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BATMAN: NACHAHMER - DER COMIC ZU GOTHAM CITY IMPOSTORS

Comic gepostet von Green Ninja am 18.01.2012 um 10:13 Uhr
 
Als ich zum ersten mal von Gotham City Impostors gehört habe, war ich sehr skeptisch. Das Konzept klang einfach zu abgefahren um wirklich zu Batman zu passen. Dann erfuhr ich, dass das ganze tatsächlich auf einem Batman-Comic basiert. Dieser liegt nun vor mir und die Fragen die wir uns stellen müssen sind: Was taugt Batman: Nachahmer und ist es eine brauchbare Vorlage für ein Videospiel?

Batman Sonderband 34: Im Angesicht des Feindes enthält neben der 4-teiligen Impostors-Story auch die Kurzgeschichte Das Medaillon in dem der neue Batman, Dick Grayson, einen alten Fall wieder aufrollt und sich dabei an seine Zeit als Robin erinnert. Es ist eine nette, kurzweilige Geschichte, mit tollen Bildern von Dustin Ngyuen, aber nur ein Appetithäppchen für die eigentliche Story. Kommen wir nun also zum Hauptgang.

Batman

Seit unbestimmter Zeit leidet Gotham City unter den sogenannten Jokerz. Tagsüber sind es alles ganz normale Bürger, aber wenn sie sich eine besondere Designerdroge reinziehen, eine nicht-tödliche Variante des Joker-Gifts, werden sie zu lachenden Irren, die Chaos und Zerstörung sähen. Aber selbst Batman ist zu beschäftigt sich dem Problem wirklich zu widmen. Bis ein junger Polizist einen der Jokerz erschießt und die darauf folgende Straßenschlacht andere Bürger dazu bringt, sich als Batman-Doppelgänger zu verkleiden. Der Nachahmerkrieg hat begonnen.

So seltsam das Konzept zu Beginn auch klingen mag, der Nachahmerkrieg ist eine ziemlich gute Batman-Geschichte. Von den Anfängen durch Vandalismus bis hin zu den Straßenschlachten, die auch als die Vorlage für das Spiel dienen, bietet Nachahmer eine spannende Handlung, die trotz der Abwesenheit von bekannten Batman-Schurken Spaß macht.
Die Polizei von Gotham versucht das Schlimmste zu verhindern und am Ende steht mal wieder die Frage, ob Batman der Stadt wirklich mehr Gutes als Schlechtes tut.

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Zeichner Scott McDaniel schafft es die chaotischen Kämpfe zwischen den Nachahmern in einigen ganz- und teilweise auch 2-seitigen Bildern gut zu inszenieren, die Zweikämpfe dagegen sind etwas unübersichtlich, da man den Bewegungen der Charaktere nie so gut folgen kann.
Da ein großer Teil von Nachahmer aus großen Massenbildern besteht und fast jeder irgendeine Maske trägt, wirkt es umso krasser, wenn in der Nahaufnahme manche Gesichter durch die starke Stilisierung etwas merkwürdig aussehen.

Alles in allem kann ich Nachahmer trotzdem empfehlen, da die Story die etwas unterdurchschnittlichen Zeichnungen wieder Wett macht.


Batman
So, der Review-Teil ist aus dem Weg, jetzt gehts ans Eingemachte! Nämlich: Ist Batman: Nachahmer eine gute Vorlage für ein Videospiel? Ja und nein. Ich will nicht abstreiten, dass der immer gewaltätiger werdende Krieg zwischen Joker- und Batman-Imitatoren eine interessante Vorlage für ein Multiplayerspiel ist. Auch sehen wir im Comic jede Menge Kostümvariationen wie Piraten-Joker, Elvis-Joker und mein persönlicher Favorit: Cowboy-Batman.

Das Problem, dass ich jetzt, nachdem ich den Comic gelesen habe, mit Gotham City Impostors habe ist, dass das Spiel anscheinend der Tragik des Comics nicht gerecht wird. Batman: Nachahmer ist letztlich eine dramatische Geschichte über Mord und Todschlag in einer Stadt, die mehr als genug davon gesehen hat und wie die Polizei und auch Batman selbst damit umgeht.
Das Spiel dagegen nimmt sich überhaupt nicht ernst (teilweise finden sich sogar Anspielungen auf die 60er Jahre Batman-Serie mit Adam West) wie man auch an den Trailern zum Spiel sieht.

Klar, in einem Multiplayershooter ist der Tod einer Spielfigur nicht schlimmer als wenn man beim Mensch ärgere dich nicht rausgeworfen wird, man kommt ja gleich wieder rein. Aber so untergräbt das Spiel den moralischen Ansatz der Vorlage.
Es ist eine merkwürdige Kombination: Eine an sich ziemlich gemeine Batman-Story, die auch in The Animated Series nicht fehl am Platze erscheinen würde, ein für ein Comic-basiertes Spiel recht hoher Gewaltlevel, aber eine generelle Atmosphäre die an The Brave and the Bold erinnert.

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Ich möchte nicht so weit gehen und Gotham City Impostors wegen dieser thematischen Unstimmigkeiten verurteilen. Wer weiß, vielleicht überrascht mich das Spiel auch noch. Beim Anspielen auf der Gamescom hatte ich auf jeden Fall meinen Spaß. Aber ich kann halt nicht das Spiel spielen und den Comic lesen auf dem es basiert und dabei nicht über diese Unstimmigkeiten nachdenken.

Ob das Spiel selbst etwas taugt, das erfahrt ihr dann im Februar, wenn unser offizielles Review zu Gotham City Impostors erscheint.


Batman Sonderband 34: Im Angesicht des Feindes findet ihr im gut sortierten Comicshop für € 16,95.
geschrieben von Green Ninja  
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