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Das Spiel |
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Meilenweit nichts als Schrott. Ich muss endlich von diesem blöden Planeten runter. Habe auch verdammt nochmal was Besseres verdient! Jetzt muss ich nur noch das Telefonsystem überlasten, aus dem Gefängnis ausbrechen, einen Kran reparieren und ein bisschen oberflächliche Gehirnchirurgie betreiben. Mit einer Drahtbürste.
Luke Skywalker hat einmal gesagt: "Weißt du, wenn das Universum ein helles Zentrum hat, bist du auf diesem Planeten am weitesten davon weg." Offensichtlich kennt er Deponia nicht. Ein Planet, so voll mit Schrott und Müll, dass sogar Ord Mantell rot wird. Hier lebt Rufus. Ich würde ihn unseren Helden nennen, aber selten war die Bezeichnung mehr fehl am Platz. Rufus ist faul, egoistisch, eingebildet und die meiste Zeit ein ziemlicher Trottel. Er hat nur ein Ziel: Weg von der planetaren Müllkippe und auf nach Elysium, dem hellen Stern am Himmel Deponias. Als die Elysianerin Goal vom Himmel fällt, wittert Rufus seine große Chance, den Schrott hinter bzw. unter sich zu lassen und versucht sie nach Hause zu bringen.
Daedalic-Spiele wandern immer wieder auf dem schmalen Grat zwischen Komödie und Tragödie. Oder bleiben eine Weile auf der einen Seite, um dann plötzlich rüber zu springen. Und A New Beginning war mehr so eine Art Thriller. Egal, Deponia ist auf jeden Fall primär eine Komödie, ähnlich wie Day of the Tentacle, und das ist auch gut so. Ich möchte jetzt nicht abstreiten, dass auch dieses Spiel eine besondere Aussage hat wie Edna bricht aus oder ANB (A New Beginning), aber wenn, dann ist sie wirklich sehr dezent und stellt nicht das ganze Spiel auf den Kopf. Deponia möchte unterhalten und das macht es ganz exzellent.
Das Adventure-Genre hat schon viele Helden gesehen: Abenteuerlustige Archäologen, feige Piraten, aufgekratzte Medizinstudentinnen, unfähige Zauberer und George Stobbart. (Er ist Amerikaner.)
Aber selten haben wir so einen Riesenarsch gespielt, der so von sich überzeugt ist, wie unser “Held” Rufus. Und selten hatte man mit so einem Riesenarsch so viel Freude. Wir werden zwar konstant damit konfrontiert, was für ein unglaublicher Depp er eigentlich ist, aber es macht trotzdem Spaß ihn zu spielen. Das liegt zum einen daran, dass er uns konstant zum lachen bringt, sowohl durch seine unfassbare Faulheit (“Ne, dazu brauch ich doch, wie heißt das noch gleich... Lust.”), wirklich blöde Witze und die Tatsache, dass er sich ständig selbst verletzt. Nicht ganz unähnlich Rufus’ Ex-Freundin Toni verspüren wir eine boshafte Befriedigung, wenn sich der (liebenswerte) Idiot schon wieder selbst verletzt. Und das passiert oft, denn Rufus ist der Wile E. Coyote unter den Adventure-Helden.
Dann wäre da noch seine unfassbare Selbstüberschätzung unter der er... pardon, die anderen leiden. Und er singt seinen eigenen Titelsong. Der geht so: ”Rufuuuus, dub die du, Rufuuus”.
Charaktere hin oder her, ein Adventure muss nicht nur gut geschrieben sein, auch die Rätsel müssen stimmen. Die Jungs und Mädels bei Daedalic haben Point & Click Adventure nämlich mit der Muttermilch aufgesogen und setzen euch so einige Kopfnüsse vor. Nicht so wie diese luschigen 3-Optionen-Rätsel in Spielen von Telltale. Dabei funktionieren die meisten Kombinationsrätsel nach der wundervollen Cartoon-Logik, wie wir sie aus Day of the Tentacle und Monkey Island kennen. Energiereiches Wasser? Da nehmen wir doch einfach Batteriesäure. (Lässt sich später auch super für Grog verwenden.) Kein Gummiband für die Schleuder? Probierts mit Kaugummi. Diese Rätsel fallen in die unterschiedlichsten Kategorien: Einfach, knifflig und SOEINEDRECKSVERDAMMTESCHEISSEWARUMBINICHDANICHTFRÜHERDRAUFGEKOMMEN! Dabei ist keines der Rätsel völlig bekloppt. Wenn man den anderen Charakteren richtig zuhört, erschließen sich einem die meisten Lösungen.
Durch das schräge Setting macht die übliche Adventure-Logik, allen möglichen Kram miteinander zu kombinieren auch endlich mal richtig Sinn. Auf dem Schrottplaneten ist man halt gewöhnt sich Dinge aus anderen Dingen zusammen zu bauen.
Teilweise wäre ein Hint-System dennoch keine schlechte Idee gewesen. Mir ist es ein paar mal passiert, dass ich mir an einem Rätsel die Zähne ausgebissen habe, obwohl ich mich noch gar nicht darum kümmern konnte.
Aber auch abseits der klassischen Adventureknobeleien à la “benutze Dartpfeil mit Beruhigungsmittel” sind so einige Rätsel zu lösen. Erneut gibt es wieder die für Daedalic typischen Minispiele, die aber wieder sinnvoll in die Handlung eingebettet sind. Zu Beginn muss Rufus zum Beispiel das Zielsystem seiner Rakete kalibrieren, aber leider sind zwei Richtungen auf dem Kontrollfeld blockiert. Ein andermal gilt es den Weg durch ein unterirdisches Schienennetz zu planen. Als Daedalic diese Minispiele bei The Whispered World zum ersten Mal einführte, habe ich laut geflucht (besonders bei dem Schiebepuzzle), aber inzwischen gefallen sie mir immer besser. Nicht zuletzt, weil sie so sinnvoll in die Welt eingebarbeitet sind. Und zur Not lassen sie sich alle per Knopfdruck überspringen.
Deponia ist wieder eines von dieses Spielen, bei denen man gar keine großen Worte über die Optik verlieren muss. Ich meine, seht es euch an! Es ist wiedermal eine liebevoll gezeichnete Augenweide, voll toller Landschaften und verrückten Charakteren. (Gamersunity-Zeichnerin Asu steuerte übrigens einiges zu den Animationen bei und unser Lyc machte QA.)
Besonders schön anzusehen ist dabei Rufus ausgefallene Mimik, wie zum Beispiel, wenn er die Augen verdreht, während er sich Wunschträumen mit Goal hingibt - oder sein selbstgefälliges Grinsen, für das man ihm am liebsten eine reinhauen möchte. Aber das machen die anderen Figuren oft genug für uns. ;)
Bei den anderen Figuren könnte die Mimik etwas abwechslungsreicher ausfallen, aber es geht in Ordnung. Rufus ist halt der Star der Show. Deswegen weht sein Mantel auch so schick im Wind.
Auch die Welt selbst strotzt gerade zu vor Charakter. Durch die Schrottgebilde fühlt man sich des öfteren an Fallout oder Warhammer 40.000 Orks erinnert, aber das Ganze eben in dieser wundervollen Zeichentrickgrafik. Selbst die Menüs und das Interface sehen aus, als wären sie aus Müll zusammen gezimmert.
Untermalt wird das Spiel übrigens von einem sehr abwechslungsreichen Soundtrack, der mal verspielt und mal dramatisch rüber kommt. Teilweise auch mit richtig schrottigen Instrumenten. Und Autor Poki singt wieder mal den Titelsong.
Es sitzt einfach alles. Die Welt ist wunderbar stimmig, die Charaktere einfach nur liebenswert, die Rätsel herrlich knifflig aber trotzdem immer nachvollziehbar und jede einzelne Zeile Text zum brüllen komisch.
Ein wahres Meisterstück an dessen Ende nur eine Frage offen ist: Wann kommt die Fortsetzung?
Freigegeben ab 6, wie langweilig ist das denn?
Luke Skywalker hat einmal gesagt: "Weißt du, wenn das Universum ein helles Zentrum hat, bist du auf diesem Planeten am weitesten davon weg." Offensichtlich kennt er Deponia nicht. Ein Planet, so voll mit Schrott und Müll, dass sogar Ord Mantell rot wird. Hier lebt Rufus. Ich würde ihn unseren Helden nennen, aber selten war die Bezeichnung mehr fehl am Platz. Rufus ist faul, egoistisch, eingebildet und die meiste Zeit ein ziemlicher Trottel. Er hat nur ein Ziel: Weg von der planetaren Müllkippe und auf nach Elysium, dem hellen Stern am Himmel Deponias. Als die Elysianerin Goal vom Himmel fällt, wittert Rufus seine große Chance, den Schrott hinter bzw. unter sich zu lassen und versucht sie nach Hause zu bringen.
Daedalic-Spiele wandern immer wieder auf dem schmalen Grat zwischen Komödie und Tragödie. Oder bleiben eine Weile auf der einen Seite, um dann plötzlich rüber zu springen. Und A New Beginning war mehr so eine Art Thriller. Egal, Deponia ist auf jeden Fall primär eine Komödie, ähnlich wie Day of the Tentacle, und das ist auch gut so. Ich möchte jetzt nicht abstreiten, dass auch dieses Spiel eine besondere Aussage hat wie Edna bricht aus oder ANB (A New Beginning), aber wenn, dann ist sie wirklich sehr dezent und stellt nicht das ganze Spiel auf den Kopf. Deponia möchte unterhalten und das macht es ganz exzellent.
Ich bin die Wasabinuss im Getriebe des Organon.
Das Adventure-Genre hat schon viele Helden gesehen: Abenteuerlustige Archäologen, feige Piraten, aufgekratzte Medizinstudentinnen, unfähige Zauberer und George Stobbart. (Er ist Amerikaner.)
Aber selten haben wir so einen Riesenarsch gespielt, der so von sich überzeugt ist, wie unser “Held” Rufus. Und selten hatte man mit so einem Riesenarsch so viel Freude. Wir werden zwar konstant damit konfrontiert, was für ein unglaublicher Depp er eigentlich ist, aber es macht trotzdem Spaß ihn zu spielen. Das liegt zum einen daran, dass er uns konstant zum lachen bringt, sowohl durch seine unfassbare Faulheit (“Ne, dazu brauch ich doch, wie heißt das noch gleich... Lust.”), wirklich blöde Witze und die Tatsache, dass er sich ständig selbst verletzt. Nicht ganz unähnlich Rufus’ Ex-Freundin Toni verspüren wir eine boshafte Befriedigung, wenn sich der (liebenswerte) Idiot schon wieder selbst verletzt. Und das passiert oft, denn Rufus ist der Wile E. Coyote unter den Adventure-Helden.
Dann wäre da noch seine unfassbare Selbstüberschätzung unter der er... pardon, die anderen leiden. Und er singt seinen eigenen Titelsong. Der geht so: ”Rufuuuus, dub die du, Rufuuus”.
Was ich hier brauche, ist ein Gefäß. Leider habe ich die Urne von Tonis Mutter bereits in meinem Unterwassergrill verbaut.
Charaktere hin oder her, ein Adventure muss nicht nur gut geschrieben sein, auch die Rätsel müssen stimmen. Die Jungs und Mädels bei Daedalic haben Point & Click Adventure nämlich mit der Muttermilch aufgesogen und setzen euch so einige Kopfnüsse vor. Nicht so wie diese luschigen 3-Optionen-Rätsel in Spielen von Telltale. Dabei funktionieren die meisten Kombinationsrätsel nach der wundervollen Cartoon-Logik, wie wir sie aus Day of the Tentacle und Monkey Island kennen. Energiereiches Wasser? Da nehmen wir doch einfach Batteriesäure. (Lässt sich später auch super für Grog verwenden.) Kein Gummiband für die Schleuder? Probierts mit Kaugummi. Diese Rätsel fallen in die unterschiedlichsten Kategorien: Einfach, knifflig und SOEINEDRECKSVERDAMMTESCHEISSEWARUMBINICHDANICHTFRÜHERDRAUFGEKOMMEN! Dabei ist keines der Rätsel völlig bekloppt. Wenn man den anderen Charakteren richtig zuhört, erschließen sich einem die meisten Lösungen.
Durch das schräge Setting macht die übliche Adventure-Logik, allen möglichen Kram miteinander zu kombinieren auch endlich mal richtig Sinn. Auf dem Schrottplaneten ist man halt gewöhnt sich Dinge aus anderen Dingen zusammen zu bauen.
Teilweise wäre ein Hint-System dennoch keine schlechte Idee gewesen. Mir ist es ein paar mal passiert, dass ich mir an einem Rätsel die Zähne ausgebissen habe, obwohl ich mich noch gar nicht darum kümmern konnte.
Aber auch abseits der klassischen Adventureknobeleien à la “benutze Dartpfeil mit Beruhigungsmittel” sind so einige Rätsel zu lösen. Erneut gibt es wieder die für Daedalic typischen Minispiele, die aber wieder sinnvoll in die Handlung eingebettet sind. Zu Beginn muss Rufus zum Beispiel das Zielsystem seiner Rakete kalibrieren, aber leider sind zwei Richtungen auf dem Kontrollfeld blockiert. Ein andermal gilt es den Weg durch ein unterirdisches Schienennetz zu planen. Als Daedalic diese Minispiele bei The Whispered World zum ersten Mal einführte, habe ich laut geflucht (besonders bei dem Schiebepuzzle), aber inzwischen gefallen sie mir immer besser. Nicht zuletzt, weil sie so sinnvoll in die Welt eingebarbeitet sind. Und zur Not lassen sie sich alle per Knopfdruck überspringen.
Es läuft doch immer nur Müll im Fernsehen
Deponia ist wieder eines von dieses Spielen, bei denen man gar keine großen Worte über die Optik verlieren muss. Ich meine, seht es euch an! Es ist wiedermal eine liebevoll gezeichnete Augenweide, voll toller Landschaften und verrückten Charakteren. (Gamersunity-Zeichnerin Asu steuerte übrigens einiges zu den Animationen bei und unser Lyc machte QA.)
Besonders schön anzusehen ist dabei Rufus ausgefallene Mimik, wie zum Beispiel, wenn er die Augen verdreht, während er sich Wunschträumen mit Goal hingibt - oder sein selbstgefälliges Grinsen, für das man ihm am liebsten eine reinhauen möchte. Aber das machen die anderen Figuren oft genug für uns. ;)
Bei den anderen Figuren könnte die Mimik etwas abwechslungsreicher ausfallen, aber es geht in Ordnung. Rufus ist halt der Star der Show. Deswegen weht sein Mantel auch so schick im Wind.
Auch die Welt selbst strotzt gerade zu vor Charakter. Durch die Schrottgebilde fühlt man sich des öfteren an Fallout oder Warhammer 40.000 Orks erinnert, aber das Ganze eben in dieser wundervollen Zeichentrickgrafik. Selbst die Menüs und das Interface sehen aus, als wären sie aus Müll zusammen gezimmert.
Untermalt wird das Spiel übrigens von einem sehr abwechslungsreichen Soundtrack, der mal verspielt und mal dramatisch rüber kommt. Teilweise auch mit richtig schrottigen Instrumenten. Und Autor Poki singt wieder mal den Titelsong.
PRO & CONTRA
- tolle Zeichentrickgrafik
- saukomische Dialoge
- köstliche Charaktere
- herrliche Rätsel
- Ich war irgendwann durch ^^
Wie Herpes, nur cooler
Was soll ich zu Deponia noch groß sagen? Daedalic hat es wieder einmal geschafft einen quasi perfekten Vertreter des Genres zu produzieren. Ich glaube es wurde schon anderswo erwähnt, aber ich sag es einfach noch einmal: Die Jungs und Mädels aus Hamburg sind LucasArts Erben. Wenn ihr Adventures mögt, werdet ihr diese Spiele lieben!Es sitzt einfach alles. Die Welt ist wunderbar stimmig, die Charaktere einfach nur liebenswert, die Rätsel herrlich knifflig aber trotzdem immer nachvollziehbar und jede einzelne Zeile Text zum brüllen komisch.
Ein wahres Meisterstück an dessen Ende nur eine Frage offen ist: Wann kommt die Fortsetzung?
geschrieben von Green Ninja

