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OUTATIME ist das letzte Kapitel von Telltales Back to the Future: The Game. Somit gilt es nicht nur die letzte Episode, sondern das gesamte Paket an sich zu reviewen. Manchmal war ich zu kritisch mit BttF, aber vielleicht hatte ich einfach zu hohe Erwartungen. Immerhin ist es ein Zeitreise-Adventure, Vergleiche mit Day of the Tentacle liegen da nahe. Was das große Finale - und das Spiel insgesamt - letztendlich taugt, lest ihr in unserem Test.
OUTATIME hat die selben Stärken und Schwächen wie die letzten 4 Episoden. Die Story und Dialoge sind mal wieder das, was wirklich heraus sticht. Es ist primär eine Geschichte über Marty und Doc, verpackt in einem Adventure.
SCIENCE!
In der letzten Episode muss Marty dem jungen Emmet Brown dabei helfen seinen Weg zurück zur Wissenschaft zu finden, indem er ihn bei seinem Projekt auf der Hill Valley Science Expo hilft. In seinem Weg steht dabei nicht nur Citizen Brown, Docs Gegenstück aus einer alternativen Zukunft, sondern auch Emmets kurzfristige Jugendliebe Edna Strickland. Und als die auch noch den Delorean klaut, ist ein Zeitparadoxon vorprogrammiert.
Das Finale drückt nochmal all die richtigen Knöpfe. Der junge Emmet stellt sich seinem Vater - eine Konfrontation, welche die ganze Staffel lang schon angedeutet wurde - und Marty trifft einen alten Bekannten. Oder Mehrere. Und dann reist er noch ein Stückchen weiter in die Vergangenheit...
Katastrophale Konsequenzen
OUTATIME war die erste Episode von BttF in der ich über einen ernsthaften Bug gestolpert bin. Es kann passieren, dass ihr im Glashaus keine Wände verschieben könnt und damit steckt ihr in diesem Bereich einfach fest. Auch im Telltale Forum ist man sich noch nicht ganz klar, was diesen Fehler jetzt genau auslöst. Speichert einfach oft während der ersten halben Stunden und klaut keine Algenkuchen, dann sollte alles funktionieren. Aber Telltale arbeitet auch schon fleißig am Problem.
Die üblichen Schwächen
Die Steuerung ist immer noch dieses verkorkste “Point & Drag”-System, das Telltale so mag. Ihr zieht Marty mit der Maus durch die verschiedenen Areale und das ist beim besten Willen einfach nicht so komfortabel wie ein klassisches Point & Click.
Die Rätsel sind auch in dieser Episode mehr Beschäftigungstherapie als wirkliche Kopfnüsse. Oft liegen Problem und Lösung nur wenige Meter entfernt und auch mit ausgeschaltetem Hint System ist meistens ziemlich offensichtlich wie man ein Problem lösen muss. Das ganze wird dann noch etwas gestreckt durch ein nerviges Schiebepuzzle, was in so einem Adventure wirklich die letzte Lösung sein sollte.
Aber wie gesagt, die Rätsel waren nie wirklich die Stärke dieses Spiels. Es geht um die Geschichte und wie sie erzählt wird.
Eine würdige Fortsetzung
Wie Eingangs erwähnt, bin ich denke ich einfach mit den falschen Erwartungen an dieses Spiel heran gegangen. Zwei falsche Erwartungen um genau zu sein:
- Ich bin nach Jahrelanger Adventure-Ebbe einfach verwöhnt von der unfassbaren Qualität von Daedalic-Spielen. Daran muss sich einfach jedes neue Adventure messen. Nicht nur in Sachen Story, sondern auch bei den Rätseln.
- Es ist quasi unmöglich bei der Kombination von “Adventure” und “Zeitreisen” nicht sofort an Tim Schafers Meisterwerk Day of the Tentacle zu denken. Aber das ist ein völlig falscher Ansatz sich mit BttF auseinander zu setzen.
Denn Back to the Future: the Game ist kein Spiel über Zeitreisen. Zumindest nicht primär. Wie auch im ersten und 3. Teil der Filmtrilogie (und vielen Folgen von Doctor Who btw.) ist die Zeitreise an sich nur das Set-Up für das Abenteuer das folgt. Marty landet in einer anderen Zeitlinie und muss von da an erst einmal die Probleme lösen die seine Anwesenheit dort verursachen. Und das bringt das Spiel sehr gut rüber. Ihr müsst nicht zwischen verschiedenen Zeiten hin und her springen. Die Zeitreisen sind immer Teil der Handlung, nicht des Gameplays.
Eine Zeit lang hat es mich wirklich gestört, dass man einen Großteil des Spiels im Hill Valley des Jahres 1931 verbringt. Aber auch das lag eben daran, dass ich mehr abgefahrene Zeitreisen erwartet habe. Aber auch das ist nicht wirklich Back to the Future. Wie in den ersten beiden Filmen ist ein bestimmtes Datum in der Vergangenheit der Dreh- und Angelpunkt der ganzen Geschichte, nämlich das Jahr 1931, in dem ein junger Emmet Brown beschließt Wissenschaftler zu werden. Oder vielleicht doch nicht. Hinzu kommt, wie die Geschichte der Browns, der McFlys und der Tannens für immer verwoben zu sein scheint.
Gleichzeitig ist es eine Geschichte über die Beziehung zwischen Marty und Doc. Und dass diese Beziehung funktioniert obwohl Michael J. Fox nicht mehr den jungen McFly spielt, ist ein Beweis für das Talent von AJ LoCascio, Martys neuer Stimme.
PRO & CONTRA
- tolle Story
- großartige Sprecher
- fühlt sich an wie BttF
- eine würdige Fortsetzung
- günstig
- Lösungen meist zu offensichtlich
- unnötiges Schieberätsel
Back to the Future: The Game schafft etwas, woran schon viele Spiele, aber auch Filme gescheitert sind. Es ist eine würdige Fortsetzung für ein Jahrzente altes Franchise. Auch wenn die Rätsel teilweise lächerlich einfach sind und sich das Spiel teilweise zu sehr auf Multiple Choice Dialoge verlässt um die Story zu entwickeln, so bringt das Gesamtpaket an sich doch wunderbar das Feeling der alten Filme wieder.
Dieses Spiel ist kein Kingdom of the Crystal Skull. Es ist ein Werk das ganz ohne Scham den Namen des Originals tragen kann. Eine richtige Fortsetzung, ein neues Kapitel in der Geschichte.
Ich bin einfach zu lange mit den falschen Erwartungen an dieses Spiel heran gegangen. Ein Anwärter für die Adventure-Krone ist es bei Weitem nicht. Aber es ist mehr Zurück in die Zukunft.
Inklusive Sequel Set-up. Immer her damit, Telltale ;)
Dieses Spiel ist kein Kingdom of the Crystal Skull. Es ist ein Werk das ganz ohne Scham den Namen des Originals tragen kann. Eine richtige Fortsetzung, ein neues Kapitel in der Geschichte.
Ich bin einfach zu lange mit den falschen Erwartungen an dieses Spiel heran gegangen. Ein Anwärter für die Adventure-Krone ist es bei Weitem nicht. Aber es ist mehr Zurück in die Zukunft.
Inklusive Sequel Set-up. Immer her damit, Telltale ;)
Back to the Future: The Game ist bisher nur als Download bei Telltale Games für den schlappen Preis von 25 Dollar zu haben. Das Spiel ist in englisch, hat aber deutsche Untertitel. Über ein Deutschland Box-Release ist noch nichts bekannt.
geschrieben von Green Ninja

