verschiedene Eigenschaften haben. Das Metalschild z.B. verbrennt nicht durch Feuer, schützt euch aber nicht vor elektrischen Attacken. Theoretisch könnt ihr mehrere Schilde mit euch herumtragen, aber die brauchen genauso wie zusätzliche Bombentaschen, Munitionbeutel, magische Amulette und auch die Flaschen in denen in ihr Tränke und Feen verstaut einen extra Platz in eurer Abenteurertasche. Zwar könnt ihr von fast überall in der Welt recht schnell zurück nach Skyloft, aber so macht das Vorbereiten auf die nächste Erkundungstour unter den Wolken viel mehr Spaß. Hmmm... zurück ins Gebirge? Da pack ich besser noch eine zusätzliche Bombentasche ein.
Ein Element welches aus den DS-Zeldas wiederkehrt ist, dass ihr Unmengen an kleineren Schätzen von Gegnern und aus Truhen bekommt. Juwelen, Fossilien, Federn, Schmuck, Erze, und mehr. Zusätzlich könnt ihr Käfer sammeln. Die können dann entweder für ein wenig Taschengeld an bestimmte Charaktere in Skyloft verkauft werden, oder aber, ihr benutzt sie um eure Ausrüstung aufzuleveln. Mit den richtigen Käfern könnt ihr einem roten Trank nochmal einen kleinen Schub verpassen, dass er statt nur 8 Herzen eure gesamte Energieleiste auffüllt. Und mit dem richtigen Material kann der Schmied auf dem Basar euer Schild verstärken, dass es mehr Hiebe einstecken kann bevor es zerbricht.
Es ist einfach so viel cooler und stylischer und epischer. Anstatt ein Schild, dass sich im Laufe der Handlung einfach verbessert, oder ein spezielles Schild mit dem ihr Rätsel lösen könnt, gibt es jetzt verschiedene Schilde. Und die können kaputt gehen. Aber sie gehen weniger schnell kaputt, wenn ihr sie verstärkt. Dadurch bekommt das ganze Abenteuer nochmal ein Bisschen mehr Tiefe und ich hoffe, dass zukünftige Zelda-Teile mehr in dieser Richtung machen werden.
Nintendo, ich habe absolut kein Problem damit, dass Link nach 25 Jahren immer noch ein mehr oder weniger stummer Protagonist ist. Es gibt Spiele die scheitern an einem stummen Protagonisten *hustFable2hust*, aber Zelda gehört nicht dazu. Aber es gibt manche Dinge, an denen sollte man nach all diesen Jahren einfach nicht mehr festhalten: NPCs ohne Sprachausgabe die nur in Textkästchen reden. Von all den Dingen die ich an dem gesamten Franchise und an diesem Spiel speziell liebe, es gibt einfach keinen guten Grund, warum The Legend of Zelda immer noch keine Sprachausgabe mehr hat. Die Charaktere haben wie in jedem Konsolenteil seit Ocarina of Time kleine Ausrufe, Lacher o.ä., aber wenn es zu den Dialogen kommt, muss ich mich immer noch durch Textkästchen klicken. Ey, Nintendo, das kann doch echt nicht sein! Super Mario Sunshine hatte vertonte Zwischensequenzen. Warum nicht Zelda?
So sehr mir das auch auf die Nerven geht, muss man die andere, positive Seite der Medaille betrachten: Noch nie war Links Welt so lebendig. Natürlich gibt es immer noch einige Schnitzer, wie zum Beispiel NPCs die ca. 80% des Spiels die selben Sätze zu sagen haben. Aber immer häufiger kommt ihr nicht drum herum, euch darüber zu freuen wie das Spiel von kleinen Details profitiert. Da wären zum Beispiel die Händler, die beleidigt sind, wenn ihr ihre Waren nur anseht, aber nichts kauft. Der Gemischtwarenhändler z.B. lässt enttäuscht die Schultern fallen, wenn ihr seinen Laden verlasst.
Besonders gelobt werden muss die exzellente Mimik der Comicfiguren. Link steht die Entschlossenheit ins Gesicht geschrieben, wenn er die Stufen in einen neuen Tempel hinabschreitet. Aber ebenso die Angst, wenn ihn der neue Schurke Ghirahim überraschend von hinten erwischt. Es ist auch eben diese Mimik, durch die die Beziehung zwischen Link und Zelda so glaubhaft rüber kommt, aber auch Comic-Relief Wiedersacher Groose profitiert unheimlich davon.
Auch der Rest des Spiels kann sich wirklich sehen lassen: Strahlende Farben und tolles Charakter-, Level- und Monsterdesign machen Skyward Sword zu einem wahren Augenschmaus. Natürlich gibt es wie in jedem Zelda ein paar Kreaturen und Charaktere, die einfach großartig aussehen und ein paar bei denen man sich fragt, was die Designer dieses mal geraucht haben. (Ich sag nur Tingle) Die Bokogoblins sind jetzt wieder mehr cartoonig wie in Wind Waker und weniger Dark Fantasy wie in Twilight Princess, was aber überhaupt nicht stört. Ein paar der kleineren Viecher, wie die Kikwis, zeigen dann aber, dass man es mit dem Zeichentrickflair auch übertreiben kann.
Jede neue Mechanik in Skyward Sword, wie die Ausdauer-Anzeige, der begrenzte Stauraum und die Item-Upgrades, ist eine hervorragende Ergänzung zum altbekannten Zelda-Gameplay und verfeinern und erweitern das System.
Die Geschichte ist emotionaler als je zuvor, denn durch das Skript und die tolle Mimik der Charaktere sind die Charaktere einfach viel glaubhafter und lebendiger. Leider hat nicht jeder Charakter die Aufmerksamkeit bekommen die den Hauptfiguren zu teil wurde und die fehlende Sprachausgabe wirkt heutzutage einfach lächerlich.
Die Kämpfe, auch wenn die eigenen Bewegungen nicht immer perfekt übertragen werden, sind einfach unheimlich befriedigend. Du willst was von mir, Riesenskorpion? BAM! Schwert ins Auge. HA!
Was soll man da noch groß sagen: Skyward Sword ist immer noch The Legend of Zelda und das durch und durch. Es ist immer noch ein grünbemützer Kerl mit spitzen Ohren der sich durch Tempel voller Monster und Rätsel kämpft. Es hat sich einiges verändert, und das eigentlich in jedem Punkt zum Guten, aber die Serie bleibt ihren Wurzeln treu.
Ob es das beste Zelda ever ist? Vielleicht. Da bin ich mir noch nicht ganz sicher.
Ladies and Gentlemen, liebe Kokiri: The Legend of Zelda: Skyward Sword!
Junge Liebe
Unsere Geschichte beginnt hoch oben über den Wolken. Soweit es die Bewohner der Himmelsstadt Skyloft wissen, sind sie die letzten Überlebenden einer Welt die von bösen Mächten zerstört wurde. Vor langer Zeit hob die Göttin eine Insel in den Himmel, auf der eine kleine Gemeinde seit Generationen in Frieden lebt.
Hier lebt Link und seine Sandkastenfreundin Zelda. Als die beiden eines Tages auf ihren Vögeln durch die Wolken reiten, wird Zelda von einem schweren Sturm erfasst und in die Tiefe gerissen. Nun muss Link die Welt unter der Wolkendecke erforschen und seine Freundin wieder finden.
Link wird von seinen Schulkameraden gepiesackt. Die Ähnlichkeit mit einem gewissen Gerudo ist sicher rein zufällig.
Von Wolken und Wäldern
Sag mir nie wie meine Chancen stehen
Erneut steht Link ein Helfer mit Rat und Tat zur Seite. Nach Navi, Tatl, der Minish Cap und Midna übernimmt diese Rolle nun Fi, der Geist der Links Schwert innewohnt. Und wie ihre Vorgänger, erklärt sie meistens mehr als nötig ist.Fi wurde von der Göttin geschaffen und hat eine sehr analytische, fast schon computerartige Persönlichkeit. Sie spricht von “Lokalisieren” und berechnet Chancen in Prozent. Das ist aber nicht der einzige Punkt an dem Skyward Sword mit Science-Fiction Elementen spielt. Eine technologisch hochentwickelte Zivilisation ist die Basis für eines der interessantesten Zelda-Dungeons seit Langem.
Durchstößt man zum ersten Mal die Wolkendecke finden sich Serien-Veteranen in mehr als einer Hinsicht auf vertrautem Terrain wieder: Ihr durchquert eine Oberwelt auf der Suche nach dem jeweiligen Dungeon um dort ein wichtiges Item und den nächsten Teil des großen McGuffins zu finden..
Skyloft dient dabei, ähnlich wie Unruh-Stadt in Majora’s Mask als der zentrale Anlaufpunkt für alles was ihr für euer Abenteuer benötigt. Hier könnt ihr Waffen und Tränke kaufen, erhaltet Sidequests von den Bewohnern und öffnet Tore in neue Bereiche der Oberfläche. Da ihr von jedem der großzügig verteilten Speicherpunkte wieder in den Himmel aufsteigen könnt, könnt ihr eure Ausrüstung jederzeit den Herrausforderungen anpassen.
In den Wäldern, Gebirgen und Wüsten unter der Wolkendecke hat sich die grundlegende Zelda-Formel nicht groß verändert. Ihr folgt immer noch einer bestimmten Spur und löst Rätsel um schließlich in die Dungeons selbst vorzustoßen. Auch hier hat sich nicht viel verändert. Ihr bekämpft Monster, löst Rätsel und findet Schätze um schließlich zum Bossgegner vorzudringen.
Ich kann nicht mehr
Noch bevor unser Held zum ersten Mal die grüne Mütze aufsetzt und ein Schwert in die Hand nimmt, werden wir in die größte Neuerung in Sachen Bewegung eingeweiht: Die Ausdaueranzeige. Link kann immer noch in seinem normalen Tempo laufen, aber auf Knopfdruck auch lossprinten. Das saugt aber an einer kleinen grünen Anzeige. Ist die leer, ist Link für einige Sekunden völlig außer Puste und verwundbar.
Auch die altbekannte Wirbelattacke raubt euch euren Atem. Ebenso das Verschieben und Tragen von schweren Objekten und das Klettern an Ranken und Felskanten. Geht Link hier die Puste aus verliert er den Halt und stürzt in die Tiefe.
Ich mag diese Idee. In viel zu vielen Spielen kann der Held endlos sprinten, klettern und kraxeln ohne jemals außer Atem zu sein. Es macht die Welt und unseren Helden einen kleinen Tick glaubhafter.
Die by the Skyward Sword
Von Anfang an war die Wii für Schwertkampfspiele prädestiniert. Deswegen war es auch so schade, dass erst das Add-On Wii Motion Plus das Konzept erst wirklich ermöglichte und nur Ubisofts Red Steel 2 ein ernsthaftes Actionspiel daraus machte. Skyward Sword benutzt ebenfalls Wii Motion Plus und die Bewegungssteuerung ist der zentrale Dreh- und Angelpunkt in der Benutzung von fast jedem Item und jeder Waffe, allem vorran natürlich Links Schwert.
Wie in Red Steel 2 wird die Position eures Schwerts zwar sehr gut ins Spiel übernommen, eure Schläge werden aber nur in insgesamt acht Richtungen übernommen, zusätzlich könnt ihr das Schwert noch nach vorne stoßen. Fast jeder Gegner muss mit bestimmten Schlägen besiegt werden. Spinnen werden mit einem Stoß in den Bauch bekämpft, wenn sie noch an ihrem Faden von der Decke hängen oder mit einem Streich von unten nach oben auf den Rücken geworfen. Die Laserstrahlen verschießenden Beamos-Statuen müssen mit horizontalen Hieben auf Augenhöhe gestutzt werden, damit man sie direkt ins Auge treffen kann. Am häufigsten werdet ihr allerdings gegen verschiedene humanoide Gegner kämpfen, die mit Keulen, Schwertern oder ähnlichem bewaffnet sind. Hier gilt es die Gegner im richtigen Winkel zu treffen um ihre Deckung zu umgehen. Blockt ein Bokoblin mit seiner Keule nach rechts außen müsst ihr ihn mit einem horizontalem Hieb von links treffen usw.
Wie auch schon in Red Steel 2 sind die Kämpfe einfach unheimlich befriedigend. Es ist vielleicht nicht so präzise und elegant wie Batmans durch Tasten gesteuerte Knochenbrecher-Choreographie in Arkham City, aber es ist einfach ein ganz besonderes Gefühl, die Hiebe selber zu verteilen und nicht nur auf Knöpfen rumzuhämmern. Wildes Gefuchtel bringt euch übrigens nicht weiter. Manche Gegner reagieren sofort, wenn ihr euch durch einen versemmelten Schlag eine Blöße gebt.
Perfekt ist das ganze aber nicht. Gerade Stiche misslingen mir immer wieder mal, was doof ist, weil es einer der wichtigsten Moves ist, der einem zur Verfügung steht.
Das ist übrigens noch nicht alles. Schüttelt ihr den Nunchuk wechselt Link in eine Verteidigungsstellung um mit dem richtigen Timing seinen Gegner sogar zu betäuben. Aber aufgepasst: Überansprucht ihr euer Schild, geht er noch kaputt.
Motion Control für alle(s)!
Das Schwert ist natürlich nicht das einzige Item, dass ihr mit der WiiMote einsetzt. Bomben können z.B. entweder in einem hohen Bogen geworfen oder wie eine Bowlingkugel gerollt werden, um in Löchern versteckte Monster auszuräuchern. Dann gibt es da natürlich noch den Bogen, der wie in Wii Sports Resort durch eine Bewegung mit dem Nunchuck gespannt wird.
Neu im Arsenal ist ein mechanischer Käfer, den ihr ähnlich wie das Flugzeug in Wii Sports Resort steuert und der im Prinzip wie der fernsteuerbare Baterang in Arkham City funktioniert. Ihr lenkt ihn durch enge Passagen um schwer erreichbare Schalter zu treffen. Was der Baterang im Vergleich zum Käfer aber nicht kann, ist eine Bombenpflanze pflücken und die auf einen Gegner fallen lassen.
Wie schon bei den DS-Zeldas nutzt Skyward Sword die Features der Konsole bei jeder Gelegenheit. Ihr nutzt die WiiMote um auf einem Seil zu balancieren, dreht Schlüsselsteine in die richtige Position und fangt Käfer mit einem Netz.
Auch euer Vogel in der Himmelswelt wird mit der WiiMote gesteuert. Im Steilflug nehmt ihr an Geschwindigkeit zu wenn der Controller nach unten zeigt, bewegt ihr sie in rythmischen Bewegungen nach oben und euer Vogel flattert um Höhe zu gewinnen.
Lauter kleine Spielereien, die vielleicht nicht immer super präzise funktionieren, aber trotzdem Spaß machen. Bewegungssteuerung in Videospielen ist halt immer ein Fluch und Segen zugleich. Auf der einen Seite ist es ein deutlicher Unterschied, wenn man ein Schwert selber schwingt oder eine Bombe selber wirft. Aber es ist halt nie so perfekt präzise wie die Steuerung mit einem Gamepad. Skyward Sword ist auf jeden Fall alles andere als das übliche Wii-Geschüttel.
Leider passierte es mir dann doch ab und zu, dass Link auf dem Bildschirm nicht wirklich das gemacht hat, was er machen sollte. Entweder ich halte die Fernbedienung falsch, oder habe Wii Motion Plus mit irgendeiner Bewegung überfordert. Bei den Items mit denen man irgendwo in die Luft ziehen muss ist das nicht weiter tragisch, da die Steuerung per Knopfdruck wieder in ihre Ausgangsposition gebracht wird. Aber gerade beim Käfer fangen, wo es wirklich auf Sekundenbruchteile ankommt, kann es schon etwas frustrierend sein.
Trotz kleinerer Aussetzer ist Skyward Sword, zusammen mit Red Steel 2, wirklich das beste Motion Control Spiel, was ich je gespielt habe. Fast schon schade, dass wir sowas auf der Wii U vermutlich weniger sehen werden.
Zelda als RPG?
Irgendjemand hat da wohl Skyward Sword mit Skyrim verwechselt, denn in Links neuestem Abenteuer finden sich einige Elemente, die ich eher in einem westlichen Rollenspiel und nicht in einem östlichen Action-Adventure erwartet hätte. Das fängt damit an, dass ihr die Wahl zwischen mehreren Schilden habt, die verschiedene Eigenschaften haben. Das Metalschild z.B. verbrennt nicht durch Feuer, schützt euch aber nicht vor elektrischen Attacken. Theoretisch könnt ihr mehrere Schilde mit euch herumtragen, aber die brauchen genauso wie zusätzliche Bombentaschen, Munitionbeutel, magische Amulette und auch die Flaschen in denen in ihr Tränke und Feen verstaut einen extra Platz in eurer Abenteurertasche. Zwar könnt ihr von fast überall in der Welt recht schnell zurück nach Skyloft, aber so macht das Vorbereiten auf die nächste Erkundungstour unter den Wolken viel mehr Spaß. Hmmm... zurück ins Gebirge? Da pack ich besser noch eine zusätzliche Bombentasche ein.
Ein Element welches aus den DS-Zeldas wiederkehrt ist, dass ihr Unmengen an kleineren Schätzen von Gegnern und aus Truhen bekommt. Juwelen, Fossilien, Federn, Schmuck, Erze, und mehr. Zusätzlich könnt ihr Käfer sammeln. Die können dann entweder für ein wenig Taschengeld an bestimmte Charaktere in Skyloft verkauft werden, oder aber, ihr benutzt sie um eure Ausrüstung aufzuleveln. Mit den richtigen Käfern könnt ihr einem roten Trank nochmal einen kleinen Schub verpassen, dass er statt nur 8 Herzen eure gesamte Energieleiste auffüllt. Und mit dem richtigen Material kann der Schmied auf dem Basar euer Schild verstärken, dass es mehr Hiebe einstecken kann bevor es zerbricht.
Es ist einfach so viel cooler und stylischer und epischer. Anstatt ein Schild, dass sich im Laufe der Handlung einfach verbessert, oder ein spezielles Schild mit dem ihr Rätsel lösen könnt, gibt es jetzt verschiedene Schilde. Und die können kaputt gehen. Aber sie gehen weniger schnell kaputt, wenn ihr sie verstärkt. Dadurch bekommt das ganze Abenteuer nochmal ein Bisschen mehr Tiefe und ich hoffe, dass zukünftige Zelda-Teile mehr in dieser Richtung machen werden.
Alte Schwächen und neue Stärken - Die Präsentation
Nintendo, ich habe absolut kein Problem damit, dass Link nach 25 Jahren immer noch ein mehr oder weniger stummer Protagonist ist. Es gibt Spiele die scheitern an einem stummen Protagonisten *hustFable2hust*, aber Zelda gehört nicht dazu. Aber es gibt manche Dinge, an denen sollte man nach all diesen Jahren einfach nicht mehr festhalten: NPCs ohne Sprachausgabe die nur in Textkästchen reden. Von all den Dingen die ich an dem gesamten Franchise und an diesem Spiel speziell liebe, es gibt einfach keinen guten Grund, warum The Legend of Zelda immer noch keine Sprachausgabe mehr hat. Die Charaktere haben wie in jedem Konsolenteil seit Ocarina of Time kleine Ausrufe, Lacher o.ä., aber wenn es zu den Dialogen kommt, muss ich mich immer noch durch Textkästchen klicken. Ey, Nintendo, das kann doch echt nicht sein! Super Mario Sunshine hatte vertonte Zwischensequenzen. Warum nicht Zelda?
So sehr mir das auch auf die Nerven geht, muss man die andere, positive Seite der Medaille betrachten: Noch nie war Links Welt so lebendig. Natürlich gibt es immer noch einige Schnitzer, wie zum Beispiel NPCs die ca. 80% des Spiels die selben Sätze zu sagen haben. Aber immer häufiger kommt ihr nicht drum herum, euch darüber zu freuen wie das Spiel von kleinen Details profitiert. Da wären zum Beispiel die Händler, die beleidigt sind, wenn ihr ihre Waren nur anseht, aber nichts kauft. Der Gemischtwarenhändler z.B. lässt enttäuscht die Schultern fallen, wenn ihr seinen Laden verlasst.
Besonders gelobt werden muss die exzellente Mimik der Comicfiguren. Link steht die Entschlossenheit ins Gesicht geschrieben, wenn er die Stufen in einen neuen Tempel hinabschreitet. Aber ebenso die Angst, wenn ihn der neue Schurke Ghirahim überraschend von hinten erwischt. Es ist auch eben diese Mimik, durch die die Beziehung zwischen Link und Zelda so glaubhaft rüber kommt, aber auch Comic-Relief Wiedersacher Groose profitiert unheimlich davon.
Auch der Rest des Spiels kann sich wirklich sehen lassen: Strahlende Farben und tolles Charakter-, Level- und Monsterdesign machen Skyward Sword zu einem wahren Augenschmaus. Natürlich gibt es wie in jedem Zelda ein paar Kreaturen und Charaktere, die einfach großartig aussehen und ein paar bei denen man sich fragt, was die Designer dieses mal geraucht haben. (Ich sag nur Tingle) Die Bokogoblins sind jetzt wieder mehr cartoonig wie in Wind Waker und weniger Dark Fantasy wie in Twilight Princess, was aber überhaupt nicht stört. Ein paar der kleineren Viecher, wie die Kikwis, zeigen dann aber, dass man es mit dem Zeichentrickflair auch übertreiben kann.
PRO & CONTRA
- Kämpfe nutzen Motion Control voll aus
- Lebendigere Spielwelt und Charaktere
- Mehr RPG-Elemente wie begrenztes Inventar und Item-Upgrades
- Neue und alte Items profitieren von Motion Control
- Tolle Dungeons
- Keine Sprachausgabe
- Viele NPCs erzählen immer das Selbe
- Unnötig viel Hilfe von Fi
- Steuerung nicht immer perfekt
Auf, auf und davon!
Wie bereits gesagt: The Legend of Zelda: Skyward Sword ist groß, ich habe es zu diesem Zeitpunkt leider noch nicht ganz durchspielen können. Um genau zu sein habe ich 17 Stunden gespielt und gerade mal das dritte von vermutlich sieben oder acht Dungeons hinter mir gelassen. Aber es macht jetzt schon unheimlich viel Spaß!Jede neue Mechanik in Skyward Sword, wie die Ausdauer-Anzeige, der begrenzte Stauraum und die Item-Upgrades, ist eine hervorragende Ergänzung zum altbekannten Zelda-Gameplay und verfeinern und erweitern das System.
Die Geschichte ist emotionaler als je zuvor, denn durch das Skript und die tolle Mimik der Charaktere sind die Charaktere einfach viel glaubhafter und lebendiger. Leider hat nicht jeder Charakter die Aufmerksamkeit bekommen die den Hauptfiguren zu teil wurde und die fehlende Sprachausgabe wirkt heutzutage einfach lächerlich.
Die Kämpfe, auch wenn die eigenen Bewegungen nicht immer perfekt übertragen werden, sind einfach unheimlich befriedigend. Du willst was von mir, Riesenskorpion? BAM! Schwert ins Auge. HA!
Was soll man da noch groß sagen: Skyward Sword ist immer noch The Legend of Zelda und das durch und durch. Es ist immer noch ein grünbemützer Kerl mit spitzen Ohren der sich durch Tempel voller Monster und Rätsel kämpft. Es hat sich einiges verändert, und das eigentlich in jedem Punkt zum Guten, aber die Serie bleibt ihren Wurzeln treu.
Ob es das beste Zelda ever ist? Vielleicht. Da bin ich mir noch nicht ganz sicher.
geschrieben von Green Ninja



