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The Sands of Time war, abhängig davon, wen man fragt, eines der besten Spiele der letzten Konsolengeneration. Leider ging es danach mit der Serie irgendwie bergab. Der neueste Teil: Prince of Persia: Die vergessene Zeit schließt nun direkt an SoT an. Ob es das Zeug hat ein weiterer zeitloser (pun intended) Klassiker zu werden, lest ihr in unserem Test zur HD-Version des Spiels.
Bevor ich zu meinem Test komme, hier ein kurzer Rückblick: 2003 veröffentliche Ubisoft Prince of Persia: The Sands of Time, ein neues Kapitel in einen altbekanntem Franchise. SoT wurde von Kritikern und Fans gleichermaßen geliebt, es war eines der ersten 'Parcour'-Spiele, mit großartigen Plattformelementen, die neu und erfrischend waren, aber trotzdem noch eine Hommage an die alten PoP-Titel war. Aber eigentlich muss ich euch das gar nicht erzählen. Denn Prince of Persia: TFS (kurz für den englischen Titel The Forgotten Sands) ist eh nur für Leute die Sands of Time gespielt haben. Wie, ihr kennt Sands of Time nicht? Dann los, raus da und kaufen! Ich warte so lange.
So. Habt ihr SoT alle gespielt? Gut, dann kanns ja weitergehen.
Die Story spielt einige Zeit nach SoT, aber noch bevor Warrior Within, dem 2. Teil der Sands-Trilogie. Nachdem der Prinz im Alleingang ein Königreich vor einem finsteren Wesir gerettet hat ist alles... genau so wie vorher, da sich außer dem Prinzen niemand an seine Heldentaten erinnert. Er wurde ausgeschickt, um von seinem Bruder Malik zu lernen, wie man ein weiser und gütiger Herrscher wird. Doch dummerweise ist der grade damit beschäftigt seine Stadt vor einer feindlichen Armee zu verteidigen. Als sich die Schlacht zu Gunsten der Invasoren entwickelt, greift der große Bruder des Prinzen zu drastischen Mittel und entfesselt eine mystische Armee, um den Feind in die Schlucht zu schlagen. Die Armee aus Sandmonstern - angeführt von jemandem der verblüffende Ähnlichkeit mit Horny aus Dungeon Keeper hat - ist ihm aber dummerweise nicht freundlich gesonnen. Und jetzt liegt es an euch, mit Hilfe der Dschinn Razia, den Fluch zu brechen und das Land vor der dämonischen Horde zu bewahren.
Alles in allem ist die Story ganz cool. Die Geschichte um den Prinzen und seinen Bruder ist gut erzählt, nur das Ende ist etwas kurz. Allerdings sind weder Malik noch Razia so interessante Nebenfiguren wie Farah aus SoT, somit mangelt es dem Spiel ein wenig an witzigen Dialogen, auch wenn der Prinz selber immer sehr schlagfertig mit der Architektur abrechnet: "Who builds these things?", fragt er sich zurecht, aber dazu komme ich noch. So oder so, es ist ein interessanter neuer Abschnitt in der Geschichte des Prinzen und am Ende hat man das Gefühl, dass die Ereignisse wirklich zur Gesamthandlung der Sands of Time-Reihe beitragen.
Dieses Spiel ist kein simpler Cash-In, sondern ein wichtiges Kapitel in der Geschichte des Prinzen.
Wenn ich mich über etwas an der Story beklagen müsste, dann, dass sie eigentlich öfters auf die Ereignisse in SoT eingehen könnten. Auch wenn sich außer dem Prinzen niemand daran erinnert. Ich vermute mal, das könnte man auch als positiven Aspekt werten, weil das Spiel so auch gut funktioniert, ohne, dass man den Vorgänger gespielt haben muss.
Das ganze wird euch portionsweise in kleineren Zwischensequenzen vorgesetzt, die lange genug sind um die Handlung weiterzuspinnen, aber das Gameplay nicht zu lange unterbrechen. Außerdem sind sie alle in Spielgrafik gehalten, was die ganze Erfahrung wie aus einem Guss wirken lässt.
Das erste Next-Gen Prince of Persia, welches 2008 erschien, war an sich ein nettes Spiel. Wenn man vorher noch nie einen Controller in der Hand hatte. Das Spiel war ein einziges Quicktime Event. Gut, zugegeben, auch TFS weiß immer genau, wann es euch wo haben will, aber das Gameplay ist wesentlich befriedigender. Der Prinz ist eine ziemlich flinke Gestalt (und geschickter, als Jake Gyllenhaal es jemals sein wird). Er kann an Masten schwingen, an Wänden entlang laufen und sein Wandsprung macht schon fast Super Mario Konkurrenz. So bewegt ihr euch durch die Gänge von Maliks Palast, springt über Abgründe und weicht dem äußerst ausgeklügelten Fallensystem aus. Schwingende Schwerter, rotierende Kreissägen und mit Klingen bewehrte Säulen, da sieht der Tempel des Todes alt dagegen aus. Und wenn ihr erstmal so richtig im "Flow" drin seid, macht das Spiel am meisten Spaß. Insgesamt wurde das Platformer-Gameplay gestreamlined. Der Prinz kann nicht mehr von Balken fallen und mit ein paar Ausnahmen verfehlt ihr selten einen Sprung. Auf der anderen Seite wiederum müsst ihr auch immer genau das tun, was das Spiel von euch will, aber es ist nicht ganz so aufdringlich wie im PoP von 2008.
Zusätzlich zu bereits beachtlichen akrobatischen Fähigkeiten erhält der Prinz auch einige magische Kräfte. Die erste ist Veteranen der Serie bereits bekannt: Man kann die Zeit zurückdrehen, um jederzeit einen versauten Sprung rückgängig zu machen, oder euch von den Toten wieder auferstehen zu lassen. Dies ist ein sehr guter Weg, um die frustigeren Elemente eines Platformers zu umgehen und sollte eigentlich in mehr Spielen vorkommen. Leider wird der Sand der Zeit dabei nie erwähnt. Schade eigentlich.
Die anderen beiden Kräfte tragen aber richtig zum Gameplay bei: Da wäre zum einen die Kraft des Wassers. Auf Knopfdruck kann der Prinz für eine begrenzte Zeitspanne alles Wasser in seiner Umgebung einfrieren. So werden aus Wasserfällen Wände an denen man entlanglaufen kann, aus Fontänen werden Klettermasten und man kann an ganzen Säulen aus Wasser entlang klettern. Dies sorgt für ein paar der besten Momente in TFS. Wenn ihr euch durch ein zerstörtes Äquadukt bewegt und das Wasser immer wieder flüssig werden lassen müsst, um durch Wasserfälle durchzuspringen, aber es direkt danach wieder einfrieren zu müssen, damit ihr euch an einem Strahl festhalten könnt... Wow! Das sind die spielerischen Höhepunkte des Spiels.
Und das wird sogar noch besser, wenn das mit der zweiten Kraft des Prinzen, der Erd-Erinnerung kombiniert wird, mit der man immer kleine Abschnitte einer zerstörten Stadt aus dem Nichts erscheinen lassen kann. Und manchmal leiten die dann gleich einen Wasserfall um, den man dann wieder einfrieren muss. Leider ist das Spiel schon fast vorbei, wenn diese Passagen so RICHTIG bösartig (in a good way) werden.
Am besten ihr seht euch dazu ein Video an:
Wenn mich etwas an der Akrobatik im Spiel gestört hat, dann, dass es sich trotzdem die meiste Zeit anfühlt als bewege man sich, naja, durch die Level eines Videospiels. Zum einen ist das Spiel streng linear. Einmal abgesehen von einer Handvoll Secrets habt ihr immer genau einen Weg und die Kamera des Spiels macht euch unmissverständlich klar, in welche Richtung ihr laufen sollt.
Und dann ist da noch die Sache mit der Architektur. Es ist ne Weile her, dass ich Sands of Time gespielt habe, aber in Prince of Persia: The Two Thrones hatte man wirklich den Eindruck man bewegt sich durch echte Orte und kein Level. Zwar gibt es ab und zu unpassierbare Türen, so, dass man das Gefühl hat, der Prinz nimmt einfach nur einen ziemlich komplizierten Umweg, aber es gibt immer wieder Plattformen mit Hebeln drauf und irgendwelche Gänge und Treppen, die man nur erreichen kann, wenn man so wahnsinnig agil wie der Prinz ist und das wirkt einfach sehr seltsam und macht ein wenig die Atmospäre kaputt.
Das Kampfsystem war schon immer so ein bisschen die Achillesferse des Franchises. Die Kämpfe in SoT waren nett, aber eigentlich nur Lückenfüller zwischen den Jump 'n Run Passagen. Warrior Within legte einen zu großen Fokus auf Kämpfe und verlor dabei aus den Augen, was so toll an der Serie war (... wie zum Beispiel, dass es kein düsterer Macho-Scheiß sein soll. Habe ich erwähnt, dass ich Warrior Within nicht mag?). Und über die Kämpfe in PoP 2008 möchte ich gar nicht erst reden (Kleiner Tipp: Drückt X). Die Kämpfe in TFS sind... ganz okay. Ihr schlagt und tretet euch durch große Gegnerhorden und es läuft flüssig und ohne große Schwierigkeiten.
Es gibt zwei entscheidende Erweiterungen zu den Vorgängern: Erstens kann der Prinz nicht blocken und ihr müsst immer in Bewegung bleiben, um nicht getroffen zu werden. Das ist aber relativ einfach. Die zweite Erweiterung sind die verschiedenen Elementarkräfte des Prinzen, die sich mit Erfahrungspunkten aufwerten lassen: Da gibt es den Feuerpfad, der Gegner anzündet, die Eiswelle, die Steinrüstung und den Wirbelwind. Letzterer ist essentiell, vorletzter ist recht praktisch und die anderen zwei habe ich eigentlich nur benutzt, um Achievements zu bekommen.
Alles in Allem laufen die Kämpfe sehr flüssig und machen Spaß, insofern keine Klagen hier.
Hier noch ein neues Feature, das ich in Zukunft in meine Tests einbauen möchte. Nachdem ich neulich einen interessanten Vortrag über Computerspiele besucht habe und wohl einige neue Leser für meinen Blog werben konnte, dachte ich mir ich gehe kurz auf die USK-Freigabe und den Gewaltgrad des Spiels ein. TFS hat von der USK eine 12er Freigabe bekommen und soweit ich das beurteilen kann, geht das völlig in Ordnung. In der ersten halben Stunde des Spiels kämpft man mit einem Schwert gegen ein paar menschliche Gegner, aber danach sind alle Gegner skellettartige Sandmonster. Die werden zwar in Scharen erlegt, zerfallen dabei aber alle zu Staub. Der Fokus liegt wirklich auf dem Parcour-Elementen und die Schwertkämpfe sind nicht wirklich brutal. TFS ist eines der wenigen, richtig soliden Actionspiele mit einer 12er Freigabe auf der Xbox 360 - und vermutlich können auch Kinder unter 12 das Spiel spielen, ohne bleibende Schäden davonzutragen.Die Präsentation ist echt gut gelungen. Das Spiel sieht richtig schick aus, auch wenn das Leveldesign - durch's Setting bedingt - etwas abwechslungsarm ist. Wo auch immer ihr hingeht - es ist halt immer noch ein Palast in der Wüste. Trotzdem, über die Grafik kann ich mich eigentlich nicht beklagen.
Die Musik stammt von Hollywood-Komponist Steve Jablonsky (Transformers) und passt wunderbar zum Look des Spiels, mit leicht orientalischen Klängen, die bei Bedarf auch richtig schön episch sein können. Nur eine kleine Bitte Ubisoft: Wenn ihr das nächste Mal einen Soundtrack gratis veröffentlicht und gratis in GameStops verteilen lässt, dann packt doch nicht den ganzen Soundtrack in einen einzelnen Track. Das ist unpraktisch zum Hören. :)
Die englische Synchronisation ist sehr solide, besonders gefallen hat mir, dass Ubisoft wieder den Sprecher des Prinzen aus SoT und The Two Thrones, Yuri Lowenthal, engagiert hat. Seine bissigen Kommentare werden euch das ganze Spiel über begleiten, es macht Spaß ihm zuzuhören und lockert das Ganze etwas auf. Auch die drei anderen Sprecher machen ihre Sache recht gut.
Die deutsche Synchronisation dagegen.... lasst es mich so sagen. Ich habe für diesen Test das Spiel 10 Minuten mit der deutschen Sprachausgabe gespielt. Ich glaube so langsam, dass es in Deutschland einfach keine guten Synchronsprecher für Videospiele gibt. Der Prinz klingt echt scheiße. Punkt.
Und dann wären da noch die Bugs: Sorry Ubi, das muss erwähnt werden. Ich habe glücklicherweise nicht den Bug ausgelöst, der mich zwingt, das Spiel neu zu starten, dafür hat das Spiel aber 4 oder 5 mal vergessen, dass ich mir bereits Erfahrungspunkte verdient hatte. Inzwischen gibt es für das Spiel ein Update auf Xbox Live, ich konnte noch nicht herrausfinden, ob damit die Bugs behoben wurden.
Prince of Persia: Die vergessene Zeit ist richtig gut. Um genau zu sein ist sogar fast so gut wie Sands of Time. Das Akrobatik-Gameplay funktioniert richtig gut und die Kämpfe sind spannender. Die Story ist solide und ist eine sinnvolle Erweiterung zur Sands-Trilogie, wenn auch nicht ganz so schön, wie die im Vorgänger. Die (englische) Sprachausgabe ist gut, die Musik ist toll und das ganze Spiel sieht echt schick aus. Wenn ich mich über etwas beschweren müsste, dann darüber, dass das Spiel zu linear und zu schnell vorbei ist (aber eigentlich waren das die anderen Prince of Persia-Teile auch) und, dass die Endsequenz etwas enttäuscht. In gewisser Weise hat mir TFS so ein bisschen die nostalgischen Erinnerungen an Sands of Time kaputt gemacht, weil es einige Fehler des Vorgängers wiederholt, die mir früher gar nicht so sehr aufgefallen sind.
Es ist schon seltsam: Dieses Spiel macht eigentlich so viele Dinge richtig aber irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass es noch viel besser sein könnte. Trotzdem kann ich das Spiel jedem empfehlen, dem immer noch ganz warm ums Herz wird, wenn er an Sands of Time denkt, oder der mal wieder nur ein schönes, spaßiges, wenn auch zu lineares, Videospiel einfach nur genießen möchte.
Getestet wurde die Xbox 360 Version des Spiels.
Wie alles begann...
Bevor ich zu meinem Test komme, hier ein kurzer Rückblick: 2003 veröffentliche Ubisoft Prince of Persia: The Sands of Time, ein neues Kapitel in einen altbekanntem Franchise. SoT wurde von Kritikern und Fans gleichermaßen geliebt, es war eines der ersten 'Parcour'-Spiele, mit großartigen Plattformelementen, die neu und erfrischend waren, aber trotzdem noch eine Hommage an die alten PoP-Titel war. Aber eigentlich muss ich euch das gar nicht erzählen. Denn Prince of Persia: TFS (kurz für den englischen Titel The Forgotten Sands) ist eh nur für Leute die Sands of Time gespielt haben. Wie, ihr kennt Sands of Time nicht? Dann los, raus da und kaufen! Ich warte so lange.
So. Habt ihr SoT alle gespielt? Gut, dann kanns ja weitergehen.
Why does it always have to be Sand?
Die Story spielt einige Zeit nach SoT, aber noch bevor Warrior Within, dem 2. Teil der Sands-Trilogie. Nachdem der Prinz im Alleingang ein Königreich vor einem finsteren Wesir gerettet hat ist alles... genau so wie vorher, da sich außer dem Prinzen niemand an seine Heldentaten erinnert. Er wurde ausgeschickt, um von seinem Bruder Malik zu lernen, wie man ein weiser und gütiger Herrscher wird. Doch dummerweise ist der grade damit beschäftigt seine Stadt vor einer feindlichen Armee zu verteidigen. Als sich die Schlacht zu Gunsten der Invasoren entwickelt, greift der große Bruder des Prinzen zu drastischen Mittel und entfesselt eine mystische Armee, um den Feind in die Schlucht zu schlagen. Die Armee aus Sandmonstern - angeführt von jemandem der verblüffende Ähnlichkeit mit Horny aus Dungeon Keeper hat - ist ihm aber dummerweise nicht freundlich gesonnen. Und jetzt liegt es an euch, mit Hilfe der Dschinn Razia, den Fluch zu brechen und das Land vor der dämonischen Horde zu bewahren.
Alles in allem ist die Story ganz cool. Die Geschichte um den Prinzen und seinen Bruder ist gut erzählt, nur das Ende ist etwas kurz. Allerdings sind weder Malik noch Razia so interessante Nebenfiguren wie Farah aus SoT, somit mangelt es dem Spiel ein wenig an witzigen Dialogen, auch wenn der Prinz selber immer sehr schlagfertig mit der Architektur abrechnet: "Who builds these things?", fragt er sich zurecht, aber dazu komme ich noch. So oder so, es ist ein interessanter neuer Abschnitt in der Geschichte des Prinzen und am Ende hat man das Gefühl, dass die Ereignisse wirklich zur Gesamthandlung der Sands of Time-Reihe beitragen.
Dieses Spiel ist kein simpler Cash-In, sondern ein wichtiges Kapitel in der Geschichte des Prinzen.
Wenn ich mich über etwas an der Story beklagen müsste, dann, dass sie eigentlich öfters auf die Ereignisse in SoT eingehen könnten. Auch wenn sich außer dem Prinzen niemand daran erinnert. Ich vermute mal, das könnte man auch als positiven Aspekt werten, weil das Spiel so auch gut funktioniert, ohne, dass man den Vorgänger gespielt haben muss.
Das ganze wird euch portionsweise in kleineren Zwischensequenzen vorgesetzt, die lange genug sind um die Handlung weiterzuspinnen, aber das Gameplay nicht zu lange unterbrechen. Außerdem sind sie alle in Spielgrafik gehalten, was die ganze Erfahrung wie aus einem Guss wirken lässt.
Parcour im alten Persien
Das erste Next-Gen Prince of Persia, welches 2008 erschien, war an sich ein nettes Spiel. Wenn man vorher noch nie einen Controller in der Hand hatte. Das Spiel war ein einziges Quicktime Event. Gut, zugegeben, auch TFS weiß immer genau, wann es euch wo haben will, aber das Gameplay ist wesentlich befriedigender. Der Prinz ist eine ziemlich flinke Gestalt (und geschickter, als Jake Gyllenhaal es jemals sein wird). Er kann an Masten schwingen, an Wänden entlang laufen und sein Wandsprung macht schon fast Super Mario Konkurrenz. So bewegt ihr euch durch die Gänge von Maliks Palast, springt über Abgründe und weicht dem äußerst ausgeklügelten Fallensystem aus. Schwingende Schwerter, rotierende Kreissägen und mit Klingen bewehrte Säulen, da sieht der Tempel des Todes alt dagegen aus. Und wenn ihr erstmal so richtig im "Flow" drin seid, macht das Spiel am meisten Spaß. Insgesamt wurde das Platformer-Gameplay gestreamlined. Der Prinz kann nicht mehr von Balken fallen und mit ein paar Ausnahmen verfehlt ihr selten einen Sprung. Auf der anderen Seite wiederum müsst ihr auch immer genau das tun, was das Spiel von euch will, aber es ist nicht ganz so aufdringlich wie im PoP von 2008.
Zusätzlich zu bereits beachtlichen akrobatischen Fähigkeiten erhält der Prinz auch einige magische Kräfte. Die erste ist Veteranen der Serie bereits bekannt: Man kann die Zeit zurückdrehen, um jederzeit einen versauten Sprung rückgängig zu machen, oder euch von den Toten wieder auferstehen zu lassen. Dies ist ein sehr guter Weg, um die frustigeren Elemente eines Platformers zu umgehen und sollte eigentlich in mehr Spielen vorkommen. Leider wird der Sand der Zeit dabei nie erwähnt. Schade eigentlich.
Die anderen beiden Kräfte tragen aber richtig zum Gameplay bei: Da wäre zum einen die Kraft des Wassers. Auf Knopfdruck kann der Prinz für eine begrenzte Zeitspanne alles Wasser in seiner Umgebung einfrieren. So werden aus Wasserfällen Wände an denen man entlanglaufen kann, aus Fontänen werden Klettermasten und man kann an ganzen Säulen aus Wasser entlang klettern. Dies sorgt für ein paar der besten Momente in TFS. Wenn ihr euch durch ein zerstörtes Äquadukt bewegt und das Wasser immer wieder flüssig werden lassen müsst, um durch Wasserfälle durchzuspringen, aber es direkt danach wieder einfrieren zu müssen, damit ihr euch an einem Strahl festhalten könnt... Wow! Das sind die spielerischen Höhepunkte des Spiels.
Und das wird sogar noch besser, wenn das mit der zweiten Kraft des Prinzen, der Erd-Erinnerung kombiniert wird, mit der man immer kleine Abschnitte einer zerstörten Stadt aus dem Nichts erscheinen lassen kann. Und manchmal leiten die dann gleich einen Wasserfall um, den man dann wieder einfrieren muss. Leider ist das Spiel schon fast vorbei, wenn diese Passagen so RICHTIG bösartig (in a good way) werden.
Am besten ihr seht euch dazu ein Video an:
Wenn mich etwas an der Akrobatik im Spiel gestört hat, dann, dass es sich trotzdem die meiste Zeit anfühlt als bewege man sich, naja, durch die Level eines Videospiels. Zum einen ist das Spiel streng linear. Einmal abgesehen von einer Handvoll Secrets habt ihr immer genau einen Weg und die Kamera des Spiels macht euch unmissverständlich klar, in welche Richtung ihr laufen sollt.
Und dann ist da noch die Sache mit der Architektur. Es ist ne Weile her, dass ich Sands of Time gespielt habe, aber in Prince of Persia: The Two Thrones hatte man wirklich den Eindruck man bewegt sich durch echte Orte und kein Level. Zwar gibt es ab und zu unpassierbare Türen, so, dass man das Gefühl hat, der Prinz nimmt einfach nur einen ziemlich komplizierten Umweg, aber es gibt immer wieder Plattformen mit Hebeln drauf und irgendwelche Gänge und Treppen, die man nur erreichen kann, wenn man so wahnsinnig agil wie der Prinz ist und das wirkt einfach sehr seltsam und macht ein wenig die Atmospäre kaputt.
Der Herr der Elemente
Das Kampfsystem war schon immer so ein bisschen die Achillesferse des Franchises. Die Kämpfe in SoT waren nett, aber eigentlich nur Lückenfüller zwischen den Jump 'n Run Passagen. Warrior Within legte einen zu großen Fokus auf Kämpfe und verlor dabei aus den Augen, was so toll an der Serie war (... wie zum Beispiel, dass es kein düsterer Macho-Scheiß sein soll. Habe ich erwähnt, dass ich Warrior Within nicht mag?). Und über die Kämpfe in PoP 2008 möchte ich gar nicht erst reden (Kleiner Tipp: Drückt X). Die Kämpfe in TFS sind... ganz okay. Ihr schlagt und tretet euch durch große Gegnerhorden und es läuft flüssig und ohne große Schwierigkeiten.
Es gibt zwei entscheidende Erweiterungen zu den Vorgängern: Erstens kann der Prinz nicht blocken und ihr müsst immer in Bewegung bleiben, um nicht getroffen zu werden. Das ist aber relativ einfach. Die zweite Erweiterung sind die verschiedenen Elementarkräfte des Prinzen, die sich mit Erfahrungspunkten aufwerten lassen: Da gibt es den Feuerpfad, der Gegner anzündet, die Eiswelle, die Steinrüstung und den Wirbelwind. Letzterer ist essentiell, vorletzter ist recht praktisch und die anderen zwei habe ich eigentlich nur benutzt, um Achievements zu bekommen.
Alles in Allem laufen die Kämpfe sehr flüssig und machen Spaß, insofern keine Klagen hier.
Sand im Getriebe
Die USK-Bewertung
Hier noch ein neues Feature, das ich in Zukunft in meine Tests einbauen möchte. Nachdem ich neulich einen interessanten Vortrag über Computerspiele besucht habe und wohl einige neue Leser für meinen Blog werben konnte, dachte ich mir ich gehe kurz auf die USK-Freigabe und den Gewaltgrad des Spiels ein. TFS hat von der USK eine 12er Freigabe bekommen und soweit ich das beurteilen kann, geht das völlig in Ordnung. In der ersten halben Stunde des Spiels kämpft man mit einem Schwert gegen ein paar menschliche Gegner, aber danach sind alle Gegner skellettartige Sandmonster. Die werden zwar in Scharen erlegt, zerfallen dabei aber alle zu Staub. Der Fokus liegt wirklich auf dem Parcour-Elementen und die Schwertkämpfe sind nicht wirklich brutal. TFS ist eines der wenigen, richtig soliden Actionspiele mit einer 12er Freigabe auf der Xbox 360 - und vermutlich können auch Kinder unter 12 das Spiel spielen, ohne bleibende Schäden davonzutragen.
Die Musik stammt von Hollywood-Komponist Steve Jablonsky (Transformers) und passt wunderbar zum Look des Spiels, mit leicht orientalischen Klängen, die bei Bedarf auch richtig schön episch sein können. Nur eine kleine Bitte Ubisoft: Wenn ihr das nächste Mal einen Soundtrack gratis veröffentlicht und gratis in GameStops verteilen lässt, dann packt doch nicht den ganzen Soundtrack in einen einzelnen Track. Das ist unpraktisch zum Hören. :)
Die englische Synchronisation ist sehr solide, besonders gefallen hat mir, dass Ubisoft wieder den Sprecher des Prinzen aus SoT und The Two Thrones, Yuri Lowenthal, engagiert hat. Seine bissigen Kommentare werden euch das ganze Spiel über begleiten, es macht Spaß ihm zuzuhören und lockert das Ganze etwas auf. Auch die drei anderen Sprecher machen ihre Sache recht gut.
Die deutsche Synchronisation dagegen.... lasst es mich so sagen. Ich habe für diesen Test das Spiel 10 Minuten mit der deutschen Sprachausgabe gespielt. Ich glaube so langsam, dass es in Deutschland einfach keine guten Synchronsprecher für Videospiele gibt. Der Prinz klingt echt scheiße. Punkt.
Und dann wären da noch die Bugs: Sorry Ubi, das muss erwähnt werden. Ich habe glücklicherweise nicht den Bug ausgelöst, der mich zwingt, das Spiel neu zu starten, dafür hat das Spiel aber 4 oder 5 mal vergessen, dass ich mir bereits Erfahrungspunkte verdient hatte. Inzwischen gibt es für das Spiel ein Update auf Xbox Live, ich konnte noch nicht herrausfinden, ob damit die Bugs behoben wurden.
PRO & CONTRA
- Parcour-Gameplay
- solide Story
- Elementarkräfte
- "Sands of Time"-Kraft
- Zwischensequenzen gut ins Spiel eingebettet
- auch für Leute die "Sands of Time" nicht kennen
- schöne Musik
- tolle Grafik
- zu linear
- furchtbare deutsche Synchronisation
- zu kurz
- Bugs und Glitches
- "Who builds these things?"
Besser als Sands of Time? Fast.
Prince of Persia: Die vergessene Zeit ist richtig gut. Um genau zu sein ist sogar fast so gut wie Sands of Time. Das Akrobatik-Gameplay funktioniert richtig gut und die Kämpfe sind spannender. Die Story ist solide und ist eine sinnvolle Erweiterung zur Sands-Trilogie, wenn auch nicht ganz so schön, wie die im Vorgänger. Die (englische) Sprachausgabe ist gut, die Musik ist toll und das ganze Spiel sieht echt schick aus. Wenn ich mich über etwas beschweren müsste, dann darüber, dass das Spiel zu linear und zu schnell vorbei ist (aber eigentlich waren das die anderen Prince of Persia-Teile auch) und, dass die Endsequenz etwas enttäuscht. In gewisser Weise hat mir TFS so ein bisschen die nostalgischen Erinnerungen an Sands of Time kaputt gemacht, weil es einige Fehler des Vorgängers wiederholt, die mir früher gar nicht so sehr aufgefallen sind.
Es ist schon seltsam: Dieses Spiel macht eigentlich so viele Dinge richtig aber irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass es noch viel besser sein könnte. Trotzdem kann ich das Spiel jedem empfehlen, dem immer noch ganz warm ums Herz wird, wenn er an Sands of Time denkt, oder der mal wieder nur ein schönes, spaßiges, wenn auch zu lineares, Videospiel einfach nur genießen möchte.
Getestet wurde die Xbox 360 Version des Spiels.
geschrieben von Green Ninja
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