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ALIENS: INFESTATION - 10 KLEINE COLONIAL MARINES

Review gepostet von Green Ninja am 05.10.2011 um 22:02 Uhr
 
Der Kreis schließt sich. Im Jahre 1979 revolutionierte ein Film das Science-Fiction Genre. Eine starke, kompromisslose Heldin im Kampf gegen ein furchtbares Monster. Jahre später waren dieser Film und seine Fortsetzung eine maßgebliche Inspiration für ein bekanntes Nintendo-Franchise. Und jetzt bedient sich ein Spiel basierend auf eben diesen Filmen an den Spielen, welche die Filme inspirierten. Aliens: Infestation ist Metroid. Mit Aliens! Reicht euch das noch nicht als Kaufgrund? Dann lest unser Review.

Die Sulaco. Einst ein stolzes Schiff, dass einen furchtlosen Trupp der US Colonial Marines und eine unabhängige Beraterin auf den Planeten LV-426 bringen sollte. Jetzt treibt es führerlos im All und ein weiterer Trupp Marines wird an Bord geschickt um herauszufinden was da eigentlich passiert ist.

Hier ein Batzen Screenshots zu Aliens: Infestation von WayForward und Gearbox.
Das Spiel funktioniert nach dem klassischen Metroidvania-Prinzip. Ihr habt eine große, zweidimensionale Karte, in diesem Fall die Sulaco, die sich euch nach und nach immer weiter öffnet. Hinzu kommen kleine Abstecher auf verschiedene Planeten, darunter natürlich auch LV-426, auf dem die Besatzung der Nostromo damals dem ersten Alien begegnete.
Immer wieder stoßt ihr auf Hindernisse die nur mit dem richtigen “Schlüssel” beseitigt werden können. Da gilt es Alienschleim mit dem Flammenwerfer abzuschmelzen oder mit einem Schraubenschlüssel Dampfventile abzustellen. Das ist vergleichsweise bodenständiger als Powerbomben und Screw Attacks in Metroid und gerade das hilft dabei das Universum so lebendig zu gestalten. Auch wenn ein Schraubenschlüssel oder eine Keycard minimal weniger spaßig sind als ein Space Jump oder ein Spiderball.
Dafür wirkt die Sulaco wie ein echter Ort, mit einer Kantine, Schlafräumen und einem Kommandodeck. Es ist ein glaubhaftes Science-Fiction Setting und, es tut mir fast schon weh es zu sagen, deutlich cooler als Metroids ausgelutschtes “wir haben das Ökosystem einer Alienwelt auf einer Raumstation nachgebaut”-Konzept.
Mit jedem neuem Item vergrößert sich der Bereich den ihr erforschen könnt. So findet ihr nicht nur Waffenupgrades, sondern auch neue Marines, die zu eurem Trupp dazu stoßen.

Aliens
Natürlich wird in Infestation auch gekämpft. Die Gänge des Raumschiffs sind voll gestopft mit Aliens (auch bekannt als Xenomorphs) und ihr müsst sie euch mit klassischen Colonial Marine-Waffen vom Leib halten. Neben einer popeligen Pistole und Granaten habt ihr immer eine von vier Primärwaffen dabei, die Vor- und Nachteile gegenüber verschiedenen Gegnertypen haben. Die Schrotflinte ist zum Beispiel gut gegen härter gepanzerter Alienhybriden, beschießt ihr aber einen normalen Xeno damit, kriegt ihr auch leicht eine Ladung Säureblut ab.
Die Gegner sind ziemlich schnell und landen meist den ersten Treffer, was sehr dabei hilft sie als Bedrohung zu etablieren. Wirklich sicher ist man nie und man will auch nicht einfach ins leere schießen, weil es ja einen begrenzten Munitionsvorrat gibt. Nur die Bosskämpfe wirken fast schon etwas unfair. Bisher war es mir nicht möglich den ersten Kampf zu gewinnen ohne mindestens zwei Marines dabei zu verlieren.

Aliens
Infestation hat möglicherweise die interessanteste Variante des “Extra-Leben”-Konzepts, welche mir je in einem Videospiel untergekommen ist. Es gibt keine. Jeder Colonial Marine unter eurem Kommando hat nur ein Leben. Verliert er all seine Energie ist Schluss. Vielleicht könnt ihr ihn noch aus einem Alienversteck in einem der vielen Luftschächte retten, aber die meiste Zeit heißt es: ”Keine Lebenszeichen, wir müssen ohne ihn weiter”. Und auf einmal hat der Tod einer Spielfigur wieder Wirkung. Jeder einzelne der insgesamt 19 Soldaten hat einen Namen, eine Persönlichkeit, eine Geschichte zu erzählen, wie eben auch die Marines in Aliens. Da gibt es den pflichtbewussten Ex-Footballspieler, den nervösen Rookie und auch eine Amazone wie Vasquez, aus dem zweiten Alien Film.
Man glaubt es kaum, aber dieses Spiel lebt tatsächlich stark von all den verschiedenen Charakteren und ich frage mich ob es Gearbox schafft, dass ich an den Soldaten in Aliens: Colonial Marines (dessen Handlung übrigens parallel zu diesem Spiel läuft) ebenso viel Spaß habe. Es ist auch ein bisschen wie in Fire Emblem, nur, dass die Colonial Marines alle die selben Fähigkeiten aufs Schlachtfeld bringen.

Hier ein Batzen Screenshots zu Aliens: Infestation von WayForward und Gearbox.
Hier ein Batzen Screenshots zu Aliens: Infestation von WayForward und Gearbox.
Hier ein Batzen Screenshots zu Aliens: Infestation von WayForward und Gearbox.


Auf der anderen Seite wiederum spielt Infestation auch recht bösartig mit dem Konzept von Soldaten in einem so gefährlichem Universum. Das nach dem Tod eines Marines auch sofort der nächste auf der Matte steht ist ziemlich makaber. Es ist 10 kleine Negerlein mit Säureblut und Flammenwerfern. Wo der herkommt, gibt es noch viel mehr. So ein Konzept würde ich mir auch für ein Warhammer 40k-Spiel mit Fokus auf der imperialen Armee wünschen.

Aliens

PRO & CONTRA



  • Metroidvania Gameplay
  • Dichte Atmosphäre, besonders für ein 2D-Spiel
  • Universum seht gut umgesetzt
  • Colonial Marines


  • Setting-bedingt etwas abwechslungsarm


Fazit:
Man nehme Gameplay von Metroid, packe das ganze in das wunderschön umgesetzte Setting von Aliens und würzt es mit einer kleinen Prise Dead Space. Das ganze verpackt in eine köstliche 2D Pixel-Optik, mit tollem Sounddesign und einem klasse Soundtrack. Heraus kommt ein Spiel, mit dessen Level an Qualität ich auf dem jetzt eigentlich schon abgehakten Nintendo DS nicht mehr gerechnet hätte.

Durch einige sehr sinnvolle Erweiterungen an der Metroid-Formel ist es mehr als nur ein simpler Klon. Und wie mit unseren Helden umgegangen wird, gut wie schlecht, wird der Vorlage mehr als gerecht und ist eine raffinierte Variante einer verstaubten Videospiel-Tradition.

Kurz gesagt: Aliens: Infestation macht (fast) alles richtig und sollte von jedem gespielt werden, der auch nur ein bisschen was mit Aliens, Metroid oder 2D Actionspielen generell anfangen kann.
geschrieben von Green Ninja  
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