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Ich sitze hoch oben auf einem Wasserspeier. Unter mir die Straßen der Stadt. Ich stürze mich von meinem Aussichtsposten und falle im Sturzflug in Richtung Boden. Auf halben Weg breite ich das Cape aus und nutze den Aufwind um elegant durch die Häuserschluchten zu gleiten. Über einer Gruppe von Schlägern gehe ich erneut in den Sturzflug, die Wucht meines Aufpralls wird in einer Schockwelle entladen. Der erste Schläger der noch steht bekommt einen Baterang ins Gesicht, dem nächsten entreiße ich sein Gewehr mit meinem Enterhaken. Ein Salto über den Kopf des nächsten, hinter mir explodiert eine strategisch plazierte Sprengladung und schaltet einen weiteren Gangster aus. Ein paar Sekunden später, bin ich der einzige in der Straße der noch auf den Füßen steht. Ich bin Batman. Und das hier ist mein Spiel des Jahres.

Es sind 18 Monate vergangen, seit dem Zwischenfall auf Arkham Island. Anstaltsleiter Quincy Sharp nutzte die Katastrophe als Sprungbrett für seine politische Karriere und wurde zum Bürgermeister von Gotham. Sein größtes Projekt: Das Mega-Gefängnis Arkham City, neben dem Kurt Russels Abstecher nach Manhatten aussieht wie ein Strandurlaub. Hinter den Mauern herrscht absolute Anarchie. Two-Face, Joker und der Pinguin bekriegen sich bis aufs Blut, aber sie sind bei Weitem nicht die einzigen von Gotham Citys Superkriminellen die hier eingesperrt sind. Inmitten des Chaos: Batman und sein vielleicht größter Gegner: Hugo Strange, der Leiter von Arkham City, weiß, dass der dunkle Ritter in Wahrheit Bruce Wayne heißt.
Eine Sache gleich vorneweg: Es ist nicht zwingend erforderlich Arkham Asylum gespielt zu haben und die komplette Story zu verstehen, aber es sind viele kleine Details im Spiel die sonst nicht annähernd so viel Spaß machen würden.
Die Story von Arkham City stammt erneut aus der Feder von Batman-Experte Paul Dini, der mit Batman: The Animated Series und Comics wie Gotham City Sirens und Hush: Herz der Finsternis mehrmals gezeigt hat, dass er Gotham City und seine Bewohner versteht wie nur wenig andere Autoren. Zugegeben, das “Arkham-Verse” ist eine Geschichte für sich und nimmt sich auch einige Eigenheiten mit klassischen DC-Figuren. Den überarbeiteten Robin kennt ihr ja bereits, aber es gibt noch ein paar andere Charaktere die rebootet wurden. Über den neuen Pinguin kann man sich vielleicht streiten, aber einige Schurken haben deutlich davon profitiert.
Entscheidend ist letztlich, ob es eine gute Batman-Story ist. Und die Antwort: Oooooooooo ja!
In gewisser Weise ist es sogar die Batman-Story. (Okay, eine der, sonst werd ich hier noch gelyncht...) Es ist alles wichtige drin: Ein tolles Set-Up, mehrere gute Twists, eine sinnvolle Erklärung warum so viele Schurken auf einem Haufen zu finden sind und der wichtigste Teil: starke Charaktermomente. Batman und Joker werden im Laufe der Handlung von Arkham City an ihre Grenzen getrieben und wenn der Staub sich legt wird nichts sein wie es einmal war. (Natürlich vorrausgesetzt wir bekommen mehr Geschichten aus dem Arkham-Verse. Potential ist auf jeden Fall da. Oh, ihr wisst ja gar nicht was für Sequel-Potential in diesem Spiel steckt. Ich sag mal so viel. Wenn ihr zum 2. mal in Jokers Versteck seid, seht euch alles gründlich an.) Um eben diese Momente in die Höhe zu treiben haben wir im Spiel wieder die besten Darsteller die der dunkle Ritter und sein Erzfeind je hatten: Kevin Conroy und Mark Hammil. Letzterer hat ja bereits vor 1 ½ Jahren gesagt, dies wäre das letzte Mal, dass er die Rolle des Clown Prince of Crime übernimmt. Und so traurig es auch ist ihn gehen zu sehen, wenn Arkham City wirklich das Ende war, dann hat er sich in der Tat mit einem großem Knall verabschiedet.
Dabei ist die Story aber nicht perfekt. Hugo Strange wird von der ersten Minute an als der Big Bad etabliert, aber bis auf einen anstachelnden Monolog am Ende wird nie viel aus der Tatsache gemacht, dass er Bruce’ Geheimnis kennt. Batmans Verbündete reden zwar darüber, aber dafür, dass es als der Aufhänger für die Trailer benutzt wurde, rückt dieser Aspekt dann doch stark in den Hintergrund.
Das Gameplay-Triumvirat aus Arkham Asylum ist erhalten geblieben: Kämpfen, Schleichen, Detektivarbeit. Ergänzt wird es jetzt durch einen größeren Fokus auf Bewegung und Levelerkundung. Aber alles der Reihe nach:
Auf einem von Combo-lastigen Brawlern dominierten Markt warf Arkham Asylum die üblichen Konventionen für Massenkämpfe aus dem Fenster (lies sie dort noch eine Weile baumeln) und lieferte ein rasantes Kampfysystem, dass leicht zu erlernen war und dem Caped Crusader mehr als gerecht wurde.

Im Prinzip gibt es nur eine Angriffstaste mit welcher der dunkle Ritter Tritte und Schläge in alle möglichen Richtung verteilt. Viel wichtiger ist allerdings die Kontertaste. Seid ihr nämlich inmitten einer Prügelei, leuchtet immer mal ein Symbol über den Kopf eines Arkham-Insassen auf. In diesem Moment müsst ihr die besagte Taste drücken um seinen Angriff zum umgehen und ihm selber eine reinzupfeffern. Da werden Beine in die Luft geworfen, Ellebogen verdreht und Gesichter in den Fußboden gerammt. Solche Angriffe schicken die Gegner zu Boden, wo ihr sie dann per Takedown ins Reich der (Alp-)Träume befördern musst, damit sie nicht wieder aufstehen.Hier ist präzises Timing gefragt, denn im Gegensatz zu Assassin’s Creed wartet der Rest des Pulks nicht höflich bis ihr mit dem Kollegen fertig seid. Des Öfteren ist dieses Zeitfenster sogar zu klein. Immer häufiger stürzt ihr euch für einen Takedown auf einen Gegner, nur um halb durch die Finisher-Animation einen Treffer einzustecken. Wenn ihr nicht den gesamten Kampf komplett im Griff habt liegt ihr schnell im Dreck, was einige der Combat Challenges eher unfair wirken lässt.
Batman wäre aber nicht Batman, wenn das Spiel bei simplen Faustkämpfen aufhören würde. Ihr könnt mehrere von Batmans wundervollen Spielzeugen auch direkt im Kampf verwenden. Mit der Batclaw entreisst ihr übereifrigen Ganoven ihre Schusswaffen, oder schlagt einen Salto und hinterlasst den verwirrten Gegnern eine explosive Überraschung in ihrem Rücken.
Das Ganze sieht übrigens immer scheiße geil aus, besonders wenn die Klingen-Konter ins Spiel kommen. Angriffe mit Macheten oder ähnlichen Waffne könnt ihr nämlich nicht einfach blocken, ihr müsst ihnen mehrmals ausweichen um die Gegner erst danach mit dem richtigen Timing zu entwaffnen.
So richtig genial wird dieser Move nämlich, wenn ihr gegen die Ninjas der Assassinenliga kämpft. Batman weicht den Schlägen geschickt aus, packt das Katana mit seinen Kandflächen und haut dem Ninja seinen Ellebogen ins Gesicht.
Fucking. Awesome!
So cool die Kämpfe aus aussehen können, mir haben die Predator-Abschnitte noch besser gefallen. Hier landet Batman in einem Raum der voll mit bewaffneten Gegnern ist. Aber dunkle Ritter ist dann leider doch nicht kugelsicher und ihr müsst die Gegner nacheinander raus picken. Da kommt richtiges Batman-Feeling auf!

Ein Gleitkick ist natürlich immer recht effektiv, aber auch etwas grob. Da macht es doch mehr Spaß einen unvorsichtigen Gegner kopfüber an einem Wasserspeier aufzuhängen oder ihn mit einem nachträglich explodierendem Baterang von seinen Kollegen wegzulocken. Mein persönliches Lieblingsgadget erlaubt Batman durch ein elektronisches Signal die Schusswaffen der Gegner zu blockieren. Zwei Mal kann man das Gerät verwenden und es macht jedes mal wieder Spaß den verdutzen Gegnern eine zu wischen während sie an ihren Waffen rumfummeln.
Wie auch in den Kämpfen bringen die Gegner hier immer eigene neue Upgrades mit, die eure Arbeit erschweren. Manche haben Störsender, die euren Röntgenblick ausschalten, andere bringen Nachtsichtgeräte mit und entdecken euch so leichter. So müsst ihr euch immer auf neue Situationen einstellen und eure Taktik überdenken.
Während Batman durch Arkham City gleitet muss er immer wieder Spuren verfolgen und Geheimnisse aufdecken. Im Detective Mode seht ihr Blutspuren und könnt die Flugbahn von Snipergeschossen ermitteln.
Das ist möglicherweise der Teil, der euch am wenigsten selbst machen lässt. Im Prinzip gilt es jedes mal nur den wichtigen Punkt in einem Raum zu finden und dann der Spur zu folgen. Batman zieht dann selbst die Schlussfolgerungen. Hier wäre vielleicht noch ein bisschen mehr möglich gewesen. Man hätte z.B. ähnlich wie in der Ace Attory-Serie selber Indizien miteinander verbinden können um den nächste Punkt zu finden. Auf der anderen Seite hätten solche Rätseleien (von denen es trotzdem noch mehr als genug gibt) das Spieltempo deutlich reduziert.
Was uns zu dem Gameplay Element aus Asylum bringt, welches am stärksten überarbeitet wurde. Der Fortbewegung:

Wenn es etwas gab was an Arkham Asylum eher sub-optimal war, dann Batmans Bewegung, die sich ein bisschen zu sehr auf den Enterhaken verlassen hat. Da Arkham City aber größer und offener als Arkham Island gibt es paar Upgrades. Da wäre zum Beispiel das Cape, mit dem ihr jetzt deutlich besser gleiten könnt. Auf Knopdruck stürzt sich Batman nämlich in die Tiefe und der Aufwind kann dann entweder genutzt werden um wieder nach oben zu gleiten oder einen ordentlichen Geschwindigkeitsboost in die Horizontale zu bekommen.
Einen Boost gibt übrigens auch der verbesserte Enterhaken. Den muss man zwar erst freischalten, kann sich dafür damit aber auch nach dem Hochziehen an Gebäuden in die Luft katapultieren und muss sich so gar nicht mit schnödem Landen abgeben.
Die Bewegung ist allerdings immer noch nicht perfekt. Auf dem Boden und außerhalb von Kämpfen bewegt sich der Caped Crusader immer noch etwas steif und es fehlt irgendwie an Momentum. Das Gleiten/Fliegen macht zwar Spaß, aber es gibt leider keine Möglichkeit zu Fuß wirklich schneller zu werden.
Was ich im Spiel übrigens schmerzlichst vermisst habe sind richtige Verfolgungsjagden über die Dächer der Stadt. Davon gibt es nur eine und doch gerade diese Szenen sind ein Höhepunkt von so mancher Batman-Story, wie zum Beispiel hier.
Arkham City (das Gefängnis, nicht das Spiel) ist nicht sooo groß. Es ist bei weitem kein Liberty City oder ein von Templern kontrolliertes Rom. Mir ist aber selten eine Spielwelt begegnet, die so bis zum Rand mit Details gefüllt war. Innerhalb der Mauern von Arkham City finden sich das alte Industriegebiet inklusive Stahlwerk, welches vom Joker in eine Art Vergügungspark verwandelt wurde, eine Polizeistation, die legendäre Crime Alley und mehr.

Jedes Gebäude sieht anders aus, überall gibt es Etwas zu sehen. Sei es ein altes Plakat der Flying Graysons oder Poisen Ivys Versuch in die Welt des Einzelhandels einzusteigen. Um genau zu sein, habe ich einen nicht geringen Teil meiner ersten Stunden in Arkham City damit verbracht mir die Karte einfach nur anzusehen anstatt mich dem Hauptquest oder den unzähligen Nebenmissionen zu widmen.
Das Gefängnis ist so toll umgesetzt und mit Details vollgestopft, ich muss ihm eigentlich noch mal einen seperaten Artikel widmen. Überall gibt es Etwas zu entdecken und auch die Gegner erzählen alle ihre ganz eigene Geschichte. Es ist wirklich eine großartige Spielwelt, die gerade groß genug ist um als Open World Sandbox bezeichnet zu werden, aber nie zu groß, als das das Durchqueren dieser keinen Spaß mehr machen würde.
Durch eine Reihe von Sidequests wird die Welt von Arkham noch lebendiger. Von denen gibt es nämlich so einige und jede Mission erzählt eine kleine Geschichte. Batman begibt sich auf die Jagd nach den gefährlichsten Killern in Arkham City und muss sich aber auch schonmal mit einem seiner Feine verbünden um das Schlimmste zu verhindern.
Ich muss zu meiner größten Verärgerung auch zugeben, dass diese wirklich geil in Szene gesetzte Spielwelt eine ziemlich gute Entschuldigung dafür ist, dass man in diesem Spiel schon wieder nicht hinter dem Steuer des Batmobil Platz nehmen darf. Die Straßen von Arkham City sind ziemlich eng und eh voller Barrikaden, da würde ein Auto nicht wirklich Sinn machen. (Okay, vielleicht der Tumbler.) Und sonst würde man auch nie die Gleitmechanik richtig ausnutzen. Toll gemacht Rocksteady! Das Batmobil war die eine Sache die Arkham Cityl gebraucht hat um das perfekte Batman-Game zu sein. Und stattdessen liefert ihr einen perfekten Grund warum es nicht drin ist. Ich weiß nicht ob ich euch dafür lieben oder hassen soll. Ich weiß aber wen ich definitiv hasse.
Batman hat eine Menge Feinde, viele davon ein tragisches Zerrbild seiner selbst. Und wie so mancher Comicfan habe ich meine persönlichen Favoriten und meistgehassten Figuren in Batmans Rogues Gallery. Ich find zum Beispiel Bane und Hush unheimlich cool, weil sie Bedrohungen auf einer ganz anderen Ebene für den dunkle Ritter sind als z.B. Killer Croc oder Pinguin. Aber allein durch seine Taten in diesem Spiel hat sich ein Schurke jetzt ganz oben auf meine persönliche Hassliste katalpultiert.
Der Riddler ist wieder da.

Wie schon während dem Zwischenfall auf Arkham Island hat es der Riddler irgendwie geschafft Geheimnisse und Rätsel für Batman fucking überall zu verstecken. Aber dieses mal hat er sich nicht begnügt, seine Fragezeichentrophäen in Lüftungsschächten zu verstecken, oh nein. Die Riddler Trophies sind alle hinter Gittern oder unter speziellen Kuppeln versteckt, für die man erst Schalterrätsel o.ä. lösen muss.
Das reicht von “treffe diesen Knopf mit einem Baterang” über “friere die Giftgas verströmenden Rohre zu” bis zu “aktiviere diese Platformen in der richtigen Reihenfolge”. Und das geht auch alles noch. Manche Rätsel machen sogar wirklich Spaß, wie z.B. einen fernsteuerbaren Baterang durch eine freiliegende Stromleitung elektrisch aufladen um diesen dann durch ein Rohr in einen seperaten Raum und in einen Sicherungskasten zu lenken. Aber es gibt auch viele Schalterrätsel, da hantiert man ewig dran rum und hat immer noch keine Ahnung wie zum Geier man diese vier Schalter innerhalb von vier Sekunden aktivieren soll.

Das tolle an Arkham City ist, alle Sidequests haben tatsächlich ein richtiges Ziel. Wenn ihr die 100% wollt, dann habt ihr nicht einfach nur die 100% und bekommt ein Achivement, sondern könnt auch die Geiseln des Riddlers retten und ihm hoffentlich auch eine ordentlich reinpfeffern. (Ich bin noch nicht weit genug gekommen um das heraus zufinden -_- ) Man ist wirklich motiviert auch das letzte Geheimnis zu lüften. Aber es ist echt nicht einfach!
Ein bisschen Hilfe hat man aber dennoch. Der Riddler hat nämlich in der ganzen Stadt nicht nur Fallen und Rätsel, sondern auch seine Handlanger verteilt und sie in andere Banden eingeschleust. So kommt es immmer wieder vor, dass ihr gegen eine Gruppe von Pinguins oder Jokers Schergen kämpft und einer davon mit einer grünen Aura belegt ist. Das ist Riddlers Informant und ihr müsst ihn als letztes ausschalten, damit er euch die Position der Secrets verraten kann. Bevor er natürlich ebenfalls auf die Bretter geschickt wird.

Jetzt hab ich euch lang und breit davon erzählt was Batman alles so macht, aber ihr spielt ja nicht nur mit ihm. Selina Kyle, aka Catwoman, ist, sofern ihr das Spiel neu gekauft oder den DLC runtergeladen habt, ebenfalls spielbar.
Insgesamt gibt es während der Handlung von Arkham City vier Episoden in denen ihr kurzfristig die Kontrolle über Catwoman übernehmt. Denn während Batman um sein Leben kämpft, will Selina nur ihre Beute.
Dabei steht ihr natürlich nicht Batmans riesiges Arsenal an Gadgets zur Verfügung. Alles was sie hat ist ihre Peitsche, Krähenfüße und Bolas. Dadurch spielt sie sich durchaus anderes als der dunkle Ritter, aber es fehlt ihr an der Vielfalt die er mit sich bringt.
Ihre Bewegung funktioniert ebenfalls anders. Zwar kann sich Catwoman mit ihrer Peitsche ebenfalls an bestimmten Objekten schwingen oder heranziehen und in kurzen Sätzen an Fassaden entlang oder kopfüber an bestimmten Decken klettern. Das kann zwar recht flink sein, ist gerade in Predator-Leveln aber nicht so präzise und weitreichend wie Batmans Grappling Hook.
Neben dem Hauptspiel gibt es natürlich auch wieder einen Challenge Mode, aufgeteilt in Combat- und Predator-Mode. Hier könnt ihr nochmal eure Können unter Beweis stellen und euren Platz in den Bestenlisten erkämpfen. Und das Beste ist: Batman und Catwoman sind nicht die einzigen spielbaren Charaktere. ^^
Bis ihr diese Zeilen lest, wird der Nightwing-DLC bereits erhältlich sein und in ein paar Wochen wird Robin auch Nicht-Vorbestellern als zusätzlicher Charakter zur Verfügung stehen. Ich habe beide noch nicht gespielt, bin aber gespannt, was für neue taktische Optionen sie bieten, da Catwoman in diesem Bereich ja etwas eingeschränkt ist.
Hey, Rocksteady! Wenn ihr das lest, ich hätte dann gerne noch Green Arrow. ^^
Uruk hat neulich geschrieben Gears of War 3 sei einfach nur perfekt. Ich hab Gears noch nicht gespielt, aber ein bisschen gewagt ist dieses Statement schon. Welches Spiel ist schon perfekt? Arkham City ist nicht perfekt. Es gibt dann doch zu viele kleine Kleinigkeiten die mich stören. Wie zum Beispiel der letzte Bosskampf. Der ist zwar toll, um Längen besser als der im Vorgänger, aber könnte irgendwie dann doch noch ‘nen Ticken epischer sein. Auf der anderen Seite, bedenkt man den Ort an dem er stattfindet, kann ein Batman Endkampf eigentlich gar nicht viel epischer sein...
Die meisten anderen Kritikpunkte die ich habe sind mehr oder weniger nur Details. Warum gibt es nicht mehr von Robin? Wo ist Nightwing? Ich will das Batmobil fahren! Und dramatische Verfolgungsjagden über die Dächer. Aber kann ich Dinge kritisieren, die einem Spiel fehlen, wenn es so viele Dinge gibt, die es stattdessen gut macht? Denn fast alles was Arkham City macht, macht es fantastisch. Erneut hat Rocksteady ein Spiel geschaffen, welches das Batman-Feeling quasi perfekt rüber bringt. Mehr als jedes Captain America- oder Spidey-Spiel es jemals geschafft haben, fühlt man sich hier wie der Titelgebende Held.
Was das Spiel am besten macht ist, wieder einmal, der Welt des dunklen Ritters, auch wenn es eine eigene Version ist, auf brilliante Art und Weise Leben einzuhauchen. Selten kamen die Charaktere so gut rüber, egal ob der fast schon Golum-artige Two-Face oder... nah, das will ich dann doch nicht spoilern.
Und dann die Stadt! Die ist fast schon zu detailliert! Wie oft kann man sowas schon über ein Open World Game sagen? Überall gibt es etwas zu sehen und manchmal möchte man nur innehalten und es einfach nur bewundern.
Arkham Asylum war großartig. Und Arkham City macht einfach alles besser! Mehr Moves, mehr Gadgets, mehr Gegner, bessere Bewegung, eine größere und lebendigere Welt. Mehr Secrets, mehr Story, mehr Easter Eggs, bessere Bosskämpfe.
Batman: Arkham City ist nicht perfekt. Welches Spiel ist das schon? Aber wenn das Jahr rum ist, wird es mit ziemlicher Sicherheit in meinen Top 5 sein. Es ist so ziemlich das beste Produkt der letzten Jahre welches Batmans Namen trägt. Ein fast perfektes Spiel.
Batman: Arkham City ist für Xbox 360, PS3 und ab November auch für den PC erhältlich. Getestet wurde die Xbox-Version.
'Have you ever considered, that all this is your fault?'
Es sind 18 Monate vergangen, seit dem Zwischenfall auf Arkham Island. Anstaltsleiter Quincy Sharp nutzte die Katastrophe als Sprungbrett für seine politische Karriere und wurde zum Bürgermeister von Gotham. Sein größtes Projekt: Das Mega-Gefängnis Arkham City, neben dem Kurt Russels Abstecher nach Manhatten aussieht wie ein Strandurlaub. Hinter den Mauern herrscht absolute Anarchie. Two-Face, Joker und der Pinguin bekriegen sich bis aufs Blut, aber sie sind bei Weitem nicht die einzigen von Gotham Citys Superkriminellen die hier eingesperrt sind. Inmitten des Chaos: Batman und sein vielleicht größter Gegner: Hugo Strange, der Leiter von Arkham City, weiß, dass der dunkle Ritter in Wahrheit Bruce Wayne heißt.
Eine Sache gleich vorneweg: Es ist nicht zwingend erforderlich Arkham Asylum gespielt zu haben und die komplette Story zu verstehen, aber es sind viele kleine Details im Spiel die sonst nicht annähernd so viel Spaß machen würden.
The Boy Wonder
Apropos Robin, der hat zwar einen coolen Cameo-Auftritt, verschwindet dann aber wieder für den Rest des Spiels. Ist aber auch nicht weiter tragisch, denn wenn der neue grimmigere Robin länger mit dem grimmigen Arkham-Batman zusammen gearbeitet hätte, wäre er manchen Leuten vermutlich irgendwann auf die Nerven gefallen. Robin ist eine Kontrastfigur zum dunklen Ritter. Als Ex-Robin Dick Grayson Batman wurde, bekam er mit Bruce Waynes Sohn Damian einen neuen Robin zur Seite gestellt, der wiederum sein Gegenstück war, weil er von Geburt an zum Attentäter ausgebildet wurde.Entscheidend ist letztlich, ob es eine gute Batman-Story ist. Und die Antwort: Oooooooooo ja!
In gewisser Weise ist es sogar die Batman-Story. (Okay, eine der, sonst werd ich hier noch gelyncht...) Es ist alles wichtige drin: Ein tolles Set-Up, mehrere gute Twists, eine sinnvolle Erklärung warum so viele Schurken auf einem Haufen zu finden sind und der wichtigste Teil: starke Charaktermomente. Batman und Joker werden im Laufe der Handlung von Arkham City an ihre Grenzen getrieben und wenn der Staub sich legt wird nichts sein wie es einmal war. (Natürlich vorrausgesetzt wir bekommen mehr Geschichten aus dem Arkham-Verse. Potential ist auf jeden Fall da. Oh, ihr wisst ja gar nicht was für Sequel-Potential in diesem Spiel steckt. Ich sag mal so viel. Wenn ihr zum 2. mal in Jokers Versteck seid, seht euch alles gründlich an.) Um eben diese Momente in die Höhe zu treiben haben wir im Spiel wieder die besten Darsteller die der dunkle Ritter und sein Erzfeind je hatten: Kevin Conroy und Mark Hammil. Letzterer hat ja bereits vor 1 ½ Jahren gesagt, dies wäre das letzte Mal, dass er die Rolle des Clown Prince of Crime übernimmt. Und so traurig es auch ist ihn gehen zu sehen, wenn Arkham City wirklich das Ende war, dann hat er sich in der Tat mit einem großem Knall verabschiedet.
Dabei ist die Story aber nicht perfekt. Hugo Strange wird von der ersten Minute an als der Big Bad etabliert, aber bis auf einen anstachelnden Monolog am Ende wird nie viel aus der Tatsache gemacht, dass er Bruce’ Geheimnis kennt. Batmans Verbündete reden zwar darüber, aber dafür, dass es als der Aufhänger für die Trailer benutzt wurde, rückt dieser Aspekt dann doch stark in den Hintergrund.
Das Gameplay-Triumvirat aus Arkham Asylum ist erhalten geblieben: Kämpfen, Schleichen, Detektivarbeit. Ergänzt wird es jetzt durch einen größeren Fokus auf Bewegung und Levelerkundung. Aber alles der Reihe nach:
Meister aller Klassen
Auf einem von Combo-lastigen Brawlern dominierten Markt warf Arkham Asylum die üblichen Konventionen für Massenkämpfe aus dem Fenster (lies sie dort noch eine Weile baumeln) und lieferte ein rasantes Kampfysystem, dass leicht zu erlernen war und dem Caped Crusader mehr als gerecht wurde.
Im Prinzip gibt es nur eine Angriffstaste mit welcher der dunkle Ritter Tritte und Schläge in alle möglichen Richtung verteilt. Viel wichtiger ist allerdings die Kontertaste. Seid ihr nämlich inmitten einer Prügelei, leuchtet immer mal ein Symbol über den Kopf eines Arkham-Insassen auf. In diesem Moment müsst ihr die besagte Taste drücken um seinen Angriff zum umgehen und ihm selber eine reinzupfeffern. Da werden Beine in die Luft geworfen, Ellebogen verdreht und Gesichter in den Fußboden gerammt. Solche Angriffe schicken die Gegner zu Boden, wo ihr sie dann per Takedown ins Reich der (Alp-)Träume befördern musst, damit sie nicht wieder aufstehen.Hier ist präzises Timing gefragt, denn im Gegensatz zu Assassin’s Creed wartet der Rest des Pulks nicht höflich bis ihr mit dem Kollegen fertig seid. Des Öfteren ist dieses Zeitfenster sogar zu klein. Immer häufiger stürzt ihr euch für einen Takedown auf einen Gegner, nur um halb durch die Finisher-Animation einen Treffer einzustecken. Wenn ihr nicht den gesamten Kampf komplett im Griff habt liegt ihr schnell im Dreck, was einige der Combat Challenges eher unfair wirken lässt.
Batman wäre aber nicht Batman, wenn das Spiel bei simplen Faustkämpfen aufhören würde. Ihr könnt mehrere von Batmans wundervollen Spielzeugen auch direkt im Kampf verwenden. Mit der Batclaw entreisst ihr übereifrigen Ganoven ihre Schusswaffen, oder schlagt einen Salto und hinterlasst den verwirrten Gegnern eine explosive Überraschung in ihrem Rücken.
Das Ganze sieht übrigens immer scheiße geil aus, besonders wenn die Klingen-Konter ins Spiel kommen. Angriffe mit Macheten oder ähnlichen Waffne könnt ihr nämlich nicht einfach blocken, ihr müsst ihnen mehrmals ausweichen um die Gegner erst danach mit dem richtigen Timing zu entwaffnen.
So richtig genial wird dieser Move nämlich, wenn ihr gegen die Ninjas der Assassinenliga kämpft. Batman weicht den Schlägen geschickt aus, packt das Katana mit seinen Kandflächen und haut dem Ninja seinen Ellebogen ins Gesicht.
Fucking. Awesome!
Aus den Schatten
So cool die Kämpfe aus aussehen können, mir haben die Predator-Abschnitte noch besser gefallen. Hier landet Batman in einem Raum der voll mit bewaffneten Gegnern ist. Aber dunkle Ritter ist dann leider doch nicht kugelsicher und ihr müsst die Gegner nacheinander raus picken. Da kommt richtiges Batman-Feeling auf!
Ein Gleitkick ist natürlich immer recht effektiv, aber auch etwas grob. Da macht es doch mehr Spaß einen unvorsichtigen Gegner kopfüber an einem Wasserspeier aufzuhängen oder ihn mit einem nachträglich explodierendem Baterang von seinen Kollegen wegzulocken. Mein persönliches Lieblingsgadget erlaubt Batman durch ein elektronisches Signal die Schusswaffen der Gegner zu blockieren. Zwei Mal kann man das Gerät verwenden und es macht jedes mal wieder Spaß den verdutzen Gegnern eine zu wischen während sie an ihren Waffen rumfummeln.
Wie auch in den Kämpfen bringen die Gegner hier immer eigene neue Upgrades mit, die eure Arbeit erschweren. Manche haben Störsender, die euren Röntgenblick ausschalten, andere bringen Nachtsichtgeräte mit und entdecken euch so leichter. So müsst ihr euch immer auf neue Situationen einstellen und eure Taktik überdenken.
Sherlock Holmes mit Röntgenblick
Während Batman durch Arkham City gleitet muss er immer wieder Spuren verfolgen und Geheimnisse aufdecken. Im Detective Mode seht ihr Blutspuren und könnt die Flugbahn von Snipergeschossen ermitteln.
Das ist möglicherweise der Teil, der euch am wenigsten selbst machen lässt. Im Prinzip gilt es jedes mal nur den wichtigen Punkt in einem Raum zu finden und dann der Spur zu folgen. Batman zieht dann selbst die Schlussfolgerungen. Hier wäre vielleicht noch ein bisschen mehr möglich gewesen. Man hätte z.B. ähnlich wie in der Ace Attory-Serie selber Indizien miteinander verbinden können um den nächste Punkt zu finden. Auf der anderen Seite hätten solche Rätseleien (von denen es trotzdem noch mehr als genug gibt) das Spieltempo deutlich reduziert.
Was uns zu dem Gameplay Element aus Asylum bringt, welches am stärksten überarbeitet wurde. Der Fortbewegung:
Über den Dächern der Stadt
Wenn es etwas gab was an Arkham Asylum eher sub-optimal war, dann Batmans Bewegung, die sich ein bisschen zu sehr auf den Enterhaken verlassen hat. Da Arkham City aber größer und offener als Arkham Island gibt es paar Upgrades. Da wäre zum Beispiel das Cape, mit dem ihr jetzt deutlich besser gleiten könnt. Auf Knopdruck stürzt sich Batman nämlich in die Tiefe und der Aufwind kann dann entweder genutzt werden um wieder nach oben zu gleiten oder einen ordentlichen Geschwindigkeitsboost in die Horizontale zu bekommen.
Einen Boost gibt übrigens auch der verbesserte Enterhaken. Den muss man zwar erst freischalten, kann sich dafür damit aber auch nach dem Hochziehen an Gebäuden in die Luft katapultieren und muss sich so gar nicht mit schnödem Landen abgeben.
Die Bewegung ist allerdings immer noch nicht perfekt. Auf dem Boden und außerhalb von Kämpfen bewegt sich der Caped Crusader immer noch etwas steif und es fehlt irgendwie an Momentum. Das Gleiten/Fliegen macht zwar Spaß, aber es gibt leider keine Möglichkeit zu Fuß wirklich schneller zu werden.
Was ich im Spiel übrigens schmerzlichst vermisst habe sind richtige Verfolgungsjagden über die Dächer der Stadt. Davon gibt es nur eine und doch gerade diese Szenen sind ein Höhepunkt von so mancher Batman-Story, wie zum Beispiel hier.
Escape from Gotham
Arkham City (das Gefängnis, nicht das Spiel) ist nicht sooo groß. Es ist bei weitem kein Liberty City oder ein von Templern kontrolliertes Rom. Mir ist aber selten eine Spielwelt begegnet, die so bis zum Rand mit Details gefüllt war. Innerhalb der Mauern von Arkham City finden sich das alte Industriegebiet inklusive Stahlwerk, welches vom Joker in eine Art Vergügungspark verwandelt wurde, eine Polizeistation, die legendäre Crime Alley und mehr.
Jedes Gebäude sieht anders aus, überall gibt es Etwas zu sehen. Sei es ein altes Plakat der Flying Graysons oder Poisen Ivys Versuch in die Welt des Einzelhandels einzusteigen. Um genau zu sein, habe ich einen nicht geringen Teil meiner ersten Stunden in Arkham City damit verbracht mir die Karte einfach nur anzusehen anstatt mich dem Hauptquest oder den unzähligen Nebenmissionen zu widmen.
Das Gefängnis ist so toll umgesetzt und mit Details vollgestopft, ich muss ihm eigentlich noch mal einen seperaten Artikel widmen. Überall gibt es Etwas zu entdecken und auch die Gegner erzählen alle ihre ganz eigene Geschichte. Es ist wirklich eine großartige Spielwelt, die gerade groß genug ist um als Open World Sandbox bezeichnet zu werden, aber nie zu groß, als das das Durchqueren dieser keinen Spaß mehr machen würde.
Durch eine Reihe von Sidequests wird die Welt von Arkham noch lebendiger. Von denen gibt es nämlich so einige und jede Mission erzählt eine kleine Geschichte. Batman begibt sich auf die Jagd nach den gefährlichsten Killern in Arkham City und muss sich aber auch schonmal mit einem seiner Feine verbünden um das Schlimmste zu verhindern.
Ich muss zu meiner größten Verärgerung auch zugeben, dass diese wirklich geil in Szene gesetzte Spielwelt eine ziemlich gute Entschuldigung dafür ist, dass man in diesem Spiel schon wieder nicht hinter dem Steuer des Batmobil Platz nehmen darf. Die Straßen von Arkham City sind ziemlich eng und eh voller Barrikaden, da würde ein Auto nicht wirklich Sinn machen. (Okay, vielleicht der Tumbler.) Und sonst würde man auch nie die Gleitmechanik richtig ausnutzen. Toll gemacht Rocksteady! Das Batmobil war die eine Sache die Arkham Cityl gebraucht hat um das perfekte Batman-Game zu sein. Und stattdessen liefert ihr einen perfekten Grund warum es nicht drin ist. Ich weiß nicht ob ich euch dafür lieben oder hassen soll. Ich weiß aber wen ich definitiv hasse.
'I’m better than you.'
Batman hat eine Menge Feinde, viele davon ein tragisches Zerrbild seiner selbst. Und wie so mancher Comicfan habe ich meine persönlichen Favoriten und meistgehassten Figuren in Batmans Rogues Gallery. Ich find zum Beispiel Bane und Hush unheimlich cool, weil sie Bedrohungen auf einer ganz anderen Ebene für den dunkle Ritter sind als z.B. Killer Croc oder Pinguin. Aber allein durch seine Taten in diesem Spiel hat sich ein Schurke jetzt ganz oben auf meine persönliche Hassliste katalpultiert.
Der Riddler ist wieder da.
Wie schon während dem Zwischenfall auf Arkham Island hat es der Riddler irgendwie geschafft Geheimnisse und Rätsel für Batman fucking überall zu verstecken. Aber dieses mal hat er sich nicht begnügt, seine Fragezeichentrophäen in Lüftungsschächten zu verstecken, oh nein. Die Riddler Trophies sind alle hinter Gittern oder unter speziellen Kuppeln versteckt, für die man erst Schalterrätsel o.ä. lösen muss.
Das reicht von “treffe diesen Knopf mit einem Baterang” über “friere die Giftgas verströmenden Rohre zu” bis zu “aktiviere diese Platformen in der richtigen Reihenfolge”. Und das geht auch alles noch. Manche Rätsel machen sogar wirklich Spaß, wie z.B. einen fernsteuerbaren Baterang durch eine freiliegende Stromleitung elektrisch aufladen um diesen dann durch ein Rohr in einen seperaten Raum und in einen Sicherungskasten zu lenken. Aber es gibt auch viele Schalterrätsel, da hantiert man ewig dran rum und hat immer noch keine Ahnung wie zum Geier man diese vier Schalter innerhalb von vier Sekunden aktivieren soll.
Das tolle an Arkham City ist, alle Sidequests haben tatsächlich ein richtiges Ziel. Wenn ihr die 100% wollt, dann habt ihr nicht einfach nur die 100% und bekommt ein Achivement, sondern könnt auch die Geiseln des Riddlers retten und ihm hoffentlich auch eine ordentlich reinpfeffern. (Ich bin noch nicht weit genug gekommen um das heraus zufinden -_- ) Man ist wirklich motiviert auch das letzte Geheimnis zu lüften. Aber es ist echt nicht einfach!
Ein bisschen Hilfe hat man aber dennoch. Der Riddler hat nämlich in der ganzen Stadt nicht nur Fallen und Rätsel, sondern auch seine Handlanger verteilt und sie in andere Banden eingeschleust. So kommt es immmer wieder vor, dass ihr gegen eine Gruppe von Pinguins oder Jokers Schergen kämpft und einer davon mit einer grünen Aura belegt ist. Das ist Riddlers Informant und ihr müsst ihn als letztes ausschalten, damit er euch die Position der Secrets verraten kann. Bevor er natürlich ebenfalls auf die Bretter geschickt wird.
Miau
Jetzt hab ich euch lang und breit davon erzählt was Batman alles so macht, aber ihr spielt ja nicht nur mit ihm. Selina Kyle, aka Catwoman, ist, sofern ihr das Spiel neu gekauft oder den DLC runtergeladen habt, ebenfalls spielbar.
Insgesamt gibt es während der Handlung von Arkham City vier Episoden in denen ihr kurzfristig die Kontrolle über Catwoman übernehmt. Denn während Batman um sein Leben kämpft, will Selina nur ihre Beute.
Dabei steht ihr natürlich nicht Batmans riesiges Arsenal an Gadgets zur Verfügung. Alles was sie hat ist ihre Peitsche, Krähenfüße und Bolas. Dadurch spielt sie sich durchaus anderes als der dunkle Ritter, aber es fehlt ihr an der Vielfalt die er mit sich bringt.
Ihre Bewegung funktioniert ebenfalls anders. Zwar kann sich Catwoman mit ihrer Peitsche ebenfalls an bestimmten Objekten schwingen oder heranziehen und in kurzen Sätzen an Fassaden entlang oder kopfüber an bestimmten Decken klettern. Das kann zwar recht flink sein, ist gerade in Predator-Leveln aber nicht so präzise und weitreichend wie Batmans Grappling Hook.
Auf in den Kampf!
Neben dem Hauptspiel gibt es natürlich auch wieder einen Challenge Mode, aufgeteilt in Combat- und Predator-Mode. Hier könnt ihr nochmal eure Können unter Beweis stellen und euren Platz in den Bestenlisten erkämpfen. Und das Beste ist: Batman und Catwoman sind nicht die einzigen spielbaren Charaktere. ^^
Bis ihr diese Zeilen lest, wird der Nightwing-DLC bereits erhältlich sein und in ein paar Wochen wird Robin auch Nicht-Vorbestellern als zusätzlicher Charakter zur Verfügung stehen. Ich habe beide noch nicht gespielt, bin aber gespannt, was für neue taktische Optionen sie bieten, da Catwoman in diesem Bereich ja etwas eingeschränkt ist.
Hey, Rocksteady! Wenn ihr das lest, ich hätte dann gerne noch Green Arrow. ^^
PRO & CONTRA
- Großartige Story
- Schnelles, taktisches Kampfsystem
- Predator-Mode
- Wahnsinnig detailreiche Welt
- Fantastische Sprecher
- Tolle Neuinterpretation vieler Schurken
- Voll mit Anspielungen auf die Comics
- Bessere Bosskämpfe als im Vorgänger
- Klingen-Konter
- Sidequests machen die Welt noch lebendiger
- Kämpfe manchmal einen Tick unfair
- Hugo Strange wird nicht richtig ausgenutzt
- Kein Batmobil
- Catwoman nicht so flexibel wie Batman
- Ridder-Challenges teilweise ätzend schwer
- Detektivarbeit verlangt euch nicht viel ab
- Kein Superman zum verprügeln
Ein fast perfektes Spiel
Uruk hat neulich geschrieben Gears of War 3 sei einfach nur perfekt. Ich hab Gears noch nicht gespielt, aber ein bisschen gewagt ist dieses Statement schon. Welches Spiel ist schon perfekt? Arkham City ist nicht perfekt. Es gibt dann doch zu viele kleine Kleinigkeiten die mich stören. Wie zum Beispiel der letzte Bosskampf. Der ist zwar toll, um Längen besser als der im Vorgänger, aber könnte irgendwie dann doch noch ‘nen Ticken epischer sein. Auf der anderen Seite, bedenkt man den Ort an dem er stattfindet, kann ein Batman Endkampf eigentlich gar nicht viel epischer sein...
Die meisten anderen Kritikpunkte die ich habe sind mehr oder weniger nur Details. Warum gibt es nicht mehr von Robin? Wo ist Nightwing? Ich will das Batmobil fahren! Und dramatische Verfolgungsjagden über die Dächer. Aber kann ich Dinge kritisieren, die einem Spiel fehlen, wenn es so viele Dinge gibt, die es stattdessen gut macht? Denn fast alles was Arkham City macht, macht es fantastisch. Erneut hat Rocksteady ein Spiel geschaffen, welches das Batman-Feeling quasi perfekt rüber bringt. Mehr als jedes Captain America- oder Spidey-Spiel es jemals geschafft haben, fühlt man sich hier wie der Titelgebende Held.
Was das Spiel am besten macht ist, wieder einmal, der Welt des dunklen Ritters, auch wenn es eine eigene Version ist, auf brilliante Art und Weise Leben einzuhauchen. Selten kamen die Charaktere so gut rüber, egal ob der fast schon Golum-artige Two-Face oder... nah, das will ich dann doch nicht spoilern.
Und dann die Stadt! Die ist fast schon zu detailliert! Wie oft kann man sowas schon über ein Open World Game sagen? Überall gibt es etwas zu sehen und manchmal möchte man nur innehalten und es einfach nur bewundern.
Arkham Asylum war großartig. Und Arkham City macht einfach alles besser! Mehr Moves, mehr Gadgets, mehr Gegner, bessere Bewegung, eine größere und lebendigere Welt. Mehr Secrets, mehr Story, mehr Easter Eggs, bessere Bosskämpfe.
Batman: Arkham City ist nicht perfekt. Welches Spiel ist das schon? Aber wenn das Jahr rum ist, wird es mit ziemlicher Sicherheit in meinen Top 5 sein. Es ist so ziemlich das beste Produkt der letzten Jahre welches Batmans Namen trägt. Ein fast perfektes Spiel.
Batman: Arkham City ist für Xbox 360, PS3 und ab November auch für den PC erhältlich. Getestet wurde die Xbox-Version.
geschrieben von Green Ninja

