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Marvel Comics dominiert die Kinoleinwand. Nach 2 Iron Man-Filmen und Thor erwartet uns Mitte August endlich auch die Captain America-Verfilmung, alles in Vorbereitung auf The Avengers im Sommer 2012. Und was macht Comic-Konkurrent DC? Die versuchen jetzt mit dem Sci-Fi Epos Green Lantern einen ähnlich großen Wurf. Was die Comic-Verfilmung taugt, lest ihr bei uns.
Der Film beginnt mit ein bisschen Hintergrund zur intergalaktischen Polizeitruppe des Green Lantern Corps, so wie unserem “Big Bad” für diesen Film, dem Monster Parallax. Naja, um genau zu sein ist es mehr als nur ein bisschen. Denn hier macht der Film seinen ersten Fehler: Er überhäuft uns auf einen Schlag mit Infos, anstatt uns nach und nach mit der (sehr ausführlichen) Mythologie der Lanterns vertraut zu machen. Interessant dabei ist, dass diese Methode bei manch anderen Filmen durchaus funktioniert hat, z.B. bei Thor. Dort wurde uns aber erst einmal das Konzept der nordischen Götter näher gebracht und nicht gleich die Entstehungsgeschichte des Oberschurken vorgesetzt.
Unser Held ist Hal Jordan, gespielt von Ryan Reynolds, der den Superhelden ziemlich genau so spielt, wie man es von ihm erwartet. Er ist ein Testpilot der US Air Force und hat, wie jeder Jetpilot der Filmgeschichte, einige Vaterkomplexe. Ohne Scheiß, nicht nur das sich Hals erster und einziger Flug im Film schamlos bei Iron Man bedient (”Wie hast du das Vereisungsproblem gelöst?”), Vergleiche mit Top Gun bzw. Hot Shots sind nicht zu vermeiden.
Aber zurück zu unserem Plot. Der im Sterben liegende Abin Sur, der größte Held des Green Lantern Corps, vermacht Hal seinen Kraftring, die Waffe eines Lanterns, und ernennt ihn so zu seinem Nachfolger. Und ab hier wird alles gaaaaanz komisch.
Kurz zum Hintergrund: Dieser Film hat viel Geld gekostet. Mitten in der Post-Production hat Warner das Budget für den Film nochmal fast verdoppelt und das sind nur die offiziellen Zahlen. Das ist auch wichtig, denn um Oa, den Heimatplaneten der Lanterns, Leben einzuhauchen, brauch man mehr CGI als in den 3 Star Wars Prequels zusammen. Und es sieht trotzdem nicht gut aus.
Zum einen bekommen wir nie wirklich einen guten Blick auf Oa an sich. Es gibt zwar die üblichen majestätischen Kamerafahrten, aber sie scheitern daran die Alienwelt so schön in Szene zu setzen wie Asgard in Thor. Zu wenig bekommt man von der Architektur oder Technologie der Welt zu sehen.

Das Corps besteht, logischerweise, komplett aus Aliens und Fans der Comics werden auch das eine oder andere bekannte Gesicht wieder erkennen. Allerdings sind alle Aliens komplett in CGI gemacht, auch Sinestro, gespielt von Mark Strong, hat keine Maske auf sondern wurde per Motion Capture Verfahren auf die Leinwand gebracht. Und zwischen all diesen CGI Aliens in ihren grün leuchtenden Kostümen sticht Ryan Reynolds Kopf heraus wie ein Trekkie auf einer Star Wars Convention. Es ist wirklich schwer zu beschreiben, aber ich habe seit dem digital verjüngtem Jeff Bridges in Tron Legacy keinen Effekt gesehen, der mich so sehr aus einem Film heraus gerissen hat. Nur, dass es dieses Mal der menschliche Teil war, der einfach seltsam rüber kam.
Oa, und überhaupt der Weltraum an sich, nimmt außerdem einen ärgerlich geringen Teil der gesamten Handlung ein. Warum wird etabliert, dass Green Lantern ein Weltraum-basierter Superheld ist und verfrachtet die gesamte Action dann wieder auf die Erde? Vermutlich um a) Geld zu sparen, so gut es an diesem Punkt halt noch ging und b) um das ganze dem Publikum etwas näher zu bringen. Aber wäre es in dem Fall nicht besser gewesen erst einen der mehr Erd-gebunden DC-Helden zu verfilmen, wie z.B. Flash? Einmal ganz abgesehen davon, dass die Werbekampagne für den Film nicht ganz der Wahrheit entsprach.
Green Lantern folgt außerdem einem Trend der mir in letzter Zeit im Kino immer öfters auffällt: Zu viele Charaktere. Auch wenn es hier nicht ganz so fatal ist wie in Pirates of the Caribbean 4 oder Transformers 3 werde ich das Gefühl nicht los, dass man bei DC hoffte, ebenfalls eine eigene Film-Continuity zu etablieren, so wie Marvel es 2008 mit Iron Man und Der unglaubliche Hulk begonnen hat. Charaktere wie Amanda Waller, die theoretisch als DCs Nick Fury dienen könnte, werden eingeführt und abgehakt. Hals Familie bekommt eine kurze Szene, wird dann aber auch kommentarlos fallen gelassen.
Einmal abgesehen davon braucht der Film so lange uns den ganzen Hintergrund zu erklären, dass dafür die Entwicklung des zweiten Schurken, Hector Hammond, leidet. Seine Entwicklung zum Wirt von Parallax verläuft parallel zu Hals Aufeinandertreffen mit Abin Sur und seinem Training beim Corps, aber erst in der Mitte des Films erfahren wir, dass die beiden Charaktere eine gemeinsame Vergangenheit haben.
Letztlich wäre da noch die Action. Der Film hat 3 Szenen in denen wir Hal in Aktion sehen. Dazu muss man sagen, ein Green Lantern Ring ist ganz oben in den Top 10 der coolsten Sci-Fi Waffen überhaupt. Er ermöglicht dem Träger Konstrukte aus hartem Licht zu erschaffen, die jede Form annehmen können, die man sich vorstellen kann: Schwerter, Kanonen, Mauern. Und Hal hat auch ein paar nette Ideen, wenn er z.B. ein Katapult erschafft um ein Geschoss umzuleiten. Dies sind die Höhepunkte des Films und in einem Green Lantern-Film sollte man dabei auch den meisten Spaß haben. Und den hat man auch. Aber es sind nur einzelne Lichtblicke in einem Film der an mittelmäßigem CGI und einem schwachem Skript leidet.
Wenn ihr unbedingt einen Green Lantern-Film sehen wollt, es gibt da einen exzellenten Trickfilm, Green Lantern: First Flight, den solltet ihr euch mal anschauen. Aber der Kinofilm ist vernachlässigbar.
Und wenn ich zum Schluss noch einen extra nerdigen Kritikpunkt anbringen dürfte: Ryan Reynolds ist nicht Hal Jordan. Comic-Zeichner Green Lantern Kyle Rayner, vielleicht. Aber nicht Hal Jordan.
Der Film beginnt mit ein bisschen Hintergrund zur intergalaktischen Polizeitruppe des Green Lantern Corps, so wie unserem “Big Bad” für diesen Film, dem Monster Parallax. Naja, um genau zu sein ist es mehr als nur ein bisschen. Denn hier macht der Film seinen ersten Fehler: Er überhäuft uns auf einen Schlag mit Infos, anstatt uns nach und nach mit der (sehr ausführlichen) Mythologie der Lanterns vertraut zu machen. Interessant dabei ist, dass diese Methode bei manch anderen Filmen durchaus funktioniert hat, z.B. bei Thor. Dort wurde uns aber erst einmal das Konzept der nordischen Götter näher gebracht und nicht gleich die Entstehungsgeschichte des Oberschurken vorgesetzt.
Unser Held ist Hal Jordan, gespielt von Ryan Reynolds, der den Superhelden ziemlich genau so spielt, wie man es von ihm erwartet. Er ist ein Testpilot der US Air Force und hat, wie jeder Jetpilot der Filmgeschichte, einige Vaterkomplexe. Ohne Scheiß, nicht nur das sich Hals erster und einziger Flug im Film schamlos bei Iron Man bedient (”Wie hast du das Vereisungsproblem gelöst?”), Vergleiche mit Top Gun bzw. Hot Shots sind nicht zu vermeiden.
Aber zurück zu unserem Plot. Der im Sterben liegende Abin Sur, der größte Held des Green Lantern Corps, vermacht Hal seinen Kraftring, die Waffe eines Lanterns, und ernennt ihn so zu seinem Nachfolger. Und ab hier wird alles gaaaaanz komisch.
Kurz zum Hintergrund: Dieser Film hat viel Geld gekostet. Mitten in der Post-Production hat Warner das Budget für den Film nochmal fast verdoppelt und das sind nur die offiziellen Zahlen. Das ist auch wichtig, denn um Oa, den Heimatplaneten der Lanterns, Leben einzuhauchen, brauch man mehr CGI als in den 3 Star Wars Prequels zusammen. Und es sieht trotzdem nicht gut aus.
Zum einen bekommen wir nie wirklich einen guten Blick auf Oa an sich. Es gibt zwar die üblichen majestätischen Kamerafahrten, aber sie scheitern daran die Alienwelt so schön in Szene zu setzen wie Asgard in Thor. Zu wenig bekommt man von der Architektur oder Technologie der Welt zu sehen.
Das Corps besteht, logischerweise, komplett aus Aliens und Fans der Comics werden auch das eine oder andere bekannte Gesicht wieder erkennen. Allerdings sind alle Aliens komplett in CGI gemacht, auch Sinestro, gespielt von Mark Strong, hat keine Maske auf sondern wurde per Motion Capture Verfahren auf die Leinwand gebracht. Und zwischen all diesen CGI Aliens in ihren grün leuchtenden Kostümen sticht Ryan Reynolds Kopf heraus wie ein Trekkie auf einer Star Wars Convention. Es ist wirklich schwer zu beschreiben, aber ich habe seit dem digital verjüngtem Jeff Bridges in Tron Legacy keinen Effekt gesehen, der mich so sehr aus einem Film heraus gerissen hat. Nur, dass es dieses Mal der menschliche Teil war, der einfach seltsam rüber kam.
Oa, und überhaupt der Weltraum an sich, nimmt außerdem einen ärgerlich geringen Teil der gesamten Handlung ein. Warum wird etabliert, dass Green Lantern ein Weltraum-basierter Superheld ist und verfrachtet die gesamte Action dann wieder auf die Erde? Vermutlich um a) Geld zu sparen, so gut es an diesem Punkt halt noch ging und b) um das ganze dem Publikum etwas näher zu bringen. Aber wäre es in dem Fall nicht besser gewesen erst einen der mehr Erd-gebunden DC-Helden zu verfilmen, wie z.B. Flash? Einmal ganz abgesehen davon, dass die Werbekampagne für den Film nicht ganz der Wahrheit entsprach.
Green Lantern folgt außerdem einem Trend der mir in letzter Zeit im Kino immer öfters auffällt: Zu viele Charaktere. Auch wenn es hier nicht ganz so fatal ist wie in Pirates of the Caribbean 4 oder Transformers 3 werde ich das Gefühl nicht los, dass man bei DC hoffte, ebenfalls eine eigene Film-Continuity zu etablieren, so wie Marvel es 2008 mit Iron Man und Der unglaubliche Hulk begonnen hat. Charaktere wie Amanda Waller, die theoretisch als DCs Nick Fury dienen könnte, werden eingeführt und abgehakt. Hals Familie bekommt eine kurze Szene, wird dann aber auch kommentarlos fallen gelassen.
Einmal abgesehen davon braucht der Film so lange uns den ganzen Hintergrund zu erklären, dass dafür die Entwicklung des zweiten Schurken, Hector Hammond, leidet. Seine Entwicklung zum Wirt von Parallax verläuft parallel zu Hals Aufeinandertreffen mit Abin Sur und seinem Training beim Corps, aber erst in der Mitte des Films erfahren wir, dass die beiden Charaktere eine gemeinsame Vergangenheit haben.
Letztlich wäre da noch die Action. Der Film hat 3 Szenen in denen wir Hal in Aktion sehen. Dazu muss man sagen, ein Green Lantern Ring ist ganz oben in den Top 10 der coolsten Sci-Fi Waffen überhaupt. Er ermöglicht dem Träger Konstrukte aus hartem Licht zu erschaffen, die jede Form annehmen können, die man sich vorstellen kann: Schwerter, Kanonen, Mauern. Und Hal hat auch ein paar nette Ideen, wenn er z.B. ein Katapult erschafft um ein Geschoss umzuleiten. Dies sind die Höhepunkte des Films und in einem Green Lantern-Film sollte man dabei auch den meisten Spaß haben. Und den hat man auch. Aber es sind nur einzelne Lichtblicke in einem Film der an mittelmäßigem CGI und einem schwachem Skript leidet.
In Blackest Night
Ich weiß nicht was genau bei der Produktion dieses Films alles schief gelaufen ist, aber man merkt es dem fertigen Produkt an. Die Schauspieler hangeln sich an einem auseinander bröckelndem Drehbuch entlang und das CGI ist trotz all dem Geld das hier reingepumpt wurde ziemlich enttäuschend.Wenn ihr unbedingt einen Green Lantern-Film sehen wollt, es gibt da einen exzellenten Trickfilm, Green Lantern: First Flight, den solltet ihr euch mal anschauen. Aber der Kinofilm ist vernachlässigbar.
Und wenn ich zum Schluss noch einen extra nerdigen Kritikpunkt anbringen dürfte: Ryan Reynolds ist nicht Hal Jordan. Comic-Zeichner Green Lantern Kyle Rayner, vielleicht. Aber nicht Hal Jordan.
geschrieben von Green Ninja

