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CASTLEVANIA: LORDS OF SHADOW - RESURRECTION DLC KRITIK

Review gepostet von Green Ninja am 12.06.2011 um 12:10 Uhr
 
Castlevania-LordsOfShadow

Resurrection ist der zweite und letzte DLC für Castlevania: Lords of Shadow. Im Vordergrund steht Gabriel Belmonts Kampf gegen den “Vergessenen”, ein mächtiger Dämon, doch eigentlich sollte vor allem erklärt werden, wie der Epilog von Lords of Shadow zustande kam. Ob der DLC das schafft, erfahrt ihr in unserem Test.


Spoiler Warnung: Um wirklich auf die Story hier einzugehen, werde ich nicht darum herum kommen die Ereignisse von Lords of Shadow und dem Reverie-DLC zu spoilern.


In der Hölle nichts neues


Castlevania-LordsOfShadow
Die zwei Kämpfe gegen den Vergessenen sind ziemlich ätzend.
Aber bevor ich die Story auseinander nehme, sehen wir uns doch kurz das Gameplay von Resurrection an. Lange dauert das eh nicht.
Abhängig davon wie gut ihr seid bietet der DLC ca. 60-90 Minuten Spielzeit, wobei ihr die meiste Zeit mit den zwei unfairen Bosskämpfe verbringen werdet. Aber schon davor, beim ersten der zwei regulären Kämpfe in Resurrection, zeigt sich das selbe Problem wie schon in Reverie. LoS ist kein Spiel, dass man nach einem Monat oder länger einfach mal wieder anspielt. Ich habe es Lords of Shadow in meinem Review damals hoch angerechnet, dass es ein wirklich komplexes Kampfsystem hat, welches man wirklich meistern muss um irgendeine Chance auf dem Normal-Schwierigkeitsgrad zu haben. Aber wenn ich jetzt den DLC spiele bin ich einfach nicht mehr im “Flow” drin und es bleibt mir nicht genug Zeit mich wieder in das Spiel einzuarbeiten.
Dazu kommt, dass der Boss, den man 2 mal hintereinander bekämpft, selbst für LoS Maßstäbe wahnsinnig fies ist. Bei vielen seiner Attacken wusste ich einfach überhaupt nicht, wie ich ihnen ausweichen sollte. Nach ein paar Versuchen habe ich aus Frust den Schwierigkeitsgrad runtergestellt, und ich weiß nicht, wann ich sowas zum letzten mal gemacht habe.

Auf der optischen Seite hat Resurrection ebenfalls kaum etwas zu bieten. Nach all den großartigen Monstern und wunderschönen Orten in Lords of Shadow wirkt das Gefängnis des Vergessenen unheimlich generisch. Oh, eine Höhle voller Lava, das hab ich ja noch nie gesehen. -_-


Enough talk! Have at ye!


Aber der Knackpunkt des DLC ist, wie er seinen Main Selling Point vernachlässigt: Wie es zum Epilog von Lords of Shadow kam. Aber sehen wir uns die Szene doch noch einmal an.




Castlevania-LordsOfShadow
Saugeil! Oder? Der erste Belmont wurde zu Dracula und lebt noch bis heute, versteckt vor der Menschheit. Fucking Epic! Aber wie kam es dazu? Was machte Gabriel zu diesem Monster? Würde er sich nicht eher selber umbringen, anstatt als Kreatur der Nacht sein Dasein zu fristen?

Doch wirklich erklärt wird das nicht. In Reverie trank Gabriel das Blut der Vampirin Laura, denn als Mensch konnte er in der Dimension in der der Vergessene gefangen gehalten wurde, angeblich nicht überleben. Okay, so weit so gut. Auch wenn die Szene wegen der Motion Comic-Zwischensequenzen an Eindruck verlor, machte es für Gabriel zumindest Sinn an diesem Punkt sich zu “opfern” um die Welt vor dem Dämon zu beschützen. Er hatte eh nichts mehr zu verlieren.
Aber das Spiel endet wirklich genau an dem Punkt, an dem der Vergessene besiegt wird. Wir erfahren nicht was Gabriel mit seiner neu erlangten Macht vorhat, oder wie es dazu kam, dass er fast Tausend Jahre später alleine in dieser Kirche sitzt.
Kurzfassung: Wir sind nach zwei DLCs (und um 20 Euro ärmer -_- ) kein bisschen schlauer wie Gabriel zu Dracula wurde. Ja, okay, er wurde zum Vampir, soviel hab ich mitbekommen. Aber was dann? Warum nennt er sich sich jetzt Dracula? Gibt es andere Belmonts? Ist er jetzt böse, oder einfach nur emo? ICH WEISS ES NICHT!!

Man merkt auch während des Spielens nichts von Gabriels Transformation. Er sieht noch genau so aus wie vorher und hat auch keine neuen Kräfte. Er redet darüber, dass er kein Mensch mehr ist, aber das war’s auch schon.

Aber auch der eigentliche Plot der beiden DLCs, Gabriels Kampf gegen den Vergessenen, ist irgendwie lahm. Das Problem ist, egal wie ultra mächtig der Dämon jetzt sein soll, der Endgegner in LoS war Satan! Satan!!
Warum muss man das durch irgendeinen uralten Überdämon unbedingt toppen? Es ist so - ich werde das Gefühl nicht los hierfür ein neues Wort erfinden zu müssen - melo-episch. Ja klar, es sollte unglaublich krass und heftig und apokalyptisch sein. Aber es fühlt sich einfach nicht so an, weil es so erzwungen ist.

Fazit
Castlevania-LordsOfShadow
So, ich hoffe euch hat mein übertrieben langes Gemaule über ein 1½ Stunden-Spiel gefallen. Castlevania: Lords of Shadow - Resurrection und auch Reviere lassen sich recht einfach zusammen fassen: Euer Geld nicht wert.
Es ist zu kurz, selbst für DLC-Maßstäbe. Es bietet nichts neues in Sachen Gameplay, um genau zu sein sogar noch weniger als das Hauptspiel. Es gibt sogar schon wieder eine Klettersequenz mit steigender Lava.
Und der zentrale Dreh- und Angelpunkt dieses verlängerten Epilogs - wie wurde Gabriel Belmont zu Dracula? - wird so minimalistisch behandelt, dass man sich danach kein Stück schlauer fühlt.

Es macht mir keinen Spaß diese Zeilen zu schreiben. Ich fand Lords of Shadow wirklich große Klasse. Es spielte sich großartig, es war unheimlich episch und auch die Story hat mir wirklich gefallen.
Umso mehr schmerzt es ich, was für eine Enttäuschung dieser DLC jetzt ist. Es ist vielleicht kein “eigentlich sollte dieser Content auf der Disc sein, aber wir sind gierig”-DLC wie wir ihn von Capcom und Activision gewöhnt sind, aber ihm fehlt auch einfach der Charme des Hauptspiels.

*seufz* Warum können nicht alle DLCs sein wie die von Bioware oder Rockstar? :(
geschrieben von Green Ninja  
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