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Die Hardware
Fangen wir mal an mit dem Gerät und dessen Verarbeitung. Der 3DS misst 13,5 x 7,5 x 2,5 cm und ist damit so groß wie der normale Nintendo DSi. Oben drauf finden sich 2 Linsen für die 3D-Kamera. Klappt man das ganze auf sieht man erstmal seine eigenes Gesicht, weil die beiden Bildschirme recht stark spiegeln. Die Spiegelung ist unterschiedlich stark, abhängig von den lokalen Lichtverhältnissen, aber ich hatte den Eindruck, dass man besser spielen kann, wenn es nicht zu hell ist.
Der 3DS verfügt über das typische Button-Layout mit A-, B-, X- und Y-Knöpfen, einem Steuerkreuz, 2 Schultertasten und *NEU NEU NEU NEU*
Apropos Größe und gewöhnen, insgesamt ist der 3DS dann doch etwas klein ausgefallen. Ich kann ihn noch ganz gut bedienen, aber ich kenne Gamer mit größeren Pranken und da dürfte es schon Probleme geben. Dafür liegt er ganz gut in der Hand und ist vergleichsweise leicht und man kann ihn ohne Probleme mit nur einer Hand halten.
Bisher sind die Spiele ja nicht so wahnsinnig kompliziert, bei Street Fighter 3D z.B. kann man manche Special Moves ja durch einen simplen Druck auf den Touchscreen auslösen. Es stellt sich aber trotzdem die Frage wie gut man ihn bedienen kann, wenn die Steuerung in einem Spiel komplexer ist als bei z.B. Pilotwings.
Nintendo hat zwar angeblich im Moment keine Pläne für einen größeren oder kleineren 3DS, aber es kann sicher nicht schaden, wenn ihr vor dem Kauf mal einen in die Hand nehmt.
Auf der Rückseite findet sich wie schon beim 3DS ein Touchpen, der lässt sich dieses mal zur einfacheren Benutzung aber sogar ein Stück ausziehen.
Die glänzende schwarze Verkleidung sieht okay aus, zieht aber Fingerabdrücke an wie sonstwas. Auch an der Innenseite werdet ihr oft wischen müssen. Man sollte auf jeden Fall ein Mikrofasertuch für alle Fälle bereit halten. Meistens liegen diese aber eh den diversen, bereits erhältlichen 3DS-Etuis bei.
Das größte Problem bei der Hardware selbst ist der Bildschirm. Einmal abgesehen davon, dass der 3D-Effekt bei starkem Sonnenlicht nicht wirklich funktioniert (dazu später mehr) spiegelt er nämlich sehr stark, wenn ihr unter einer Lichtquelle sitzt. Das fällt dann besonders bei dunkleren Spielen wie z.B. Rayman 3D auf und ich vermute auch mal stark bei Splinter Cell.
Eines der zentralen Probleme am 3DS ist allerdings die Akku-Laufzeit. Ich habe das 3D immer wieder an- und ausgeschaltet, kam aber bisher nicht wirklich über 6 Stunden Spielzeit. Für einen Handheld ist das nicht sondern sinnvoll. Solltet ihr zuhause spielen, kann es nicht schaden von vornherein neben einer Steckdose zu sitzen.
Gespeichert wird übrigens alles auf einer mitgelieferten 2Gig SD-Speicherkarte.
Revenge of the Giant Face
Wenn ihr grade keine Spiele zur Hand habt, ist auf dem 3DS auch ein bisschen Software vorinstalliert, z.B. Face Raiders. Was ist Face Raiders fragt ihr euch? Ein “Augmented Reality”-Game, so wie es schon manche auf dem iPhone gibt. Zuerst macht ihr ein Foto von irgendeinem Gesicht. UND DANN WIRD DIESES GESICHT VERZERRT UND BEKOMMT EINEN HELM AUFGESETZT UND BEGINNT EUCH ZU JAGEN!! RETTE SICH WER KANN!!!
*ähem*
Ja, das ganze sieht dann so aus, dass ihr durch die Kamera des 3DS guckt, und wo auch immer ihr seid, auf einmal von diesen fliegenden Köpfen angegriffen werdet, die ihr dann per Knopfdruck abschießen müsst. Dabei kommen die Viecher nicht nur von vorne sondern auch mal von der Seite von hinten. D.h. wenn ihr dieses Spiel spielt, braucht ihr viel Bewegungsfreiheit, also entweder ihr steht in einem Raum ohne viele Hindernisse, oder ihr setzt euch einfach auf einen Drehstuhl.
Face
Das Spiel verfügt außerdem über eine sehr interessante Gesichtserkennungsfunktion. Theoretisch könnt ihr alles Mögliche fotografieren und euch davon angreifen lassen, egal ob Stofftier, Filmplakat oder Action-Figur. Aber wenn ihr eine Person, oder ein Bild einer Person fotografiert, dann identifiziert das Spiel das Geschlecht und grob das Alter. Das funktioniert allerdings nicht immer perfekt. Aber es wird Asu freuen zu hören, dass ein Foto von ihr tatsächlich als junge Dame erkannt wurde. ;)
Zentrales Problem mit der Rache des Riesengesichts: Wenn ihr mit dem 3DS durch die Luft wirbelt, um angreifende Gesichter in diversen Ecken des Raumes zu treffen, werdet ihr zwangsläufig den 3D-Sweet Spot des Geräts verlieren. :P
AR - wie Realität, nur besser
Ein weiteres Spiel das im 3DS bereits eingebaut ist, nennt sich “Augmented Reality”. Um das zu aktivieren braucht ihr aber erstmal eine kleine Karte mit einem Fragezeichenblock drauf, die mit dem Gerät mitgeliefert wurde. Erkennt der 3DS die Karte, könnt ihr diverse Minispiele starten, und zwar direkt auf eurem Wohnzimmertisch oder wo auch immer ihr die Karten hingelegt habt. Entweder ihr schießt auf Zielscheiben oder angelt mit Hilfe des Motions Sensors im 3DS. Das war bisher übrigens das einzige mal, dass ich den eingebauten Bewegungssensor des Geräts benutzt habe.5 weitere Karten lassen bekannte Nintendo-Figuren vor euren Augen erscheinen.
Aber ich muss gar nicht lange um den heißen Brei herum reden, seht euch einfach die Gallerie an.
Die Karten lassen sich übrigens auch einfach vergrößert ausdrucken und werden immer noch perfekt vom Gerät erkannt. Mittlerweile gibt es sogar T-Shirts, mit der Fragezeichenkarte.
Die “Star Pics” sind im Prinzip einfach nur ein weiteres Gimick. Wenn es nicht in 3D wäre könnte man die Bilder genau so gut mit Photoshop erzeugen. Aber lustig ist es trotzdem irgendwie.
Lächeln!
Dann wäre da noch die Kamera des 3DS. Anscheinend werden auch Digitalkameras nicht vor dem 3D-Trend verschont, aber hey, ich brauch keinen extra 3D-Fotoapparat mehr, ich hab ja ‘nen 3DS. Denkste. Die Auflösung der Kamera ist ziemlich popelig. Eigentlich macht das ja auch nichts, denn solange ihr keinen 3D-fähigen Fernseher oder Bildschirm zuhause habt, könnt ihr die Bilder ja eh nur auf dem Bildschirm des 3DS in ihrer ganzen Pracht bewundern. Zusätzlich wird aber jedes Foto gleichzeitig noch als jpeg gespeichert.
Da der 3DS über kein Blitzlicht verfügt, braucht ihr gutes Licht, am besten Tageslicht, um halbwegs ordentliche Fotos zu machen. Und diese haben dann halt einen Tiefeneffekt. Der ist nett, aber das wars auch schon.
Wer Lust hat, kann die Fotos außerdem noch ein wenig dekorieren. Zum Beispiel mit Seifenblasen oder Ufos.
War das schon alles?
Bei Weitem nicht. Ich muss nur nicht jedes kleine Programm auf diesem Gerät in einem Extra Abschnitt auseinander nehmen. Deswegen gibt es jetzt eine kleine Liste.
- Im Nintendo 3DS Sound-Menü könnt ihr 10-sekündige Sprachsamples aufnehmen und bearbeiten. Außerdem kann er MP3 abspielen, die ihr auf der SD-Karte gespeichert habt.
- Wie auf der Wii könnt ihr mit dem Mii Maker eine eigene Spielfigur erstellen, die ihr dann z.B. in Pilotwings benutzt.
- Im Mii Plaza sammelt ihr Miis per Street Pass (siehe weiter unten) und spielt noch mehr Minispiele.
- Mit Download Play könnt ihr manche Spiele im Mulitplayer spielen, ohne dass ihr dafür ein eigenes Modul braucht. Das funktioniert auch noch mit Nintendo DS-Spielen.
- Im Activity Log wird notiert, wie lange ihr welches Spiel gespielt habt und ein Pedometer zählt die Schritte die ihr gemacht habt während der 3DS an oder auf Standby war. Dadurch sammelt ihr “Play Coins” die ihr z.B. bei den AR-Games gegen neue Spiele eintauschen könnt. Stellt sich die Frage, wie sie in Zukunft noch genutzt werden.
- Ein Internet-Browser ist in Arbeit und wird später als Download angeboten...
- ...ebenso ein Online-Shop in dem man sich alte Nintendo-Spiele runterladen kann, wie auf der Wii Virtual Console
Die dritte Dimension
Okay, hier wird’s interessant. Deswegen gibt es gleich mehrere Meinungen.
Green Ninjas Meinung zum 3D
Ich hab’s schonmal gesagt: Ich komme mit 3D oft nicht klar. Ja, es ist ein nettes Gimmick, wenn ein Bild oder Video räumliche Tiefe hat, aber bei den Spielen die ich bisher gespielt habe empfand ich es meistens als Ablenkung. Bei Pilotwings Resort habe ich es nach einer Weile oft ausgeschaltet, weil es wirklich anstrengend war und ich mich gar nicht richtig auf’s Fliegen konzentrieren konnte. Was ich bisher von Rayman 3D gesehen habe war ebenfalls sehr anstrengend.
Die Technologie dahinter ist zwar echt gut und nach allem was ich von anderen Spielern gehört habe funktioniert der Effekt astrein. Das ist gut zu wissen und ich werde bei zukünftigen 3DS-Kritiken auch weiterhin die 3D-Effekte genauer unter die Lupe nehmen, aber für mich ist es jetzt nicht wirklich das Must-Have-Feature des Geräts.
Ein gewisses Problem lässt sich bei stereoskopischem 3D übrigens nicht vermeiden. Der “Sweet Spot”. Ihr müsst immer einen gewissen Winkel zum Bildschirm haben, um den 3D-Effekt wirklich perfekt wahrnehmen zu können. In der Theorie schön und gut, bei einem Fernsehr ist das sicher ganz interessant, aber für einen Handheld finde ich es sehr unpraktisch. Schon in der Anleitung wird einem gesagt, dass man den 3D-Effekt bei Fahrten oder Flügen doch ausschalten soll, aber selbst wenn man gemütlich zu hause auf der Couch sitzt, bewegt man sich halt doch immer irgendwie beim Spielen. Gerade bei Pilotwings habe ich mich immer wieder dabei ertappt, ein bisschen in den Kurven “mitzugehen”, aber bei sowas verliert man nur den Überblick, solange das 3D eingeschaltet ist.
Mir ist außerdem aufgefallen, dass sich der Stereoskop-Effekt verabschiedet, wenn ihr unter grellem Sonnenschein spielt. Etwas irritierend, aber man kann damit leben.
2. Meinung
Als ich zum ersten Mal den 3DS in meiner Hand hielt und ihn an geschaltet habe war ich sofort begeistert. Mir hat der 3D-Effekt auf Anhieb gefallen. Er bringt einen richtig guten Effekt von Räumlichkeit rüber. Aber als ich dann zum ersten Mal ein Spiel (Pilotwings) auf dem Handheld gespielt habe, musste ich mich erst an den Effekt gewöhnen. Dies geht aber mittlerweile bei mir, nachdem ich den Effekt etwas runter gestellt habe und eine Zeit lang gespielt habe.
Insgesamt gefällt mir der 3DS sehr gut, bis jetzt hat er all meine Erwartungen erfüllt. Anfangs war ich zwar auch etwas vom Preis überrascht aber im Nachhinein lohnt es sich. Mich regt es nur auf, dass bis jetzt immer noch nicht das System-Update zur Verfügung steht mit dem man in den Nintendo-Shop gehen kann.
Fobbo
Gib mir deinen Mii, ich geb dir meinen
Eine der interessantesten Funktionen des 3DS ist der sogenannte Street Pass. In der Theorie funktioniert das so, dass wenn ihr den Handheld auf Standby schaltet und mit euch tagsüber rumtragt, dieser Kontakt mit anderen Geräten in seiner Nähe aufnimmt und so Informationen austauscht, aber nur mit Leuten die nicht schon in eurer Freundesliste drin sind. So sammelt ihr z.B. Miis, die euch bei einem kleinen Rollenspiel helfen oder ihr tauscht Sammelfiguren in Street Fighter aus.
Eigentlich eine wirklich coole Idee, die Frage ist halt, wie vielen anderen 3DS-Besitzern man so tagtäglich über den Weg läuft. Ich musste meine erste Street Pass Begegnung erzwingen. Aber es dürfte sicher lustig werden den Handheld auf so Veranstaltungen wie der GamesCom dabei zu haben.
Pro&Contra
- Sieht schick aus
- relativ leicht
- viele Minispiele und Features
- Grafik mindestens auf Wii-Niveau
- Face Raiders ist recht kurzweilig
- Street Pass ist ein interessantes Konzept
- Geringe Akku-Laufzeit
- ‘nen Tick zu klein
- 3D-Kamera eher enttäuschend
- zu teuer
- mickriges Launch Line-Up
Fazit:
Was kann man also abschließend über den 3DS sagen? Da gäbe es so Einiges: Er sieht gut aus. Er liegt gut in der Hand (wenn man keine zu großen Pfoten hat). Er hat einige interessante Features und Spiele bereits eingebaut. Und mit der angekündigten Internetfunktion und den vielen wirklich tollen Spielen, die uns noch erwarten, ist das Gerät an sich echt voll in Ordnung, auch ohne 3D. Ich möchte jetzt nicht noch mehr Zeit damit vergeuden darauf rum zu hacken, aber für mich ist der Main Selling Point des Handhelds schlicht und ergreifend vernachlässigbar. So lange es kein Spiel gibt, dass den 3D-Effekt wirklich ins Gameplay einbaut oder zumindest massiv davon profitiert, z.B. knackige Jump’n Runs, ist es halt “nur” ein Gimmick.Ihr wollt jetzt vermutlich von mir wissen, ob ihr euch einen 3DS kaufen sollt oder nicht. Und ich stehe vor der schwierigen Entscheidung, euch ein kleines Bisschen anzuflunkern oder Nintendo schon wieder auf den Schlips zu treten
Nein, im Ernst, der Nintendo 3DS ist an sich ein echt gutes Gerät. Die Grafik ist schick, die Technik ist gut und es existiert Potential für ein paar wirklich tolle Spiele. Aber mit 250 Euro ist das Gerät nicht gerade billig. Und das ohne ein vollwertiges Spiel.
Was mich zum zentralem Problem bringt: Das Launch Line-Up. Zugegeben, ich habe bisher erst 3 Spiele aus dem Line-Up gespielt, aber begeistern konnte mich keines davon. Ich will Zelda! Ich will Paper Mario! Irgendwas mit ein bisschen mehr Substanz als Pilotwings Resort. Der 3DS braucht ganz dringend ein paar Must-Have Titel.
Und das war’s eigentlich. Gute Technik, tolle Ideen, hoher Preis, wenig Spiele. Irgendwie ist es einfach noch zu früh den 3DS weiter zu empfehlen. Er ist einfach kein MDK (musst du kaufen).
Aber er könnte es noch werden.
Green Ninja hat Pilotwings durch, Rayman wieder verkauft und spielt jetzt weiter Phoenix Wright bis endlich Ocarina of Time 3D rauskommt.
geschrieben von Green Ninja

