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DEAD SPACE 2 IM TEST!

Review gepostet von Green Ninja am 04.02.2011 um 00:50 Uhr
 
DeadSpace2

Vor ein paar Jahren wagte es EA - damals noch das personifizierte Böse in der Videospielindustrie - gleich 2 völlig neue IPs auf den Markt zu bringen. Und während ein paar von uns immer noch sehnsüchtig auf ein Sequel zu Mirror’s Edge warten, so entwickelte sich das andere Spiel in ein richtiges Franchise mit Filmen, Büchern und Spin-Offs. Jetzt steht uns endlich das nächste große Spiel dieser Serie ins Haus.
In Dead Space 2 übernehmt ihr erneut die Rolle von Isaac Clarke um einer Invasion von Weltraum-Zombies Einhalt zu gebieten. Sobald euch jemand aus dieser Zwangsjacke rauslässt.



The Sprawl


Es ist jetzt 3 Jahre her, dass der Ingeneur Isaac Clarke das Massaker auf Aegis 7 gerade so überlebte. Er besiegte die Necromorphs, zerstörte den Marker (ein mysteriöses Artefakt, welches die Ereignisse verursachte) und flog davon. Doch die Ereignisse haben ihre Spuren hinterlassen. Isaac wird geplagt von schrecklichen Visionen, was vermutlich auch der Grund ist, warum er in einer gepolsterten Zelle auf einer Raumstation im Orbit von Jupiter, genannt Sprawl, sitzt. Doch dann kommt es erneut zu einer Invasion der Necromorphs und Isaac muss wieder ran.

DeadSpace2
Der Plot selbst wird euch jetzt nicht vom Hocker hauen. Monster, Flüchtlinge, eine finstere Regierungsorganisation, soweit das Übliche. Allerdings fehlte mir so ein richtig schöner OMG-Moment, wie als im ersten Teil das Rettungsschiff abstürzte.
Was aber eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorgänger darstellt ist, dass Isaac dieses mal eine Stimme hat. Dadurch ist er nicht einfach mehr der Laufbursche für die Typen auf der Brücke, sondern er nimmt die Dinge selber in die Hand - zumindest die meiste Zeit.
Und, nicht zu vergessen, seine Halluzinationen und kurzzeitigen Zusammenbrüche wirken sich zwar nicht massiv auf das eigentliche Gameplay aus, aber es ist mal eine willkommene Abwechslung, dass nicht jeder Horrorspiel-Protagonist ohne irgendwelche Narben davon kommt. I’m looking at you, Chris Redfield.


Die wichtigste Story-bezogene Frage ist vermutlich, ob man vorher das erste Dead Space gespielt haben muss. Ja und Nein. Persönlich bin ich da ja ein Purist und spiele nur sehr ungern Sequels wenn ich das Original nicht kenne. Zwar bietet das Spiel eine kompakte Zusammenfassung der bisherigen Ereignisse in Videoform und so wahnsinnig kompliziert ist die Handlung ja jetzt nicht, aber es funktioniert sicherlich besser wenn ihr den Vorgänger gespielt habt. Einmal abgesehen davon war DS1 toll und ihr solltet es wirklich gespielt haben.

DeadSpace2
Von hier oben sieht man das Massaker fast gar nicht.

Die Kampagne geht ca. 10 Stunden und wenn ihr durch seid, könnt ihr mit der erhaltenen Ausrüstung auch auf einem höheren Schwierigkeitsgrad weiterspielen. Und dann gibt es da noch den Hardcore-Modus.

Bevor ich jetzt mit meinem Review weitermache, hier erstmal ein kurzer Ersteindruck von einem neuen Gastautor:

First Look & Play

Gastautor

Stellt euch vor ihr seid allein auf einer Raumstation.
Stellt euch vor ihr müsst ohne Hilfe an Horden von blutrünstigen Monstern vorbei, die nichts anderes vorhaben als euch mit ihren scharfen Klauen und Zähnen zu zerhäckseln.
Kommt euch das bekannt vor? Klingt wie Teil 1?
Genau, aber da hatte euch nicht irgend so ein Idiot in eine Zwangsjacke gesteckt!

DeadSpace2
Und genau das ist der Einstieg in Dead Space². Das erste was ihr tun müsst ist rennen, rennen und noch mal rennen und dabei möglichst gut den aus allen Ecken auftauchenden Necromorphs ausweichen. Und genau da hat einen das Spiel auch schon und man ist ständig damit beschäftigt sich den Schweiß von den Händen zu wischen, damit einem der Controller nicht wegrutscht.

Toller Start, aber die folgenden zwei Stunden hatte ich dann irgendwie das Gefühl, keinen zweiten Teil sondern eher ein Add-on zu spielen. Macht alles Spaß, sieht toll aus, ist leidlich spannend aber die Kämpfe sind nicht sonderlich fordernd und es fühlt sich alles dann irgendwie ein bisschen beliebig (wenn auch auf hohem Niveau) an. Vielleicht wollte man ja denen, die den ersten Teil nicht gespielt haben eine lockere Einstiegsmöglichkeit geben, aber wirklich umwerfend ist es nicht.

dead-space-2
Teil 1 lebte einfach von seinen riesigen Innen- und Aussenarealen, von übergroßen Monstern und Maschinen die man vom Boden aus überhaupt nicht wahrnehmen konnte. Teil zwei fühlt sich irgendwie ein bisschen eingeschränkt und, ja, klein an.
Dazu kommt die Tatsache, dass sich Isaac Clarke, sobald er sich der Zwangsjacke entledigt hat, einfach ein bisschen zu abgebrüht wirkt. Klar, er hat das ja (wie wir auch) alles schon mal mehr oder weniger so gesehen.

Ich war wirklich kurz davor die Konsole auszuschalten um was Sinnvolleres für den Rest des Abends zu tun. Aber dann führt einen die Story in eine Unitoligy Kirche (für Unkundige: Unitologen = durchgeknallt und böse) und ab da geht es so richtig ab!
Ich will jetzt natürlich nicht zuviel von der Story verraten, aber ab diesem Punkt hatte mich das Spiel dermaßen bei den Eiern, das ich nicht aufhören KONNTE!
Ok, bis jemand schrie ich sollte endlich mal ein paar Zeilen abliefern :-)

Also: kaufen, durchhalten und dann so richtig Spass haben.

M@MAX



Resident Evil.... IN SPACE!!

Der Hardcore Modus


Wenn ihr in einem Actionspiel einen höheren Schwierigkeitsgrad auswählt, dann habt ihr meist weniger Munition und Energie, dafür können die jetzt aggressiveren Gegner mehr einstecken. Aber zusätzlich zu den 4 normalen Stufen gibt es in Dead Space 2 noch einen Hardcore Modus. In diesem könnt ihr das Spiel 3 mal abspeichern. Sterbt, und ihr macht am letzten Speicherpunkt weiter. Aber, wer das schafft, der bekommt auch die beste Waffe im Spiel.


Also, mein Vorredner hat es schon gesagt. Im Grundlegenden hat sich in Dead Space 2 nicht viel verändert. Ihr lauft immer noch durch finstere Gänge, guckt Isaac dabei über die Schulter, Resident Evil 4-Style, und zerlegt strategisch die fiesen Necromorphs bevor sie euch den Gefallen erwidern können. Weiterhin im Repertoire des Ingenieurs ist die Telekinese, mit der ihr Items an euch ranziehen oder Objekte durch die Gegend werfen könnt, und die Stase, mit der Monster oder Maschinen kurzzeitig eingefroren werden können.

Ich hatte den Eindruck, dass das Spiel wesentlich Rätsellastiger ist als sein Vorgänger. Anstatt euch einfach mit Horden von ‘Morphs zu bewerfen, gibt es im Spiel immer wieder ruhigere Momente in denen ihr Maschinen reparieren müsst und Ähnliches. Die Rätsel sind allerdings nie wirklich schwer und manchmal wünscht man sich schon fast, dass gleich ein Necromorph aus der Wand springen würde.

DeadSpace2
Da Isaac ab und an auch mal vor verschlossenen Türen steht gibt es - wie in so vielen SF-Spielen - natürlich auch ein Hacking-Minispiel, in dem ihr den Stick im Kreis drehen müsst, bis der Zeiger blau leuchtet. Also ich weiß nicht wie es euch geht, aber so langsam gehen mir diese Hacking-Unterbrechungen auf die Nerven. Da wünscht man sich schon fast so Momente wie in Passwort: Swordfish herbei. ^^


Mal raus an die frische Luft...


DeadSpace2
Angesichts der Menge von SF-Spielen auf dem Markt, ist es eigentlich überraschend, dass das erste Dead Space eines der wenigen Spiele war, dass euch tatsächlich in das Vakuum des Weltalls hinauswarf um so das Gameplay etwas aufzulockern. Auch in der Fortsetzung kommt es immer wieder mal vor, dass Isaac mehr oder weniger freiwillig die Sicherheit der Lebenserhaltungssysteme hinter sich lassen und hinaus in die Kälte des Alls muss. Aber anstatt sich wie im Vorgänger einfach in der Hoffnung auf einem halbwegs sicherem Fleckchen zu landen mit Schwung vom Boden abzustoßen, hat Isaacs neue Rüstung ein eingebautes Antriebs-System, mit dem ihr euch frei durch den Raum bewegen könnt. Diese Momente gehören zu den Höhepunkten von Dead Space 2. Wenn man alleine durch die Leere gleitet wird einem oft erst das schiere Ausmaß der Sprawl bewusst und man vergisst schon fast seine Lufttanks wieder aufzufüllen, während man die Aussicht genießt.
Ein Nachteil dieser Momente ist, dass es in den teils wirklich riesigen Außenarealen fast keine Gegner gibt. Ich hatte die ganze Zeit darauf gehofft, dass vielleicht ein spektakulärer Bosskampf mal in Schwerelosigkeit stattfindet, aber das wurde mir leider verwehrt. Auch so eine coole Szene wie auf dem Cover der Special Edition, in der Isaac rückwärts aus dem Fenster springt und dabei auf die ihn verfolgenden Necros ballert, gibt es leider nicht. :(

Auch wenn das Gameplay manchmal den Eindruck erweckt, dass Potential vergeudet wurde, brilliert Dead Space 2 dafür in Sachen Atmosphäre und Inszenierung.


Eine Achterbahnbahrt


Wie schon im Vorgänger gibt es kein klassisches HUD, sondern alles wird an Isaac angezeigt. Seine Lebensenergie wird auf seinem Rücken angezeigt, Nachrichten und Menüs öffnen sich vor ihm als Hologramm, Munition wird als kleines Hologramm über den Waffen angezeigt. Das trägt massiv dazu bei, euch ins Spiel hinein zu ziehen.

Außerdem seit ihr das ganze Spiel über ganz nah an Isaac dran. Wenn er von einem Monster gepackt wird, dann wackelt die Kamera mit, werdet ihr durch die Gegend geschleudert, seid ihr immer noch dicht dran. Und wenn es Isaac dann schließlich doch erwischt, seht ihr es aus nächster Nähe. Mann muss es wirklich erlebt haben, aber wer den ersten Teil gespielt hat, kann sich so ungefähr vorstellen was ich meine. Nur mehr davon. Ich kann mir im Moment nicht vorstellen, wie man ein 3rd-Person Action-Spiel intensiver inszenieren kann. Ein Beispiel:

Dead Space 2
Nur nicht hängen lassen.
Relativ früh im Spiel steigt man in einen Zug, der Isaac in einen anderen Teil der Station bringen soll. Dabei läuft aber nicht alles wie geplant. Zuerst bricht ein einer der hinteren Wagons ab, Isaac stürzt sich aus der Tür und benutzt seine Schubdüsen um den nächsten Wagen zu erreichen. Doch kurz darauf crasht der Zug in einen anderen Teil, Isaac stürzt durch den fast schon senkrecht hängenden Zug nach unten, nur um plötzlich kopfüber an einem Kabel hängen zu bleiben. Natürlich ist der Raum in dem er gerade gelandet ist voller Necromorphs und ihr müsst euch gegen sie verteidigen. Aber aufpassen, denn kurz darauf kommt ein besonders großes Viech von oben aus dem Zug und wenn ihr das nicht durch ein paar wohlplazierte Schüsse verscheuchen könnt, fällt der ganze Zug auf euch drauf.

Diese beiden Dinge zusammen - die cineastische Inszenierung und das Wegfallen klassischer HUDs - schaffen es, dass man bei Dead Space 2 beinahe vergisst ein Videospiel zu spielen. Und das ist, zumindest meiner bescheidenen Meinung nach, ein großer Pluspunkt.


Aber ist es denn gruselig?


Das erste Dead Space war in gewisser Weise eine Offenbarung für mich. Nachdem ich mich durch 4 Resident Evils gespielt habe ohne mit der Wimper zu zucken, war DS das erste Spiel, dass ich als wirklich gruselig empfand. So, dachte ich mir, müssen sich die Leute damals beim Original Alien gefühlt haben.
Manch einer kritisierte Dead Space damit, dass es sich größtenteils auf billige Schockeffekte verlässt, aber die Atmosphäre war trotzdem der Hammer. Und in Teil? Da setzen sie noch einen drauf!

Das erste Kapitel ist Adrenalin pur, danach schwächelt es kurz ein bisschen, aber dann zieht es wieder an. Die USG Ishimura im letzten Spiel war im Prinzip die Nostromo mit mehr Besatzung, einfach ein großes, metallenes Schiff mit vielen dunklen Gängen etc., aber in DS2 sind die Level eine Klasse für sich. Ein Appartment-Komplex, eine Unitology-Kirche und ein wirklich bösartiges Level - der Kindergarten.
Natürlich findet ihr auch wieder jede Menge Audio- und Textlogs, aber teilweise sind es schon die Areale selbst, welche die fiesesten Geschichten erzählen.
Vielleicht macht euch das Spiel nicht wirklich Angst, aber teilweise zieht einem die Atmosphäre schon die Schuhe aus.


Gemeinsam zerstückeln


DeadSpace2
Ganz neu in Dead Space 2 ist der Multiplayer-Modus. Hier findet ihr 5 Karten auf denen jeweils ein Spielmodus gespielt werden kann. Der Clou ist, es ist kein simples Deathmatch, hier treten immer ein Team von Menschen gegen ein Team von Necromorphs gegeneinander an. Die einzelnen Level sind mehr oder weniger in die Handlung der Kampagne eingebunden. Ein Team von Soldaten muss einen Zielpunkt erreichen oder eine Maschine aktivieren, das Ziel der ‘Morphs ist es sie daran zu hindern, und zwar in dem man sie zu Hackfleisch verarbeitet.

Die Menschen spielen sich dabei ziemlich genau wie Isaac im Singleplayer. Man kann schießen, treten, Kinese und Stasis einsetzen etc. Wie in Multiplayer-Spielen heutzutage üblich, sammelt ihr während dem Spielen Erfahrungspunkte mit denen neue Skins und Waffen freigeschaltet werden.
Interessant wird es, wenn ihr Necromorphs spielt. Jedes mal wenn ihr re-spawnt, könnt ihr euch für einen von 4 Weltraumzombies entscheiden, alle mit unterschiedlichen Fertigkeiten. Ziel ist es trotzdem weiterhin das Menschenteam am erfüllen ihrer Missionsziele zu hindern.

DeadSpace2
Der Mulitplayer in Dead Space 2 ist an sich eine nette Idee, wirkt allerdings etwas unausgereift. Aufleveln erfolgt automatisch und da es nur 5 Karten gibt werdet ihr euch auch recht schnell daran satt gespielt haben. Besonders irritierend finde ich allerdings die Abwesenheit eines Horde-Modus, dabei wäre der gemeinschaftliche Kampf gegen nicht endende Wellen von Necromorphs doch eigentlich sehr naheliegend für dieses Spiel.

Wie ihr vermutlich mitbekommen habt, ist das einzige was in der USK-Fassung des Spiels geschnitten wurde, das Friendly Fire im Mehrspielermodus. Aber beim Spielen meiner PEGI-Fassung wurde mir klar, wie unheimlich hanebüchen das eigentlich ist. Die Korridore sind eng, aber beide Teams müssen in Gruppen arbeiten um erfolgreich zu sein. Und wenn mal ein ‘Morph einem Menschen an den Hals springt, kann man ihm dabei helfen, indem man ihn von da wieder runter schießt. Insofern ist Friendly Fire ein sehr zentrales Element und dessen Abwesenheit eigentlich ziemlicher Quatsch - sowohl im Kontext des Settings, als auch auf die Spielmechanik bezogen.


DeadSpace2

PRO & CONTRA



  • Großartige, cineastische Inszenierung
  • Super Atmosphäre
  • Flug im Vakuum
  • Ordentliche Story


  • Multiplayer etwas mager
  • Vergleichsweise kurz
  • Potential nicht voll genutzt



It’s Alive!


Dead Space 2 hat mich nicht wirklich überrascht. Das Gameplay ist größtenteils das selbe geblieben, die neuen Elemente fügen sich gut ein, werden aber nicht ausgiebig genug genutzt. Aber, es ist trotzdem wirklich, wirklich cool. Der Multiplayer schwächelt ein wenig, aber der Rest...
Es sieht toll aus, klingt gut, die Atmosphäre ist der Hammer und es ist verdammt nochmal das mitreissendste und am coolsten inszenierte 3rd-Person-Spiel das mit seit langem untergekommen ist. Die Story reisst keine Bäume aus und das Gameplay ist nichts weltbewegendes, aber wenn ich mir das perfekte Spiel basteln könnte, ein Teil Dead Space wäre auf jeden Fall dabei.
geschrieben von Green Ninja  
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