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DIE ABENTEUER VON TIM UND STRUPPI: DAS GEHEIMNIS DER EINHORN - FILMKRITIK

Movies gepostet von Green Ninja am 28.10.2011 um 23:05 Uhr
 
Neben Asterix und Obelix gehören Tim und Struppi zu den bekanntesten europäischen Comicfiguren. So bekannt, dass sie auch zwei ganz besondere Fans in Übersee haben. Peter Jackson und Steven Spielberg haben sich zusammen getan um die Abenteuer des Duos auf die große Leinwand zu bringen. In 3 Teilen. Den Anfang macht: Die Abenteuer von Tim & Struppi: Das Geheimnis der Einhorn

Für alle die mit den Comics von Hergé nicht vertraut sind: Tim ist ein Reporter der zusammen mit seinem Hund durch die Weltgeschichte reist und Verbrechen aufdeckt. Dabei zu Hand stehen ihm der stets ange- bis volltrunkene Kapitän Haddock und die unfähigen Interpolagenten Schulze und Schultze.

TimUndStruppi

Der Film bedient sich dabei grob an der Handlung 2er Comics, Das Geheimnis der Einhorn und Der Schatz Rackham des Roten. Tim ersteht auf einem Flohmarkt ein Model des Schlachtschiffs Einhorn und macht sich damit zur Zielscheibe für eine Gangsterbande die es auf einen versunkenen Piratenschatz abgesehen haben.

TimUndStruppi
Wie gesagt, die Handlung orientiert sich nur grob an der Comic-Vorlage, dafür bietet er so einige wundervolle Actionszenen. Teilweise wurden Szenen direkt aus dem Comic übernommen, wie zum Beispiel wenn Schultze und Schulze versuchen einen Taschendieb zu fangen. Andere Szenen bewegen sich auf einem für die Comics typischen Level. Prügeleien, Schießereien, Dinge die Leute auf den Kopf fallen. Doch dann gibt es noch wirklich große, übertriebene Actionszenen, die mehr an Indiana Jones erinnern, nur deutlich übertriebener sind.
Da fahren Motorräder durch auseinander brechende Häuser, Schiffsmasten verhaken sich ineinander und der finale Zweikampf ... sagen wir einfach so etwas habt ihr noch nicht gesehen!

Gerade die großen Actionszenen sind eigentlich ziemlich unrealistisch (was mich persönlich auch überhaupt nicht stört), aber durch den computeranimierten Comiclook wirken sie weniger bescheuert, als es in einem Live Action Film der Fall gewesen wäre. In einer Rückblende in der Kapitän Haddock von seinem Vorfahr, dem Ritter Franz, erzählt gibt es eine Seeschlacht, die so auch in einem Pirates of the Caribbean-Film vorkommen könnte. Aber das Szenario und die “Stunts” kommen durch die Comic-Optik einfach weniger übertrieben und dadurch aufregender rüber. Die Kamerafahrten sind große Klasse und auch in der größten Hektik verliert man nie den Überblick. Spielberg hat’s einfach drauf!
Ähnliches gilt übrigens für die vielen Slapstick Einlagen, die in einem “echten” Film einfach nicht die selbe Energie hätten, wie man sie hier erlebt.

TimUndStruppi

Es lässt sich auch schwer über diesen Film reden ohne auf das hier verwendete Motion Capture Verfahren zu erwähnen. Wie auch schon die Comics wird im Film eine realistisch aussehende Welt geschaffen und dann mit überzeichneten Comicfiguren bevölkert. Fast jeder Charakter hat eine riesige Nase, einen kreisrunden Kopf oder sonstige Deformitäten. Außer Tim, der im Vergleich mit Haddock oder den Schul(t)zes fast schon langweilig aussieht und außerdem fehlt ihm die charakteristische Stuppsnase. In beiden Fällen ist die Mimik und Gestik der Charaktere aber exzellent und das Design vermeidet den “Uncanny Valley”-Effekt unter dem Filme wie Polar Express leiden, dass zu realistisch animierte Menschen eher gruselig aussehen.
Captain Haddock wird dabei übrigens von Andy “Gollum” Serkis verkörpert und der alte Haudegen stiehlt dem Rest des Casts ohne Probleme die Show in jeder Szene in der er mitspielt.

TimUndStruppi
Und ja, der Film ist in 3D *seufz* und wieder trägt der Effekt nichts Positives zum Gesamteindruck bei. Nicht nur haben wir hier erneut einen sehr farbenfrohen, hellen Film, dem durch die dunklen Brillen Teil seines Charmes genommen wird, die Technik beschränkt sich fast ausschließlich auf Tiefeneffekte für die Hintergründe. Während der großen Verfolgungsjagd durch Bagghar habe ich die Brille kurz abgenommen und konnte mich auf die Action im Vordergrund konzentrieren, da nur der Hintergrund in 3D war.

Letztlich ist nur noch der herrliche Soundtrack von John Williams zu erwähnen, sein bester seit langem wie ich finde. Ein weiteres Element, dass das Indy-Feeling des Films unterstreicht.

Hunderttausend jaulende Höllenhunde!
Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn macht jede Menge Spaß. Zwar nimmt sich das Skript so einige Freiheiten mit der Vorlage, aber dennoch haben wir es hier mit einer exzellenten Comic-Verfilmung zu tun. Während Spider-Man oder Hellboy es schaffen die Story, Charaktere und Action der Vorlage toll umzusetzen, zeichnet sich Tim und Struppi dadurch aus, dass es sich wirklich anfühlt, als wäre der Comic zum Leben erwacht.
Ein Abenteuerfilm für Jung und Alt, das dürft ihr euch nicht entgehen lassen! Aber seht ihn wenn möglich in 2D.
geschrieben von Green Ninja  
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